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Zukunft der Wirtschaft ist zirkulär / DBU fordert Forcierung einer umfassenden Kreislaufwirtschaft

ID: 2254760

(ots) - Die Anstrengungen in Deutschland für eine umfassende Kreislaufwirtschaft müssen forciert werden. Das fordert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Blick auf den für morgen (Mittwoch) erwarteten Beschluss der Bundesregierung zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) (https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreislaufwirtschaftsstrategie). Die DBU leistet bereits für eine solche Circular Economy (CE) mit Dutzenden geförderten Projekten vom zirkulären Bauen über Umweltbildung bis hin zu Wiederverwendung sowie Textil- und Kunststoff-Recycling Impulse für die mittelständische Wirtschaft sowie Startups. Darunter passend zur laufenden Pflanzsaison: die Euro Plant Tray GmbH mit einem Mehrwegsystem für den Transport von Topfpflanzen. Bisher dominieren jährlich bis zu 700 Millionen Kunststoff-Einwegträger den europäischen Markt, die nach nur einmaligem Gebrauch im Abfall landen. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde:"Wir brauchen eine Abkehr von der Ex-und-Hopp-Mentalität. Die Zukunft der Wirtschaft ist zirkulär."

Europaweit bis zu 700 Millionen Einweg-Plastik-Trays - und zig-Tausende Tonnen Abfall

Die Saison für Garten- und Balkonpflanzen boomt bei sommerlicher Hitze - mit jedes Jahr zu beobachtenden Nebenwirkungen, ausgelöst durch den fast vollständig durch Kunststoff-Einwegträger bewältigten Transport der Topfpflanzen vom Produzenten über Zwischenhändler zum Verkaufspunkt. Sind Dahlien, Geranien, Petunien, Weihrauch, Lavendel und Basilikum erst einmal vom Gewächshaus ins Gartencenter gelangt, haben die Einwegträger (Englisch: Tray) ihren Dienst getan und werden umgehend entsorgt. Mit Folgen für die Umwelt: Die jährlich europaweit verwendeten bis zu 700 Millionen Einmal-Plastik-Trays, darunter deutschlandweit rund 150 Millionen Kunststoff-Exemplare, verursachen nach Schätzungen etwa 75.000 Tonnen Plastikmüll und"bedeuten eine erhebliche Verschwendung kostbarer Ressourcen", so Bonde.




Mehrweg-Tray-System ist mit rückverfolgbaren RFID-Chips ausgestattet

Die Euro Plant Tray GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Monheim, eine hundertprozentige Tochter der gleichnamigen Genossenschaft mit 33 Mitgliedern aus sechs Ländern, will dieses Wegwerf-Muster stoppen und hat deshalb ein mit rückverfolgbaren RFID-Chips (https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Standards-und-Zertifizierung/RFID/rfid_node.html) ausgestattetes Mehrweg-Tray-System mit Topfpflanzen-Trägern auf Basis von Rezyklaten entwickelt, also recycelten Kunststoffen. Die Ziele: durch das Pfandsystem Ressourcen schonen, Abfälle vermeiden, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase (https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/treibhausgas-emissionen/die-treibhausgase) (THG) wie Kohlendioxid (CO2) minimieren. Die ersten Schritte sind laut Euro Plant Tray-Geschäftsführer Dirk Bansemer gemacht. Nach seinen Worten sollen bis 2027 bis zu zehn Mehrweg-Varianten entwickelt sein, um verschiedene Topfgrößen transportieren zu können - keine leichte Aufgabe angesichts der derzeit kursierenden"rund 250 verschiedenen Einwegtrays", so Bansemer. Aktuell seien bereits etwa zwei Millionen Mehrweg-Trays in verschiedenen Ländern im Umlauf, darunter neben Deutschland in den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Tschechien und Rumänien."Zu 97 Prozent"(Bansemer) rotieren die Mehrweg-Trays zwischen den Akteuren der Lieferkette."In Einzelfällen können auch Verbraucher gegen Pfand den Mehrwegträger mit nach Hause nehmen", so der Geschäftsführer. 20 Jahre Haltbarkeit, Nutzung für etwa 200 Umläufe, bisher 35 Prozent Rezyklate-Anteil und nach Ende der Nutzungsdauer ein Recycling: Das sind laut Bansemer die Vorteile des Mehrweg-Systems. Produziert werden die Trays an drei Standorten, zwei in Deutschland, einer in Österreich.

