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Achtung Versichertenverunsicherung! Krankenkassen sprechen von Explosion der Arzneimittelpreise - die eigenen Daten zeigen das Gegenteil

ID: 2254258

(ots) - Debatteüber Arzneimittelpreise braucht mehr Sachlichkeit

Die Diskussionüber angeblich explodierende Arzneimittelpreise braucht mehr Sachlichkeit. Darauf weist Pharma Deutschland mit Blick auf den aktuellen GKV-Arzneimittelindex des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hin, der für den Gesamtmarkt bis April 2026 keine Preisexplosion, sondern leicht sinkendeArzneimittelpreise ausweist.

Während Krankenkassen in der aktuellen politischen Debatte um das GKV-Spargesetz immer neue Eingriffe in den Arzneimittelmarkt fordern und steigende Preise zum zentralen Problem erklären, zeigen ihre eigenen Datengrundlagen ein deutlich differenzierteres Bild. Selbst in dem Bereich patentgeschützter Arzneimittel, der besonders häufig als Beleg für eine aus dem Ruder laufende Entwicklung herangezogen wird, lässt sich aus dem Preisindex kein pauschales Explosionsnarrativ ableiten.

"Die Krankenkassen müssen aufpassen, dass ihnen ihre widersprüchliche Kommunikation nicht um die Ohren fliegt", sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland."Mit ihrer Kommunikation verspielen die Krankenkassen systematisch Vertrauen und beschädigen die Grundlage für einen gesundheitspolitischen Diskurs mit allen Beteiligten. Wer dem Alarmismus gegenüber den eigenen Analysen den Vorzug gibt, verunsichert die eigenen Versicherten."

Hinzu kommt, dass in der Debatte regelmäßig mit Kosten einzelner neuer Hochpreisarzneimittel argumentiert wird. Solche Beispiele sind rechnerisch korrekt, sie taugen aber nicht dazu, die Preisentwicklung des gesamten Marktes zu beschreiben, weil sie seltene Extremfälle stark übergewichten und dadurch ein verzerrtes Bild erzeugen.

"Mit Einzelfällen und ungewichteten Werten lässt sich schnell ein Schreckensbild zeichnen", so Brakmann."Aber aus wenigen Fällen wird noch keine allgemeine Preisexplosion."

Pharma Deutschland warnt deshalb davor, auf dieser Grundlage weitere Spargesetze zu legitimieren. Wenn das GKV-Spargesetz den Zugang zu Therapien zusätzlich erschwert, droht am Ende eine Behandlung nach Kassenlage statt nach medizinischem Bedarf. Der Verband fordert eine faktenbasierte Debatte über Arzneimittelpreise, Arzneimittelausgaben und demografische Entwicklung. Wer tragfähige Entscheidungen treffen will, muss zwischen Preisentwicklung, Ausgabenanstieg, Strukturveränderungen und gezielter Versorgung schwerkranker Menschen unterscheiden - statt alles in ein populäres Explosionsnarrativ zu pressen.





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