AZL startet Joint Partner Project zur Skalierung von Composite-Batteriegehäusen und Batteriesystemgehäusen für Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge
Modulare Composite-Batteriegehäuse sollen Kosten senken, Gewicht reduzieren und wirtschaftliche Skalierung für Nutzfahrzeuge ermöglichen

(PresseBox) - Kunststoffbasierte Bauweisen eröffnen neue Potenziale zur Senkung der Herstellkosten von Batteriegehäusen und Batteriesystemen für Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge. Zusätzlich zu ihren hervorragenden Brandschutzeigenschaften können sie Gewicht reduzieren und Funktionen wie Anschlüsse, Anbindungselemente,Dichtflächen, Medienführungen oder Temperierfunktionen direkt in das Bauteil integrieren. Das neue AZL Joint Partner Project “Scaling Composite Battery Casings: From Automotive Cost and Weight Benefits to Commercial Vehicle Applications” untersucht, wie diese Potenziale durch modulare und standardisierte Gehäusekonzepte auch bei geringeren Stückzahlen einzelner Fahrzeugmodelle wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können.
Kunststoffbasierte Batteriegehäuse etablieren sich im Automotive-Bereich zunehmend als Alternative zu Stahl- und Aluminiumlösungen. Bisherige Entwicklungen zeigen, dass kunststoffbasierte Bauweisen nicht nur zur Gewichtsreduktion beitragen können, sondern vor allem neue Ansätze zur Kostenreduktion und Funktionsintegration ermöglichen. Für Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge stellt sich die Ausgangslage jedoch anders dar als im Pkw-Bereich. Die Stückzahlen einzelner Fahrzeugmodelle sind häufig niedriger, Anforderungen unterscheiden sich je nach Anwendung, Einsatzprofil, Fahrzeugarchitektur und Hersteller. Gleichzeitig bieten diese Segmente attraktive Chancen, weil Batteriegehäuse und Batteriesystemgehäuse einen erheblichen Einfluss auf Herstellkosten, Nutzlast, Reichweite, Energieverbrauch und Integrationsaufwand haben können.
AZL hat die Entwicklung kunststoffbasierter Batteriegehäuse im Automotive-Bereich seit 2018 in zahlreichen Industrieprojekten begleitet und mitgeprägt. Dazu zählen große Verbundvorhaben zur Technologieentwicklung, Joint Partner Projects sowie Entwicklungs-, Produktions- und Testaktivitäten mit eigener Entwicklungs-, Produktions- und Testinfrastruktur. Mit dem neuen Joint Partner Project überträgt AZL diese Erfahrung auf Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge und adressiert damit ein relevantes Wachstumsfeld für Fahrzeughersteller, Batteriesystemanbieter sowie die Kunststoff- und Composite-Wertschöpfungskette.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie standardisierte und modulare Batteriegehäuse sowie Batteriesystemgehäuse für verschiedene Fahrzeugtypen, Modelle und Hersteller entwickelt werden können. Dafür werden Anforderungen unterschiedlicher Anwendungen systematisch verglichen, um Gemeinsamkeiten, wiederkehrende Funktionsanforderungen und geeignete Plattformansätze zu identifizieren. Aus diesen Analysen werden Modularisierungsansätze abgeleitet, die es ermöglichen sollen, Stückzahlen über einzelne Fahrzeugmodelle hinaus zu bündeln und dadurch hochautomatisierte Kunststoff- und Composite-Verfahren wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Das Projekt untersucht drei zentrale Strategien zur Modularisierung. Bei Capacity Scaling werden unterschiedliche Batteriekapazitäten durch die Anzahl standardisierter Gehäuseeinheiten realisiert. In-Mould Variants ermöglichen Varianten über angepasste Materialkonfigurationen oder austauschbare Werkzeugelemente. Cross-Model Combination beschreibt die Kombination standardisierter Gehäusevarianten für unterschiedliche Fahrzeugmodelle und Einsatzprofile. Gemeinsam sollen diese Ansätze zeigen, wie modulare Baukastensysteme zur wirtschaftlichen Skalierung kunststoffbasierter Batteriegehäuse beitragen können.
Ein wesentlicher Vorteil kunststoffbasierter Bauweisen liegt in der Möglichkeit zur Funktionsintegration. Der Begriff umfasst dabei unterschiedliche Material- und Fertigungskonzepte, von faserverstärkten Kunststoffen und thermoplastischen Halbzeugen über Kombinationen verschiedener Kunststoffe und Kunststoffhalbzeuge bis hin zu hybriden Kunststoff-Metall-Bauweisen. Je nach Konzept können beispielsweise Anschlüsse, Befestigungs- und Anbindungselemente, Dichtflächen, Kühlmittelführungen, Temperierfunktionen sowie Schutzfunktionen gegen mechanische, thermische und elektrische Belastungen in das Bauteil integriert werden. Dadurch können zusätzliche Einzelteile, Montageschritte, Verbindungselemente und Schnittstellen reduziert werden. In Verbindung mit modularen Gehäusekonzepten entsteht damit ein wichtiger Ansatz, um Systemkosten zu senken, Gewicht zu reduzieren und die Industrialisierung für Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge wirtschaftlich bewertbar zumachen.
