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Inflationsrate im Mai 2026 bei +2,6 % / Inflationsrate geht leicht zurück, weiter hohe Energiepreise

ID: 2256837

(ots) - Verbraucherpreisindex, Mai 2026:

+2,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

-0,2 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2026:

+2,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

-0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im Mai 2026 bei +2,6 %. Damit hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise insgesamt abgeschwächt, nachdem sie im April 2026 bei +2,9 % und im März 2026 bei +2,7 % gelegen hatte."Die Inflationsrate war im Mai 2026 etwas niedriger als in den Monaten davor. Die Energiepreise blieben infolge des Iran-Kriegs auf einem hohen Niveau, wenngleich der seit Anfang Mai geltende Tankrabatt die Teuerung abgemildert haben dürfte", sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Gegenüber dem Vormonat April 2026 sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2 %.

Energieprodukte verteuerten sich um 6,6 % gegenüber Mai 2025

Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen im Mai 2026 um 6,6 % höher als im Mai 2025. Dieser Anstieg resultierte hauptsächlich aus der Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt infolge der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. Allerdings war der Anstieg der Energiepreise im Vorjahresvergleichgeringer als im April 2026 (+10,1 %). Ein wesentlicher Grund für die geringere Preissteigerung dürfte die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel gewesen sein, die am 1. Mai 2026 in Kraft trat. Kraftstoffe verteuerten sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist zwar um 18,0 %, jedoch weniger stark als im April 2026 (+26,2 % gegenüber April 2025).

Auch leichtes Heizöl, ein Teil der Haushaltsenergie, verteuerte sich im Mai 2026 binnen Jahresfrist infolge der Rohölmarktentwicklung deutlich (+47,9 %). Trotz dieses Anstiegs war Haushaltsenergie insgesamt aufgrund des geringen Anteils von leichtem Heizöl an den Konsumausgaben der privaten Haushalte mit -0,8 % günstiger als im Vorjahresmonat. Strom (-5,0 %), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 %) und Fernwärme (-0,9 %) blieben im Vorjahresvergleich weiterhin günstiger. Diese rückläufige Preisentwicklung ist unter anderem auf die bereits seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen.





Nahrungsmittel verteuerten sich binnen Jahresfrist mit +0,4 % unterdurchschnittlich

Die Preise für Nahrungsmittel waren im Mai 2026 um 0,4 % höher als im Vorjahresmonat. Besonders stiegen im Mai 2026 die Preise für Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,7 %) sowie für Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+3,6 %). Auch Obst (+3,2 %) sowie Fleisch und Fleischwaren(+2,8 %) wurden binnen Jahresfrist teurer. Günstiger wurden hingegen Speisefette und Speiseöle (-15,3 %, darunter Butter: -29,1 %; Olivenöl: -6,5 %). Zudem sanken im Vorjahresvergleich die Preise für Kartoffeln (-15,3 %) und Molkereiprodukte (-6,4 %), während Eier (+14,6 %) deutlichteurer wurden.

Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie bei +2,5 %

Im Mai 2026 betrug die Inflationsrate ohne Energie +2,2 % und die Inflationsrate ohne Heizöl und Kraftstoffe +2,0 %. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Mai 2026 bei +2,5 % und damit knapp unter der Gesamtteuerung.

Waren verteuerten sich gegenüber Mai 2025 um 2,2 %

Die Preise für Waren lagen im Mai 2026 insgesamt um 2,2 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen dabei um 2,9 % und für Gebrauchsgüter um 1,0 %. Teurer wurden neben Energieprodukten (+6,6 %) und Nahrungsmitteln (+0,4 %) beispielsweise Informationsverarbeitungsgeräte (+6,3 %), Tabakwaren (+5,9 %) und alkoholfreie Getränke (+3,1 %). Preisrückgänge gab es hingegen unter anderem bei Haushaltsgroßgeräten (-2,3 %) und Geräten der Unterhaltungselektronik (-4,7 %).

