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Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025 leicht gesunken

ID: 2247461

(ots) -
- Rund 106 000 Schwangerschaftsabbrüche (-0,7 % zum Vorjahr)
- Mifegyne® ist nun häufigste Abbruchmethode in Deutschland
- Im Zehnjahresvergleich deutlich weniger Schwangerschaftsabbrüche in jüngeren Altersgruppen und mehr Abbrüche bei Frauen ab 30 Jahren

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 106 000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gegenüber dem Vorjahr mit -0,7 % leicht verringert. Sie lag damit weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020, als die Zahl der gemeldeten Fälle stets zwischen rund99 000 und 101 000 gelegen hatte. Die Ursachen für die Entwicklung sind anhand der Daten nicht bewertbar. Insbesondere liegen keine Erkenntnisse über die persönlichen Entscheidungsgründe für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vor.

Sieben von zehn Frauen (69 %), die im Jahr 2025 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt und 20 % waren im Alter zwischen 35 und 39 Jahren. 9 % der Frauen waren 40 Jahre und älter, 3 % waren jünger als 18 Jahre. 44 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

96 % der im Jahr 2025 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der sogenannten Beratungsregelung vorgenommen. Indikationen aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.

2025 wurden erstmals die meisten Schwangerschaftsabbrüche (45 %) mit dem Medikament Mifegyne® durchgeführt, gefolgt von der Absaugmethode (Vakuumaspiration) mit 43 %, die bis 2024 am häufigsten angewandt wurde. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, davon rund 86 % in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren und 12 % ambulant im Krankenhaus.

Die meisten Abbrüche (80 %) erfolgten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen, 3 % wurden nach der 12. Schwangerschaftswoche oder später vorgenommen.





Zehnjahresvergleich: Weniger Abbrüche in jungen Altersgruppen

Im Vergleich zum Jahr 2015 (99 200 Fälle) lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025 um 6,5 % beziehungsweise 6 500 Fälle höher. Bei den Altersgruppen zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung: Rückläufig war die Zahl in den Altersgruppen 15 bis 17 Jahre (-6,1 % oder -200 Fälle) und 20 bis 24 Jahre(-4,4 % oder -900 Fälle). Dagegen stiegen die Abbrüche in den Altersgruppen 30 bis 34 Jahre (+8,5 % oder +1 900 Fälle), 35 bis 39 Jahre (+27,5 % oder +4 500 Fälle) und 40 bis 44 Jahre (+24,1 % oder +1 600 Fälle) deutlich.

Teilweise sind diese Entwicklungen auf demografische Faktoren zurückzuführen: Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der 15- bis 17-jährigen Frauen um 4,0 % und die der Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren um 4,9 %. Demgegenüber nahm die Zahl der 30- bis 34-jährigen Frauen um 2,4 %, die der Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren um 14,7 % und die der Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren um 6,6 % zu.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10 000 Frauen veränderte sich bei den 15- bis 17-jährigen Frauen (in beiden Jahren 25) und bei den 20- bis 24-Jährigen kaum (Anstieg von 92 auf 94). Bei den 30- bis 34-jährigen Frauen stieg diese Quote von 86 auf 92, bei den 35- bis 39-Jährigen von 67 auf 75 und bei den 40-bis 44-Jährigen von 26 auf 31.

Abbrüche tendenziell früher in der Schwangerschaft und häufiger mit Mifegyne® als vor zehn Jahren

Schwangerschaftsabbrüche erfolgten 2025 häufiger in früheren Schwangerschaftswochen als noch zehn Jahre zuvor. 49 % der Abbrüche wurden 2025 innerhalb der ersten sechs Wochen durchgeführt, 2015 waren es nur 36 %. Der Anteil der Abbrüche in der siebten bis elften Schwangerschaftswoche nahm im gleichenZeitraum von 61 % auf 48 % ab.

Schwangerschaftsabbrüche wurden immer häufiger mit dem Mittel Mifegyne® durchgeführt. Der Anteil stieg von 19 % im Jahr 2015 auf 45 % im Jahr 2025 (+28 800 Fälle). Demgegenüber sank der Anteil der Absaugmethode (Vakuumaspiration) deutlich von 64 % auf mittlerweile 43 % (-18 700 Fälle).

Methodische Hinweise:

Bei der Berechnung der Abbruchquote wurden Abbrüche von Frauen mit inländischem Wohnsitz berücksichtigt und der Berechnung für das Jahr 2025 Bevölkerungszahlen von 2024 zugrunde gelegt. Die Berechnung beruht auf Einwohnerzahlen der Bevölkerungsfortschreibung gemäß Zensus 2011, ab 2024 gemäß Zensus 2022.

Die Dauer der Schwangerschaft wird seit dem Jahr 2010 post conceptionem in vollendeten Wochen angegeben.

Weitere Informationen:

Detaillierte Informationen zu den Schwangerschaftsabbrüchen bieten die Tabellen zur Schwangerschaftsabbruchstatistik (23311) in der Datenbank GENESIS-Online, das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes unter www.gbe-bund.de sowie die Themenseite"Schwangerschaftsabbrüche"im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes. Dort gibt es auch eineÜbersicht über die Zahl der Meldestellen, also Kliniken und Arztpraxen, in denen grundsätzlich Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Schwangerschaftsabbrüche
Telefon: +49 611 75 8619
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


Original-Contentvon: Statistisches Bundesamt,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 28.04.2026 - 08:00 Uhr
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