Continental verabschiedet Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzle

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Wolfgang Reitzle legt nach 16 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender von Continental sein Amt mit Abschluss der diesjährigen Hauptversammlung nieder
Wolfgang Reitzle:„Was vor 16 Jahren noch ein Vorteil war – Größe und Diversifikation –, das ist inzwischen ein Nachteil. Flexible Schnellboote statt schwerfälliger Tanker: Genau darauf hat sich auch Continental in den zurückliegenden Jahren vorbereitet“
Continental wird reiner Reifenhersteller mit globaler Aufstellung
Christian Kötz, CEO: „Wir wissen, was uns im Wettbewerb stark macht: der Kontakt zwischen Reifen und Straße. Und der Kontakt zu den Menschen, zu unseren Kunden, zu unseren Teams“
Sabrina Soussan, designierte Aufsichtsratsvorsitzende:„Ich werde auf dem Erreichten aufbauen und Continental auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft begleiten. Ich strebe eine Aufsicht an, die hinterfragt und begleitet, die kontrolliert und verbindet und die nah am Geschäft ist, ohne Distanz zu verlieren“
Continental hat heute im Rahmen ihrer Hauptversammlung in Hannover den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzle verabschiedet. Reitzle legt sein Amt wie angekündigt nach 16 Jahren an der Spitze des Aufsichtsrats nieder. „Sie haben das Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender geprägt – mit Bestimmtheit und Weitblick. Das erfordert nicht nurden Willen zu gestalten, es erfordert auch Mut. Und dafür gebührt Ihnen Dank und Respekt“, betonte die designierte Aufsichtsratsvorsitzende Sabrina Soussan. Auch der Continental-Vorstandsvorsitzende Christian Kötz würdigte Reitzles Verdienste: „Ohne Ihren großen persönlichen Einsatz wäre Continental nicht da, wo wir heute stehen. Sie haben uns an die Schwelle eines neuen, erfolgreichen Kapitels geführt. Sie haben entscheidende Impulse gegeben: für die klare Ausrichtung unserer Bereiche, für ihre Eigenständigkeit.“ Zugleich betonte er: „Aufeinen vertrauensvollen Austausch mit Sabrina Soussan und auf die gemeinsamen nächsten Schritte freue ich mich ausdrücklich.“
Flexible Schnellboote statt schwerfälliger Tanker
In seiner Rede an die Aktionärinnen und Aktionäre stellte Reitzle die Transformation von Continental vom diversifizierten Konzern zum fokussierten Spezialisten ins Zentrum seiner Bilanz. Was vor 16 Jahren noch ein Vorteil gewesen sei – „Größe und Diversifikation“ –, sei in der heutigen Automobilindustrie zum Nachteil geworden: „Konglomerate haben in diesem Umfeld keine Chance mehr.“
Gefragt seien stattdessen„flexible Schnellboote statt schwerfälliger Tanker“, hochspezialisierte Unternehmen, die mit Tempo, Innovationskraft und Leistungsorientierung als Taktgeber ihrer Märkte agierten. Genau darauf habe sich Continental Schritt für Schritt vorbereitet.
Mit Aumovio sei aus der ehemaligen Automotivesparte„ein neuer, starker Player am Markt entstanden, der in allen wichtigen Zukunftsthemen erstklassig positioniert ist“. ContiTech werde seine Stärken im Industriegeschäft ausspielen, und Continental selbst werde als „Pure-Play“ im Reifengeschäft technologisch und wirtschaftlich optimal aufgestellt sein.
In Summe, so der Aufsichtsratsvorsitzende, würden diese neuen Spezialisten „für alle Stakeholder mehr Wert schaffen, als dies gemeinsam möglich gewesen wäre“ – auch für die Beschäftigten, die er in den fokussierten Nachfolgeunternehmen für die Zukunft besser abgesichert sehe als zuvor. Vor diesem Hintergrund zeigte er sich überzeugt, dass Continental seine über 150 Jahre bewiesene Resilienz auch in der größten Transformation der Branchengeschichte erneut unter Beweis stellen werde.