Das Projekt verbindet die Analyse von Markt-, Fahrzeug- und Sicherheitsanforderungen mit konkreten modularen Referenzkonzepten, CAE-basierter Bewertung, Fertigungsbenchmark, Regulatory Compliance Map und Industrialisierungsroadmap. Damit geht es nicht um die isolierte Betrachtung einzelner Gehäusebauteile, sondern um die Frage, unter welchen Bedingungen kunststoffbasierte Bauweisen als wirtschaftlich tragfähige Plattformlösungen für Batteriegehäuse und Batteriesystemgehäuse in kommerziellen Fahrzeuganwendungen genutzt werden können. Dabei werden die Auswirkungen derGemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Fahrzeuganforderungen berücksichtigt.
„Die Herausforderung liegt nicht darin, das Potenzial kunststoffbasierter Batteriegehäuse grundsätzlich nachzuweisen. Entscheidend ist jetzt, wirtschaftliche Skalierung für Trucks, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge zu ermöglichen, obwohl die Stückzahlen je Modell deutlich niedrigersind als im Pkw-Bereich“, sagt Philipp Fröhlig, Head of Industrial Services bei AZL Aachen GmbH. „Modularisierung ist dabei der zentrale Hebel. Wenn Anforderungen unterschiedlicher Fahrzeugtypen, Modelle und Hersteller systematisch analysiert und in wiederverwendbare Gehäusekonzepteübersetzt werden, können hochautomatisierte Verfahren und Funktionsintegration ihre wirtschaftlichen Vorteile deutlich besser ausspielen.“
Das Joint Partner Project richtet sich an OEMs von Trucks, Bussen und Off-Highway-Fahrzeugen, Anbieter von Batteriesystemen sowie Unternehmen entlang der Material-, Prozess-, Werkzeug- und Maschinenwertschöpfungskette. Fahrzeughersteller erhalten eine Grundlage, um Batteriegehäuse und Batteriesystemgehäuse als strategischen Hebel für Herstellkosten, Plattformstrategie, Variantenmanagement, Gewicht und Nutzungsvorteile zu bewerten. Anbieter von Batteriesystemen können untersuchen, wie modulare Gehäusekonzepte kundenspezifische Anpassungen reduzieren, Entwicklungsaufwände bündeln und die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Fahrzeugplattformen verbessern können.
Für OEMs, die heute mit etablierten Stahl- oder Aluminiumlösungen arbeiten, bietet das Joint Partner Project einen pragmatischen Einstieg: Ziel ist es nicht, bestehende Lösungen pauschal zu ersetzen, sondern belastbar zu prüfen, ob kunststoffbasierte Bauweisen zusätzliche Potenziale bei Herstellkosten, Gewicht, Funktionsintegration und Plattformskalierung eröffnen. Die Teilnahme ermöglicht es Fahrzeugherstellern, diese Potenziale mit einem im Vergleich zu eigenen Entwicklungsprogrammen überschaubaren Investment zu bewerten und zugleich eigene Anforderungen frühzeitigin die gemeinsame Bewertungsgrundlage einzubringen.
Material-, Halbzeug-, Verarbeitungs-, Werkzeug- und Maschinenanbieter erhalten frühzeitig Einblick in mögliche Anforderungsprofile, Zielkosten, Volumenpotenziale, Fertigungsrouten, Automatisierungsgrade und Integrationsfunktionen künftiger Batteriegehäuseplattformen. Die Teilnahme unterstützt sie dabei, realistisch einzuschätzen, ob und wie sie mit ihren Materialien, Technologien, Prozessen und Produkten neue Märkte und Applikationen erschließen können. Daraus lassen sich strategische Roadmaps für die Positionierung in künftigen Wertschöpfungsketten ableiten.
Ein weiterer Nutzen liegt im Format des AZL Joint Partner Projects. Unternehmen teilen die Projektkosten und erhalten dadurch Zugang zu umfangreichen Ergebnissen bei einem vergleichsweise geringen Einzelinvestment. Gleichzeitig ermöglicht das Konsortium den Austausch entlang der Wertschöpfungskette, von Fahrzeugherstellern und Batteriesystemanbietern bis zu Material-, Prozess-, Werkzeug- und Maschinenpartnern. AZL ist bekannt für Joint Partner Projects, die aus konkreten Bedarfen der Industrie heraus entwickelt und definiert werden.
