Zum 80. Jubiläum: Ein Jahr lang DEFA-Dienstag mit drei exklusiven MDR-Premieren

(ots) - Vor 80 Jahren wurde die DEFA gegründet. Der MDR würdigt dieses Jubiläum seit Jahresbeginn mit einem besonderen Programmangebot: dem DEFA-Dienstag. An jedem ersten Dienstag im Monat zeigt das MDR-Fernsehen einen ausgewählten DEFA-Spielfilm – darunter selten gezeigte Klassiker sowie drei Filme, die erstmals im MDR und ab dem 17. Mai in einem DEFA-Spezial in der ARD Mediathek zu sehen sind.
Am 17. Mai 1946 wurde die Deutsche Film-Aktiengesellschaft (DEFA) gegründet. Mit mehreren hundert Produktionen hat die traditionsreiche Filmgesellschaft der DDR das kulturelle Selbstverständnis vieler Menschen in Ostdeutschland geprägt und begeistert bis heute ein breites Publikum. Zahlreiche DEFA-Filme zählen längst zum festen Kanon der deutschen Filmgeschichte.
Im Rahmen des DEFA-Dienstags präsentiert der MDR ein Panorama aus fast vier Jahrzehnten Filmproduktion. Zu den besonderen Höhepunkten zählen drei MDR-Premieren (jeweils um 22.55 Uhr, MDR-Fernsehen):
„Dein unbekannter Bruder“ (5. Mai) – mit Uwe Kockisch und Michael Gwisdek in den Hauptrollen
„For Eyes Only – Streng geheim“ (7. Juli) – gilt als stilprägend für DEFA-Agentenfilme
„Der Traum vom Elch“ (1. Dezember) – mit Christian Steyer in einer Hauptrolle
Das Programm würdigt zugleich runde Geburtstage bedeutender DEFA-Schauspielerinnen und -Schauspieler wie Katrin Sass oder Christian Steyer sowie wichtige historische Ereignisse. Regie führten renommierte DEFA-Größen wie Konrad Wolf, Heiner Carow und Herrmann Zschoche.
Neben dem monatlichen DEFA-Dienstag zeigt das MDR-Fernsehen im Jubiläumsmonat auch im Sonntagskino (10.05 Uhr) ausschließlich DEFA-Produktionen. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche beliebte DEFA-Märchenfilme. Und natürlich darf dabei das Kultmärchen schlechthin nicht fehlen: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (14. Mai, 16.35 Uhr).
Am DEFA-Geburtstag, dem 17. Mai, stehen folgende Filme auf dem Programm: Um 10.05 Uhr läuft „Jungfer, Sie gefällt mir“ (1969), die DEFA-Adaption von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“. Um 16.20 Uhr folgt der Märchenklassiker „Das kalte Herz“ (1950) mit Erwin Geschonneck in der Rolle des Holländer-Michels. Um 22.00 Uhr zeigt das MDR-Fernsehen ein Porträt des Schauspielers Peter Sodann, der neben seiner Theaterarbeit seit den 1970er-Jahren auch für Film und Fernsehen tätig war. Im Anschluss daran folgt mit „Strawalde. Ein Leben in Bildern“ eine Werkschau des renommierten DDR-Filmemachers Jürgen Böttcher.
DEFA-Spezial ab 17. Mai in der ARD Mediathek
Ausgewählte DEFA-Filme stehen ab 17. Mai in einem eigenen DEFA-Schwerpunkt im MDR-Channel der ARD Mediathek zur Verfügung. Die Filme sind in der Regel 30 Tage nach der TV-Ausstrahlung abrufbar.
DEFA-Gäste im TV und Radio
In der„Riverboat“?Ausgabe am 8. Mai ist der Schauspieler Hermann Beyer zu Gast. Der 82?Jährige zählt zu den profiliertesten DDR?Schauspielern und setzte seine Karriere auch nach der Wende erfolgreich fort. Einem gesamtdeutschen Publikum ist er unter anderem durch seine Rolle in der Verfilmung von Juli Zehs Roman „Unter Leuten“ bekannt. Für sein künstlerisches Lebenswerk erhielt Beyer den Preis der DEFA?Stiftung. Der gebürtige Altenburger ist der jüngere Bruder des Regisseurs Frank Beyer („Spur der Steine“).