Seine designierte Nachfolgerin Sabrina Soussan bezeichnete Reitzle als„Wunschkandidatin für den Vorsitz des Aufsichtsrats“. Sie bringe über 25 Jahre Erfahrung in der Automobil- und Transportbranche mit und verfüge über außergewöhnliche Expertise.
Designierte Aufsichtsratsvorsitzende: Sabrina Soussan
Soussan, die in Frankreich geboren wurde und vor vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, kann auf eine internationale Karriere unter anderem bei Renault, Siemens, Continental und Suez zurückblicken. In den vergangenen Monaten besuchte sie zahlreiche Standorte und Werke weltweit, darunter in Deutschland, China, Portugal und den USA. „Überall haben mich die Technologien begeistert – die Qualität und die Innovationskraft. Beeindruckt haben mich vor allem die Menschen, die Leidenschaft der Teams und der gemeinsame Continental-Spirit“, sagte Soussan anlässlich ihrer Rede auf der Hauptversammlung.
Ihre Rolle als künftige Aufsichtsratsvorsitzende beschrieb sie so: „Ich werde auf dem Erreichten aufbauen und Continental auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft begleiten – mit Unternehmergeist, mit viel Dialog und mit einem klaren Blick darauf, wo Continental mittel- und langfristig stehen kann.“ Ein starker Aufsichtsrat sei ein wichtiger Partner für unternehmerischen Erfolg: „Ich strebe eine Aufsicht an, die hinterfragt und begleitet, die kontrolliert und verbindet und die nah am Geschäft ist ohne Distanz zu verlieren.“
Soussan unterstrich, dass ihr die Mitbestimmung besonders wichtig sei. Ebenso liege ihr die Weiterentwicklung von Menschen am Herzen, so dass diese ihr Potenzial entfalten und die richtigen Persönlichkeiten an den richtigen Stellen wirken können. „Das ist ein wesentlicher Teil moderner Aufsichtsratsarbeit.“
CEO-Rede:„Unsere Stärke liegt in der richtigen Mischung – wie bei der Reifenherstellung“
Im Mittelpunkt der Rede des Vorstandsvorsitzenden Christian Kötz stand die Erfolgsformel, mit der sich das Unternehmen im Wettbewerb behaupten wird. Kötz beschrieb die Erfolgsformel als spezifische „Continental-Rezeptur“ mit vier Zutaten: Toptechnologie in den Produkten, State-of-the-Art-Fertigung, effizienter Distribution sowie einer starkenMarke, getragen von einem starken Team. „Unsere Stärke liegt in der richtigen Mischung – wie bei der Reifenherstellung“, sagte Kötz.
Toptechnologie zeigt sich vor allem an den Ultra-High-Performance-Reifen ab 18 Zoll, die vor allem bei SUVs und Elektromodellen zum Einsatz kommen. 2025 machten sie 62 Prozent des Umsatzes mit Pkw-Reifen der Marke Continental aus. Für die kommenden Jahre rechnet Continental mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von rund 8 Prozent jährlich. Ein Beispiel ist der mehrfach ausgezeichnete SportContact 7.
Herzstück der hocheffizienten Fertigung sind die acht Megafabriken, etwa in Hefei (China), Lousado (Portugal) oder Mount Vernon (USA). Rund 80 Prozent des Produktionsvolumens entstehen in diesen Werken. Insgesamt fertigt Continental in 19 Reifenwerken weltweit jährlich mehr als 14.000 verschiedene Artikel.
Eine leistungsfähige Distribution ist möglich – dank der eigenen, teilweise voll automatisierten Verteil- und Lagerzentren sowie des engmaschigen Logistiknetzes. Wer in Europa bestellt, erhält seinen Continental-Reifen in über 90 Prozent der Fälle bereits am nächsten Tag.
