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Methanberichte der 800 deutschenÖl- und Gasunternehmen analysiert: Deutsche Umwelthilfe deckt massive Verstöße gegen Methanverordnung auf

ID: 2248702

(ots) -
- DeutscheÖl- und Gasinfrastrukturbetreiber kommen der Berichtspflicht über ihre Methan-Emissionen nicht nach: Etwa ein Drittel der vorgeschriebenen Berichte fehlt für 2024 und 2025 komplett, andere sind unvollständig oder fehlerhaft
- Vollzugsdefizit: In 10 Bundesländern sind Kontroll-Behörden trotz gesetzlicher Vorgabe seit einem Jahr nicht benannt und Strafen für Verstöße warten auf Umsetzung
- DUH fordert die Industrie auf, Transparenzüber die Menge des entweichenden Methans herzustellen

Ein Großteil der mehr als 800 Betreiber von Öl- und Gasinfrastruktur in Deutschland verletzt seine Berichtspflichten über Methan-Emissionen. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter allen Betreibern für die Jahre 2024 und 2025. Laut EU-Methanverordnung sind Betreiber beispielsweise von LNG-Terminals, Gasspeichern oder Gasnetzen zur Offenlegung der Emissionen an ihren Anlagen verpflichtet. Die DUH-Analyse zeigt, dass die Berichte der Betreiber überwiegend unvollständig, fehlerhaft und intransparent sind. Die DUH fordert die Konzerne auf, der Pflicht nachzukommen, ihre hoch klimaschädlichen Methan-Emissionen nachvollziehbar offenzulegen. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat Behörden und Betreiber informiert und prüft nun rechtliche Schritte, um besonders eklatante Verstöße zu ahnden.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Ohne fachgerechte Messung und Dokumentation bleibt unklar, wie viel Methan in die Atmosphäre entweicht und dort das Klima aufheizt, anstatt Haushalten und Industrie zur Verfügung zu stehen. Unsere Auswertung zeigt eine Arbeitsverweigerung großer Teile der berichtspflichtigen Unternehmen. Dass die Betreiber damit durchkommen, liegt an fehlenden Sanktionen und fehlender behördlicher Kontrolle. In 10 von 16 Bundesländern gibt es noch immer keine zuständige Behörde - obwohl diese schon seit über einem Jahr hätten benannt sein müssen. Wir fordern die deutsche Öl- und Gasindustrie auf, sofort ihrer Verantwortung für Transparenz nachzukommen und fehlende Berichte umgehend nachzuliefern. Die Landesregierungen müssen so schnell wie möglich zuständige Behörden benennen, um Verstöße endlich ahnden zu können."





Für das Jahr 2024 hat etwa ein Drittel der 800 Unternehmen, davon über 200 Gasnetzbetreiber, zwei LNG-Terminals, 12 Gasspeicher und zwei Öl- und Gasproduzenten, überhaupt keinen Bericht abgegeben. Dagegen erfüllen selbst kleine Stadtwerke ihre Berichtspflicht. Das zeigt, wie einfach umsetzbar die Verordnung ist und wie große Konzerne gezielt Transparenz verweigern. Die Gesamtbilanz verbessert sich für das Berichtsjahr 2025 kaum, obwohl seitdem eigene Messungen Vorschrift sind: Nur 7 Unternehmen dokumentieren, tatsächlich an der eigenen Infrastruktur gemessen zu haben. Für 2025 hat außerdem kein einziges deutsches LNG-Terminal einen Bericht eingereicht.

Hintergrund:

Methan ist ein Treibhausgas, das mehr als 80-mal klimaschädlicher als CO2 wirkt und etwa ein Drittel der bisherigen Erderwärmung verursacht hat. Rund 40 Prozent der Methan-Emissionen stammen aus dem fossilen Energiesektor, weil dort bei der Förderung und dem Transport von Kohle, Öl und Gas große Mengen Methan entweichen. Entgegen jahrelangvorgetragener Versprechen der Industrie steigen diese Emissionen weiterhin an, werden in der offiziellen Berichterstattung der Unternehmen aber unterschätzt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sind die tatsächlichen Methan-Emissionen der fossilen Unternehmen weiterhin 80 Prozent höher als offiziell berichtet.

Link:

Die vollständige Analyse finden Sie hier: https://l.duh.de/p260504c

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


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Datum: 04.05.2026 - 11:00 Uhr
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