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Drei Länder gedenken den Schlachten an der Somme vor 110 Jahren

ID: 2259338

(ots) - Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. engagiert sich mit französischen und britischen Partnerorganisationen für das Gedenken an die Toten des Ersten Weltkrieges, die in Frankreich starben. Mit dabei: 24 Jugendliche aus Frankreich, Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland. Jeweils acht aus jedemLand nehmen an dieser gemeinsamen trinationalen Jugendbegegnung teil.

Vor 110 Jahren wütete in Europa der Erste Weltkrieg. Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts forderte eine noch nie gekannte Zahl an Toten, verwüstete Städte und Landschaften. Allein die Schlachten an der Somme, in denen Truppen aus dem Commonwealth und Frankreich von Juli bis November 1916 gegen die deutschen Stellungen kämpften, kosteten über eine Million Soldaten das Leben. Spuren des Krieges sind noch heute dort sichtbar.

Verwundete Landschaft: Krater von Lochnagar

Am 1. Juli, dem Tag des Beginns der Schlachten vor 110 Jahren, treffen sich Delegationen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) und des französischen Office national des combattants et des victimes de guerre (ONaC VG) zum gemeinsamen Gedenken.

Es beginnt an einem historischen Ort: dem Krater von Lochnagar. Mit einem Durchmesser von 91 Metern und einer Tiefe von 21 Metern symbolisiert er die neuentwickelte technische Zerstörungskraft im Ersten Weltkrieg. Britische Pioniere hatten monatelang deutsche Stellungen untertunnelt und dort massenhaft Sprengstoff platziert. Die Sprengung am 1. Juli 1916 um 7.28 Uhr gilt als eine der größten Sprengungen in der Geschichte der Kriege. Das Gedenken daran findet jedes Jahr um 7.28 Uhr an diesem Ort statt. Als Symbol der Versöhnung wird eine Menschenkette um den Krater gebildet.

Begegnung der Urenkel auf den Schlachtfeldern

Gedenken darf nicht verloren gehen, sondern muss in die Zukunft getragen werden. Die drei Organisationen haben 24 Jugendliche aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland zu einer trinationalen Jugendbegegnung nach Péronne an die Somme eingeladen. Eine Woche lang setzen sie sich die Jugendlichen mit der gewaltvollen Geschichte ihrer Heimatländer im Ersten Weltkrieg auseinander, besuchen Museen, Kriegsgräberstätten und Gedenkorte der drei Nationen.





Gedenken an die Vermissten des Commonwealth in Thiepval

Gemeinsam mit Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen nehmen sie am 1. Juli an der Gedenkveranstaltung am"Memorial to the missing"in Thiepval teil, die die Royal British Legion ausrichtet. Das Monument erinnert an die 72.337 vermissten südafrikanischen und britischen Soldaten und ist das größte Commonwealth-Kriegerdenkmal der Welt.

M Ort zentralen französischen Gedenkort der Schlachten an der Somme bildet die Chapelle du Souvenir Française in Rancourt. Dort wird am 1. Juli um 10.30 Uhr der französischen Gefallenen gedacht. Die Jugendlichen legen bei der Gedenkveranstaltung Blumen nieder.

Die Volksbund-Delegation nimmt um 17.30 Uhr an der Gedenkveranstaltung auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Fricourt teil.

Internationales Gedenken in Maissemy

Nach einer stillen Kranzniederlegung im Ort lädt der Volksbund am 2. Juli um 11.00 Uhr zur internationale Gedenkveranstaltung auf die deutsche Kriegsgräberstätte Maissemy ein. Dort sprechen der Bürgermeister von Maissemy, Hubert Delalieu, die Generaldirektorin der ONaC VG, Marie-Christine Verdier-Jouclas, der stellvertretende Vorsitzende der CWGC, Peter Hudson und der Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen, ebenso die Präfektin des Départements Aisne, Fanny Anor. Die Jugendlichen gestalten einen eigenen Beitrag.

Wie gehen Jugendliche mit diesen historischen Themen um?

Sie tauschen sich in Workshops und Arbeitsgruppen aus und suchen Antworten: Warum konnten sich zivile Gesellschaften für den Krieg begeistern und mobilisieren lassen? Was bedeutet der Soldatentod für die Familien? Wie erinnern die Nationen an ihre Toten? Warum unterscheiden sich die Gedenkkulturen des Commonwealth, Frankreichs und der Bundesrepublik so stark?

Mohn, Kornblumen, Vergissmeinnicht: Blumen der Erinnerung

Die Geschichte prägt die Gegenwart bis heute. Die Lehren, die die Jugendlichen daraus ziehen, sollen helfen, eine friedlichere Zukunft zu gestalten. Neben vielen Erfahrungen nehmen sie blühende Symbole der Erinnerung mit: Blumensamen. Kornblumen stehen für die Erinnerung in Frankreich, roter Mohn erinnern in den Commonwealth-Staaten an die Opfer der Kriege und Vergissmeinnicht an die deutschen Kriegsgefallenen.

Operation Levi: Zeichen der Fürsorge, Kampf gegen Antisemitismus

Der Volksbund setzt in diesen Tagen die Operation Levi auf deutschen Kriegsgräberstätten in Frankreich fort. Hintergrund: Viele deutsche jüdische Soldaten sind unter einem christlichen Kreuz bestattet, teilweise aus unterschiedlichen Gründen. Die Operation Levi korrigiert das und tauscht das Grabkreuz gegen Stelen mit einem Davidstern aus. Bei Kameradengräbernwerden die Namen der jüdischen Soldaten mit einer kleinen Rosette mit Davidstern geschmückt. Die Gräber von 21 jüdischen Soldaten sind dann korrekt gekennzeichnet. Mit der Operation Levi setzt der Volksbund ein deutliches Zeichen gegen alten und neuen Antisemitismus und zeigt, dass dieFürsorge für Militärangehörige nicht mit dem Tod endet.

Pressekontakt:

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.
Pressesprecherin Diane Tempel-Bornett
+49561-7009-139
presse(at)volksbund.de


Original-Contentvon: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., übermittelt durch news aktuell


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