Die besondere Stärke von Continental liegt auch in der starken Marke, getragen von einem starken Team. Im vergangenen Jahr landeten Continental-Produkte 65-mal unter den Top 3 bei Reifentests. In Deutschland wurde Continental jüngst als „beste Reifen-Marke“ ausgezeichnet.
Positiver Blick in die Zukunft
Kötz richtete in seiner Rede den Blick vor allem nach vorn: „Wir schauen positiv in die Zukunft, auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd bleiben. Weil wir wissen, was uns im Wettbewerb stark macht: der Kontakt zwischen Reifen und Straße. Und der Kontakt zu den Menschen, zu unseren Kunden, zu unseren Teams. Und zu Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären.“
Tiefgreifender Wandel in 150 Jahren Unternehmensgeschichte
Kötz beschrieb die aktuelle Phase als die umfassendste Veränderung des Unternehmens seit über 150 Jahren. Bereits 2021 hatte Continental die Antriebssparte Powertrain als Vitesco Technologies ausgegliedert. Im September 2025 folgte der Spin-off des Unternehmensbereichs Automotive unter dem Namen Aumovio. Im Februar dieses Jahres veräußerte Continental zudem das Geschäft mit Schlauchleitungen und gummibasierten Lagerelementen für die Automobilindustrie (OESL). Für den Unternehmensbereich ContiTech laufen derzeit intensive Verhandlungen mit potenziellen Käufern.
Mit Blick auf geopolitische Verschiebungen, Handelskonflikte und angespannte Lieferketten verwies Kötz darauf, dass sich große, breit aufgestellte Konzerne heute immer schwerer täten. Die Welt verändere sich in einem neuen Tempo. Nur Unternehmen mit klarem Fokus könnten dieses Tempo mitgehen – Unternehmen, die schnell entschieden und effizient arbeiteten.
„Fokussieren, Formulieren und Festigen – das ist das Prinzip der Reifenproduktion. Und dieses Prinzip hat uns auch bei der Neuaufstellung Ihrer Continental geleitet“, sagte Kötz, der vor vier Monaten das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernommen hat. „Wir fokussieren uns jetzt auf ein echtes Hochleistungsprodukt mit klar definiertem Profil: ein Unternehmen mit Tradition, das künftig neue Wege geht.“
Continental: Reifenhersteller mit globaler Aufstellung
Aus dem Unternehmensbereich Tires entsteht ein Reifenunternehmen mit rund 55.000 Beschäftigten und weltweit 16 Standorten für Forschung und Entwicklung. 2025 erzielte Continental rund 50 Prozent ihres Reifenumsatzes in Europa, 33 Prozent in Nord- und Südamerika sowie 14 Prozent in Asien.
Fortschritte bei Nachhaltigkeit
Bei der Nachhaltigkeit verzeichnete Continental im vergangenen Jahr wichtige Fortschritte. Seit Anfang des Jahres verzichtet das Unternehmen weltweit an allen Reifen-Produktionsstandorten auf Kohle undÖl als Energiequelle für die Wärmeerzeugung. Die Intensität von Treibhausgas bei der Reifenproduktion senkte Continental 2025 um mehr als 10 Prozent. Der Anteil erneuerbarer und recycelter Materialien stieg von 26 auf 28 Prozent. Bis 2030 strebt das Unternehmen mindestens 40 Prozent an.
Hier finden Sie alle Informationen zur Hauptversammlung 2026.
Continental entwickelt und produziert als ein führender Reifenhersteller und Industriespezialist nachhaltige, sichere und komfortable Lösungen unter anderem für Automobilhersteller sowie Industrie- und Endkunden weltweit. Das 1871 gegründete Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell rund 78.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 54 Ländern und Märkten.
Continental entwickelt und produziert als ein führender Reifenhersteller und Industriespezialist nachhaltige, sichere und komfortable Lösungen unter anderem für Automobilhersteller sowie Industrie- und Endkunden weltweit. Das 1871 gegründete Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell rund 78.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 54 Ländern und Märkten.
Datum: 30.04.2026 - 10:58 Uhr
Sprache: Deutsch
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Kategorie:
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