Das Projekt ist auf zehn Monate angelegt. Der Kick-off ist für Q3 2026 geplant. Zu den geplanten Ergebnissen zählen eine validierte Anforderungsmatrix über die adressierten Kernsegmente, eine Kit-Definition mit Commonality Map, drei bis fünf CAE-validierte modulare Referenzkonzepte, ein Technologiebenchmark kosteneffizienter Fertigungsverfahren,eine Regulatory Compliance Map, ein quantifizierter Business Case mit Break-even-, Stückkosten- und CO2-Betrachtung sowie eine Industrialization Roadmap für Prozesse, Werkzeuge und Lieferketten.
Interessierte Unternehmen erhalten im Rahmen eines kostenfreien TechTalks einen fachlichen Einstieg in das Thema. Der TechTalk“Scaling Composite Battery Casings: From Automotive Cost and Weight Benefits to Commercial Vehicle Applications” findet am 22. Juli 2026 um 11:00 Uhr in englischer Sprache statt. Neben Einblicken in kunststoffbasierte Batteriegehäuse im Automotive-Bereich wird das neue Joint Partner Project vorgestellt. Die Teilnahme ist kostenfrei nach Anmeldung untermarketing(at)azl-aachen-gmbh.de.
Für weitere Informationen oder die Teilnahme am Projekt:
Kontakt
Philipp Fröhlig
Head of Industrial Services
Email:philipp.froehlig(at)azl-aachen-gmbh.de
Telephone: +49 241 475 735 14
AZL steht für Exzellenz in der Leichtbauproduktion. Als One-Stop-Shop für Markt- und Technologie-Know-how bringt das AZL Experten und Entscheidungsträger aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um die Geschäfts- und Technologieentwicklung in der Leichtbauindustrie zu unterstützen. AZL unterstützt Unternehmen, unabhängig ihrer Position in der Wertschöpfungskette, bei der Entwicklung, dem Benchmarking und der Verbesserung von Designmethoden, Fertigungstechniken und Produkte. AZL bietet Innovationsworkshops, Markt- und Technologieanalysen, Trenderkennung und Technologiemonitoring, Machbarkeitsstudien, Konzeptentwicklung, CAE-Design/Optimierung und Produktionslayout-Planung. Angesiedelt im Mittelpunkt eines der führenden Hightech-Ökosysteme, der RWTH Aachen, unterstützt AZL bei der experimentellen Bewertung aller relevanten Technologien rund um die Composite-basiertenMultimaterialtechnologien mit jahrzehntelanger Technologiekompetenz und modernster Infrastruktur für die Entwicklung von Produkten und Produktionssystemen. Neben individuellen Kooperationen bieten die AZL Business-, Business-Plus- und Premium Partnership-Rahmenverträge Zugang zu Dienstleistungsangeboten und einem Open-Innovation-Netzwerk von mehr als 80 internationalen Unternehmen entlang der Leichtbau-Wertschöpfungskette. Mit den drei Säulen Engineering, Beratung und Partnerschaft entwickelt das AZL als Dienstleister wettbewerbsfähige Innovationen für wirtschaftlich hoch relevante Marktsegmente und findet geeignete Partner für die industrielle Umsetzung und Markteinführung.
www.azl-lightweight-production.com
AZL steht für Exzellenz in der Leichtbauproduktion. Als One-Stop-Shop für Markt- und Technologie-Know-how bringt das AZL Experten und Entscheidungsträger aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um die Geschäfts- und Technologieentwicklung in der Leichtbauindustrie zu unterstützen. AZL unterstützt Unternehmen, unabhängig ihrer Position in der Wertschöpfungskette, bei der Entwicklung, dem Benchmarking und der Verbesserung von Designmethoden, Fertigungstechniken und Produkte. AZL bietet Innovationsworkshops, Markt- und Technologieanalysen, Trenderkennung und Technologiemonitoring, Machbarkeitsstudien, Konzeptentwicklung, CAE-Design/Optimierung und Produktionslayout-Planung. Angesiedelt im Mittelpunkt eines der führenden Hightech-Ökosysteme, der RWTH Aachen, unterstützt AZL bei der experimentellen Bewertung aller relevanten Technologien rund um die Composite-basierten Multimaterialtechnologien mit jahrzehntelanger Technologiekompetenz und modernster Infrastruktur für die Entwicklung von Produkten und Produktionssystemen. Neben individuellen Kooperationen bieten die AZL Business-, Business-Plus- und Premium Partnership-Rahmenverträge Zugang zu Dienstleistungsangeboten und einem Open-Innovation-Netzwerk von mehr als 80 internationalen Unternehmen entlang der Leichtbau-Wertschöpfungskette. Mit den drei Säulen Engineering, Beratung und Partnerschaft entwickelt das AZL als Dienstleister wettbewerbsfähige Innovationen für wirtschaftlich hoch relevante Marktsegmente und findet geeignete Partner für die industrielle Umsetzung und Markteinführung.
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Datum: 02.07.2026 - 14:16 Uhr
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Philipp Fröhlig
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Kategorie:
Automobilindustrie
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