Früher Start in die Waldbrandsaison: Warum wir den Wald zukünftig besser schützen müssen

(ots) - Anfang Mai kam es auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg zu einem Waldbrand. Betroffen war eine Fläche von mehr als 110 Hektar - ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) sieht daher zukünftig mehr Handlungsbedarf. Vor allem die Aufklärungs- und Bildungsarbeit sollte im Hinblick auf die überwiegend menschenverursachten Brände weiter vorangetrieben werden.
Die seit 1977 erhobene Waldbrandstatistik macht deutlich, dass vor allem in besonders trockenen und heißen Jahren eine erhöhtes Waldbrandrisiko besteht. Obwohl die meisten Brände in Deutschland normalerweise im späten Frühjahr und Sommer auftreten, beginnt die Waldbrandsaison aufgrund zunehmender Trockenperioden immer früher und dauert tendenziell auch länger an.
"Auch im Frühling 2026 gab es in vielen Regionen Deutschlands wieder zu wenig Regen", sagt SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser."Besonders der Norden und Nordosten sind betroffen. Dabei können wir auf unterschiedlichen Ebenen solchen großen Bränden entgegenwirken. Mit einem beschleunigten Waldumbau und einer zielgerichteten Wiederbewaldung passen wir unseren Wald besser an den Klimawandel an. Auf diese Weise fördern wir nicht nur den Klimaschutz und die Biodiversität,sondern auch die Resilienz gegenüber Bränden. Dafür braucht es in Zukunft mehr Forschung, mehr finanzielle Unterstützung und vor allem mehr politische Überzeugung."
Waldbrände schaden dem Klima mehrfach
- Treibhausgas-Emissionen: Durch das Verbrennen von Holz und Bodenstreu werden große Mengen Kohlenstoff als CO2 freigesetzt. Zudem entstehen Methan und Rußpartikel, die kurzfristig besonders klimawirksam sind.
- Verlust von CO2-Senken: Von Waldbränden betroffene Wälder können weniger CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und so ihre Funktion als natürliche Klimaschützer verlieren.
- Albedo-Effekt: Dunkle Brandflächen haben ein geringeres Rückstrahlvermögen und absorbieren mehr Sonnenenergie. Dadurch wird die Temperatur lokal deutlich erhöht.
- Rückkopplung mit dem Klimawandel: Alle oben beschriebenen Effekte verstärken die Erderwärmung, wodurch wiederum das Waldbrandrisiko erhöht wird - es entsteht eine selbstverstärkende Rückkopplung.
Warum wir unseren Wald schützen müssen
Auch wenn es Regionen gibt, in denen natürliche Waldbrände für das Ökosystem eine wichtige Rolle spielen - zum Beispiel in den USA, in Südeuropa und Australien - wirken sich Waldbrände im gemäßigten Klima Deutschlands meistens negativ aus. Neben den Auswirkungen auf das globale Klima bringen Waldbrände vor allemnegative Folgen für das Ökosystem und das Leben vor Ort mit sich. Lebensräume werden längerfristig zerstört, zahlreiche Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere fallen den Flammen zum Opfer. Aber auch Eigentum wird gefährdet oder zerstört. Durch die nötigen Löscharbeiten entstehen zum Teil hohe Kosten und Risiken für die Einsatzkräfte. Das Thema Waldbrand und der Schutz unserer Wälder wird daher in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Fragen und Antworten dazu finden Sie in unserem FAQ (https://www.sdw.de/ueber-den-wald/gefahren-fuer-den-wald/waldbrand/).
Forderungen der SDW zur Waldbrandbekämpfung
- Die bundesweite Sensibilisierung zum Thema Waldbrand als wirksame Prävention gegen die hauptsächlich menschenverursachten Brände.
- Weiterer und schnellerer Umbau der Wälder in artenreiche Mischwälder unter Berücksichtigung der Waldbrandprävention, da vor allem reine Nadelwälder anfällig für Brände sind.
- Einen Ausbau der Waldforschung in Deutschland. Die Klimaanpassung unserer Wälder benötigt fundierte Daten und wissenschaftliche Analysen für die Erarbeitung von zukunftsfähigen Konzepten.
- Die langfristige Stärkung des Wasserhaushaltes in den Wäldern, um trockenen Böden entgegenzuwirken. Oberflächenwasser darf nicht mehr aus dem Wald geleitet werden, sondern sollte im Waldboden versickern.
- Die Anlage von Löschteichen beziehungsweise Wasserreservoirs in Risikogebieten.
- Eine Förderung der Kapazitäten und der Zusammenarbeit zwischen Forst und Feuerwehr, auch auf internationaler Ebene in Kooperation mit erfahrenen Ländern.
- Eine flächendeckende Waldbrandüberwachung auf dem gesamten Bundesgebiet und die Entwicklung von optischen sowie KI-gestützten Frühwarnsystemen. Drohnen können zur Identifizierung von Brandnestern genutzt werden.
- Die Implementierung von TÜV-Regularien und - darauf aufbauend - die intensive Prüfung des Brandschutzes von Windkraftanlagen im Wald.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15 Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels spielt auch das Thema Waldbrand in der Verbandsarbeit eine immer wichtigereRolle.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
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Datum: 02.06.2026 - 13:15 Uhr
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