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"Bitte vergesst uns nicht"/ Flüchtlingsfamilien im Libanon kämpfen auch nach Jahren der Vertreibung um Sicherheit und Perspektiven

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(ots) - Ein Schulheft gehörte zu den wenigen Dingen, die ein syrisches Mädchen bei seiner Flucht mitnahm. Während ihre Familie Schutz in einer Notunterkunft suchte, sorgte sie sich vor allem darum, ob sie ihre Ausbildung fortsetzen könnte. Ihr Traum: Lehrerin werden. Geschichten wie diese begegnen Farah Saifan,Projektbeauftragte von Islamic Relief im Libanon, regelmäßig. Zum morgigen Weltflüchtlingstag macht die Hilfsorganisation auf die Situation von Flüchtlingsfamilien aufmerksam, die auch Jahre nach ihrer Flucht weiterhin in Unsicherheit leben.

"Trotz aller Unsicherheit dachte sie an ihre Zukunft", erzählt Farah Saifan."Das hat mich daran erinnert, dass humanitäre Hilfe nicht nur das Überleben sichert. Sie schützt auch Hoffnungen, Träume und Zukunftschancen."

Der Libanon beherbergt eine der größten Flüchtlingspopulationen weltweit gemessen an seiner Bevölkerungsgröße. Nach Angaben des UNHCR ist etwa jede fünfte Person im Land Flüchtling, darunter mehr als eine Million syrische Geflüchtete. Weltweit ist heute jeder 70. Mensch auf der Flucht. Gleichzeitig geratenlanganhaltende Flüchtlingssituationen zunehmend in Vergessenheit. Viele syrische Familien im Libanon sind auch mehr als ein Jahrzehnt nach ihrer Flucht weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Besonders betroffen sind diejenigen, die mehrfach vertrieben wurden.

Sowohl Flüchtlingsfamilien als auch die Aufnahmegemeinden leiden unter den Folgen der Wirtschaftskrise, steigenden Lebenshaltungskosten und wiederkehrender Konflikte. Viele Familien kämpfen täglich darum, ihre Grundbedürfnisse zu decken, und sind weiterhin auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

"Viele Menschen denken bei Flucht an einen einzelnen Moment. Für die Familien, die wir begleiten, ist Vertreibung jedoch Realität ihres gesamten Alltags", sagt Saifan."Sie kämpfen seit Jahren darum, ihren Kindern Sicherheit, Bildung und eine Perspektive zu ermöglichen."

Um Familien langfristig zu unterstützen, leistet Islamic Relief im Libanon neben Nahrungsmittelhilfe und anderen humanitären Maßnahmen auch Bildungs- und psychosoziale Unterstützung für Kinder. Dazu gehören Lernmaterialien, Bildungsangebote sowie Angebote zur psychosozialen Betreuung besonders gefährdeter Kinder.





Weltweit nimmt der humanitäre Bedarf weiter zu. Schätzungen zufolge werden 2026 fast 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen sein. Gleichzeitig führen Finanzierungslücken dazu, dass wichtige Hilfsprogramme gekürzt oder eingestellt werden müssen. Angesichts aktueller humanitärer Krisen - etwa im Sudan oder im Gazastreifen- drohen langanhaltende Flüchtlingssituationen wie die syrische Krise zunehmend in den Hintergrund zu geraten.

"Viele Familien befinden sich inzwischen im zwölften oder fünfzehnten Jahr ihrer Krise", sagt Saifan."Sie brauchen nicht nur Nahrung und Unterkunft, sondern auch Stabilität, Sicherheit und die Chance, ihr Leben wieder selbstbestimmt aufzubauen."

Zum Weltflüchtlingstag appelliert Islamic Relief Deutschland deshalb an Politik, internationale Geber und die Öffentlichkeit, Menschen auf der Flucht nicht zu vergessen."Geflüchtete suchen kein Mitleid", betont Saifan."Sie wünschen sich dieselben Dinge wie wir alle: Sicherheit, Chancen für ihre Kinder und Hoffnung auf eine bessere Zukunft."

Seit 2006 ist Islamic Relief im Libanon tätig und unterstützt dort weiterhin Flüchtlingsfamilien sowie besonders schutzbedürftige Menschen. Die Organisation leistet Nahrungsmittelhilfe, Gesundheitsversorgung, psychosoziale Unterstützung, Bildungsangebote, Winterhilfe sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung. Darüber hinaus reagiert Islamic Relief mit Nothilfe auf die Folgen von Konflikt und Vertreibung.

Hintergrund zum Weltflüchtlingstag


- Weltweit waren Ende 2025 rund 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht oder gewaltsam vertrieben. Das entspricht etwa jedem 70. Menschen weltweit (UNHCR).
- Für 2026 schätzt die UNO, dass fast 300 Millionen Menschen humanitäre Hilfe und Schutz benötigen werden.
- Frauen und Kinder stellen weltweit den Großteil der Vertriebenen und sind besonders häufig von Schutzrisiken betroffen.
- Gleichzeitig erschweren Finanzierungslücken die Arbeit humanitärer Organisationen und gefährden die Versorgung besonders schutzbedürftiger Menschen.

Pressekontakt:

Sara Ahmed Martinez, Pressereferentin
Telefon: 01512 205 05 77
E-Mail: presse(at)islamicrelief.de


Original-Contentvon: Islamic Relief Deutschland e.V.,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 19.06.2026 - 10:20 Uhr
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