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Erfolgreiche Klimaklage gegen Lufthansa: Deutsche Umwelthilfe stoppt irreführende Werbung mit CO2-Reduzierung für Flugreisen

ID: 2261079

(ots) -
- Oberlandesgericht weist Berufung von Lufthansa in wesentlichem Punkt zurück: Airline warb unzulässig mit Reduzierung der CO2-Emissionen durch den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe
- DUH fordert klimafreundliches Umsteuern bei der Lufthansa durch Verzicht auf Kurzstreckenflüge und Verkauf von Bahntickets

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist erfolgreich gegen Greenwashing der Deutschen Lufthansa vorgegangen: Die Airline darf ihre Flüge nicht mit einer bestimmten Aussage zu CO2-Ausgleichszahlungen gegen Aufpreis bewerben. Das Oberlandesgericht Köln hat die Berufung des Konzerns zurückgewiesen (Az. LG Köln: 84 O 29/24, Az. OLG Köln 6 U 68/25).

Lufthansa bewarb ihre Flugreisen mit der Aussage, dass Kundinnen und Kunden ihre"flugbezogenen CO2-Emissionen direkt während der Buchung durch den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) reduzieren"können. Das Oberlandesgericht hat dies als rechtswidrig angesehen, da der Einsatz der SAF zeitlich deutlich verzögert erfolgt und nicht bei dem jeweiligen Flug geschieht. Damit werde bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Eindruck erweckt, der mit der Realität nicht übereinstimmt. DasOberlandesgericht führt in der Urteilsbegründung aus:

"Gemessen hieran hat die Beklagte zwarüber die Art und Weise der CO2-Reduktion durch den Einsatz von SAF ausreichend informiert, jedoch bleibt sie die Antwort auf die entscheidende Frage schuldig, wann genau diese erfolgt. Denn für die Einschätzung der konkreten Auswirkungen dieses Einsatzes ist es für den Durchschnittsverbraucher, was der Senat als Teil der angesprochenen Verkehrskreise selbst feststellen kann, von erheblichem Belang, ob die beworbene Maßnahme sich zu einem nahen oder eher fernen Zeitpunkt auswirkt. Das vermeintlich gute Gewissen, den eigenen, konkreten Flug durch eine physische Betankung mit SAF unmittelbar klimaneutraler zu gestalten und dadurch ökologisch aufzuwerten, stellt für den umweltbewussten Durchschnittsverbraucher ein wesentliches, oft entscheidendes Motiv dar, den nicht unerheblichen finanziellen Aufpreis für diese Zusatzleistung zu zahlen."





Das spätere Beimischen dieser Kraftstoffe ins Kerosin ist nach Einschätzung der DUH nicht geeignet, die tatsächlichen Klimafolgen auszugleichen. Unter anderem beachtet die Airline nicht alle CO2-Emissionen, die sich auf den Flug beziehen, wie z.B. die Herstellung des Treibstoffs, die Anreisen der Beschäftigten und der Fluggäste und des Caterings. Hinzu kommt, dass die realen Klimawirkungen von Flügen deutlich höher liegen als die durch die CO2-Emissionen ausgelösten Effekte, etwa durch Kondensstreifen und Stickoxide. Das Oberlandesgericht hat die fehlende Erwähnung dieser Aspekte in der Werbung der Lufthansa zwar nicht als rechtswidrig angesehen, sodass die DUH diesen Klagevorwurf in der mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht nicht aufrechterhalten hat. Unabhängig davon, ob dies in der Werbung von Rechts wegen zu erwähnen gewesen wäre, hält die DUHihre Kritik aufrecht, dass Werbungen von Fluggesellschaften diese Effekte zu erwähnen haben. Die Lufthansa hat ihre Werbung im Laufe des Klageverfahrens der DUH geändert.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Die Werbung der Lufthansa war ein irreführender Marketingtrick. Denn die Beimischung funktioniert nicht so, wie von Lufthansa beworben. Sogenannte Sustainable Aviation Fuels können im Übrigen nur ein letztes ergänzendes Mittel sein und machen Flugreisen nicht klimaneutral. Fliegen ist und bleibt eine der klimaschädlichsten Formen der Fortbewegung. Wenn die Lufthansa klimafreundlicheres Reisen anbieten will, muss sie auf Kurzstreckenflüge verzichten und wie bereits vor 30 Jahren Tickets für die Bahn anbieten, vielleicht sogar wieder in Lufthansa-Express-Zügen."

Hintergrund:

Die DUH hat schon 2024 gegen das Lufthansa-Tochterunternehmen Eurowings vor dem Oberlandesgericht Köln einen Erfolg gegen irreführende Werbung mit Umweltaussagen erzielt. Die Fluggesellschaft darf seitdem nicht mehr mit folgender Aussage werben:"CO2-neutral reisen. Zusammen machen wir das Fliegen nachhaltiger: CO2-Emissionen ausgleichen und abheben"(Az LG Köln: 81 O 32/23, Az OLG Köln: 6 U 45/24).

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch(at)duh.de

Agnes Sauter, LeiterinÖkologische Verbraucherberatung und Marktüberwachung
0175 5724833, sauter(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


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Datum: 08.07.2026 - 14:49 Uhr
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