Bereits am Samstag, 2. Mai, ist Stefanie Eckert von der DEFA?Stiftung zu Gast bei MDR KULTUR. Ab 11.05 Uhr spricht sie mit Moderator Thomas Billeüber das Erbe der DEFA.
Die 1998 gegründete Stiftung bewahrt den rund 12.000 Produktionen umfassenden Filmstock und bereitet ihn digital für Kino? und Fernsehauswertungen auf. Im Jubiläumsjahr lädt die Stiftung zu einer bundesweiten Sonderaktion ein: Vom 14. bis 17. Mai können Kinos alle im Rahmen des Förderprogramms„Filmerbe“ digitalisierten DEFA?Produktionen ohne Leih? und Lizenzgebühren zeigen.
Programmübersicht zum DEFA-Dienstag ab Mai
5. Mai– „Dein unbekannter Bruder“ (1982)
Der Film von Ulrich Weiß war für die Filmfestspiele in Cannes nominiert, wurde jedoch vom SED-Politbüro gestrichen und aus den Kinos genommen. Uwe Kockisch und Michael Gwisdek spielen die Hauptrollen. Die Romanvorlage stammt von Willi Bredel, der am 2. Mai vor 125 Jahren geboren wurde.
2. Juni– „Glück im Hinterhaus“ (1980)
Dieter Mann wäre am 20. Juni 85 Jahre alt geworden. In Hermann Zschoches Drama brilliert er in der Hauptrolle eines Mannes in der Midlife-Crisis. Mit der Buchvorlage „Buridans Esel“ wurde Autor Günter de Bruyn in Ost und West bekannt. Es war die erste literarische Auseinandersetzung mit Verspießerung und Konsumideologie.
7. Juli– „For Eyes Only“ (1963)
Alfred Müller wurde am 4. Juli vor 100 Jahren geboren. Die Hauptrolle des Stasi-Agenten machte ihn zum Star. Der Thriller von János Veiczi gilt als stilprägender Beginn des DEFA-Agentenfilms.
4. August– „… und deine Liebe auch“ (1962)
Am 13. August jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. „… und deine Liebe auch“ ist der erste DEFA-Film über den Mauerbau. Regisseur Frank Vogel besetzte nur die Hauptrollen mit Schauspielern: Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thein und Kati Székely.
1. September– Für die Liebe noch zu mager? (1974)
Simone von Zglinicki, die am 3. September 75 Jahre alt wird,übernahm – noch als Schauspielschülerin – die Hauptrolle. Bernhard Stephans heiterer und unverkrampfter Spielfilm traf genau den Nerv der Jugend jener Zeit.
6. Oktober– „Bürgschaft für ein Jahr“ (1981)
Am 23. Oktober wird Katrin Sass 70 Jahre alt. Für ihre großartige Darstellung einer jungen Frau, die mit ihrer Mutterrolle überfordert ist, erhielt sie 1982 den Silbernen Bären. Herrmann Zschoche inszenierte diesen thematisch nach wie vor hochaktuellen Film ebenso eindringlich wie differenziert.
3. November–„ Verbotene Liebe“ (1989)
Am 16. November wird Gudrun Ritter 85 Jahre alt. 1990 erhielt sie für ihre Rolle der Lehrerin den Nebendarstellerpreis auf dem 6. und letzten Nationalen Spielfilmfestival der DDR. Regisseur Helmut Dziuba setzte sich in seinen Filmen immer wieder mit den Konflikten und Problemen junger Menschen in der DDR auseinander.
1. Dezember– „Der Traum vom Elch“ (1986)
Am 6. Dezember wird Christian Steyer, der die Rolle des Malers spielt, 80 Jahre alt. In dem nachdenklich stimmenden undüberraschend pessimistischen Film thematisiert Regisseur Siegfried Kühn die Beziehungs- und Sprachlosigkeit junger Menschen in den letzten Jahren der DDR.
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