Bonde: Circular Economy künftig unverzichtbares Asset für Ökologie und Ökonomie

Der Ansatz von Euro Plant Tray - und Grund für die DBU-Förderung - lässt sich nach den Worten des DBU-Generalsekretärs auf andere Wirtschaftssektoren übertragen. Bonde:"Circular Economy ist künftig unverzichtbares Asset für Ökologie und Ökonomie. Die umfassende Kreislaufwirtschaft (https://www.prognos.com/de/projekt/statusbericht-kreislaufwirtschaft-2026) wird zum Vermögenswert für die Betriebsbilanz und zahlt zugleich auf die Umwelt ein."Deshalb begrüße er die nun von der Bundesregierung vorangetriebene Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie. Bonde weiter:"Und das ist zugleich die Motivation der DBU, der Circular Economy in einem breiten Förder-Portfolio Schwung zu verleihen."Kurzum: weg vom linearen Geschäftsmuster des"take-make-waste"- also Abbau, Nutzung und Abfall von Rohstoffen - mit dem Ziel, innovationsorientierte Umweltpolitik mit strategischer Unternehmens- und Industriepolitik zu verbinden. Laut einer 2024 vom damaligen Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Studie lassen sich pro Jahr durch CE rund 80 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Der Industrieverband BDI prognostiziert mittels Circular Economy bis 2030 eine jährliche Steigerung der Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft um zwölf Milliarden Euro. Die NKWS könnte nun zusätzliche Akzente bei Themen wie Onlinehandel, digitalem Produktpass oder CE-Investitionsförderungen setzen.

Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert große Bandbreite an Kreislaufwirtschafts-Projekten

Seit Jahren setzt die DBU eine große Bandbreite an CE-Projekten (https://www.dbu.de/themen/foerderinitiativen/circular-economy/) um und verhilft mittelständischen Betrieben ebenso wie Startups mit Projektförderung zur Umsetzung"großartiger Ideen"(Bonde). Dazu zählen etwa die Sammlung und Nutzung von gebrauchtem Speiseöl (https://www.dbu.de/projektdatenbank/34352-01/) für die Biokraftstoff-Produktion und diverse Textil-Projekte: eine textile Mikrofabrik für Kreislauf-Strategien im Bereich Strickwaren, eine vollautomatische Textilsortierung mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) zur Reduzierung des Rohstoffeinsatzes und industrielles Upcycling durch Förderung der Firma Moot (https://www.dbu.de/projektdatenbank/38230-01/) (made out of trash, Deutsch: aus Abfall produziert). Der Moot-Kniff: Intakte textile Flächen werden nicht fürein Recycling zerlegt. Stattdessen werden sie direkt zu neuen Produkten. Bonde:"So vermeidet man klassisches, oft ressourcenintensives Recycling, bei dem Fasermischungen zuvor mechanisch oder chemisch getrennt werden müssen."

Besonderer Förderschwerpunkt: Circular Economy in Schülerlaboren

Neben Textilien bietet der Baubereich aus DBU-Sicht enormes CE-Potenzial, etwa durch Holz-Lehm-Hybriddecken (https://buo.de/bau/forschung/hlcb/), Fundamenten aus zersägten Betonplatten oder Wiederverwendung von Stahlbetonteilen (https://www.dbu.de/projektdatenbank/39080-01/). Ein besonderer CE-Förderschwerpunkt der DBU wendet sich an junge Menschen: Circular Economy in Schülerlaboren umfasst acht Projekte mit einem Fördervolumen von fast 900.000 Euro. Dazu Bonde:"Damit Wirtschaft in Zukunft zirkulär denkt und handelt, braucht die junge Generation das nötige Know-how."

Pressekontakt:

Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -

Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
0541|9633-521
0171|3812888
presse(at)dbu.de
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Datum: 02.06.2026 - 08:13 Uhr
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