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 3,1 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im Mai 2026 um 3,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit lag die Teuerung für Dienstleistungen wieder über der Gesamtteuerung, was abgesehen vom Vormonat April 2026 bereits seit Januar 2024 stets der Fall war. Besonders stark verteuerten sich im Vorjahresvergleich unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,7 %), die kombinierte Personenbeförderung (+5,9 %) und die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,8 %). Auch Wasserversorgung und andere Dienstleistungen an der Wohnung (+3,3 %) sowie Gaststättendienstleistungen (+3,0 %) waren im Mai 2026 deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt blieben im Mai 2026 die Nettokaltmieten mit +1,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen blieben im Vorjahresvergleich unverändert (+0,0 %).

Preise insgesamt sanken gegenüber dem Vormonat um 0,2 %, Energie um 3,6 %

Gegenüber April 2026 sank der Verbraucherpreisindex insgesamt im Mai 2026 um 0,2 %. Die Energiepreise sanken binnen Monatsfrist um 3,6 %, hauptsächlich aufgrund des Preisrückgangs bei Kraftstoffen (-7,2 %, darunter Dieselkraftstoff: -11,9 %), der auch auf die Einführung des Tankrabatts zu Beginn des Monats zurückzuführen sein dürfte. Nach den deutlichen Preisanstiegen im März und April 2026 war auch leichtes Heizöl (-7,3 %) deutlich günstiger als noch im Vormonat. Zudem sanken die Nahrungsmittelpreise insgesamt um -0,9 %, wobei Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem von niedrigeren Preisen für frisches Gemüse (-9,3 %) und Butter (-3,1 %) profitieren konnten. Teurer wurden hingegen beispielsweise Pauschalreisen (+6,3 %).

Methodische Hinweise:

Neben dem nationalen Verbraucherpreisindex (VPI) wird insbesondere zu Vergleichszwecken im Euroraum der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet. Der HVPI ist das zentrale Maß zur Quantifizierung von Preisstabilität im Rahmen der europäischen Geldpolitik und wird generell aus demselben Datenmaterial abgeleitet, welches auch dem nationalen VPI zugrunde liegt.

Der VPI und der HVPI unterscheiden sich neben der Verwendung auch im Erfassungsbereich, in der Methodik und der Gewichtung.

Seit Januar 2026 sind im HVPI erheblicheÄnderungen sowohl bei der Methodik als auch bei der verwendeten Klassifikation umgesetzt. Zudem wird der HVPI mit dem Ergebnis seit dem Berichtsmonat Januar 2026 auf der Indexbasis 2025 = 100 ausgewiesen. Aktuelle Informationen zu den Änderungen beim HVPI bietet ein Webartikel auf der Themenseite"Harmonisierter Verbraucherpreisindex"im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Darüber hinaus sind dort Erläuterungen und ein Methodenpapier verfügbar.

Weitere Informationen:

Detaillierte Ergebnisse sindüber die Tabellen Verbraucherpreisindex (61111-0004) und (61111-0006) sowie Harmonisierter Verbraucherpreisindex (61121-0002) und (61121-0006) in der Datenbank GENESIS-Online abrufbar. Die Tabellen 61111-0006 und 61121-0006 enthalten unter den Sonderpositionen VPI- und HVPI-Ergebnisse, die zur Messung der sogenannten"Kerninflation"verwendet werden.

Für die Inflation in der Eurozone wurden von der europäischen Statistikbehörde Eurostat vorläufige Ergebnisse für Mai 2026 veröffentlicht (verfügbar im Eurostat-Internetangebot unter News>Euro indicators).

Die Ergebnisse zum VPI sind auch im"Dashboard Konjunktur"(www.dashboard-konjunktur.de) verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochaktuelle Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen bietet die Sonderseite www.destatis.de/nahost im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Sie enthält unter anderem Informationen zur Energieversorgung und Entwicklung der Energiepreise, zum Flug- und Seeverkehr sowie zum Außenhandel mit der Region.

Mit dem persönlichen Inflationsrechner des Statistischen Bundesamtes können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre monatlichen Konsumausgaben für einzelne Güterbereiche entsprechend des eigenen Verbrauchsverhaltens anpassen und eine persönliche Inflationsrate berechnen. Darüber hinausbietet das Preis-Kaleidoskop einenÜberblick über die Preisentwicklung und die Gewichte verschiedener Güter.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Verbraucherpreise
Telefon: +49 611 75 4777
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


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Datum: 12.06.2026 - 08:00 Uhr
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