PREMIERE!–Leopold Museum präsentiert erstmals die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank

(ots) - Die Ausstellung, die gestern bei großem Besucher*innenandrang feierlich eröffnet wurde, vereint Werke aus rund 100 Jahren österreichischer Kunstgeschichte
Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens präsentiert das Leopold Museum ab 24. April mit der Ausstellung
Premiere! Die Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank
erstmals diese hochkarätige Kunstsammlung. Die für die Schau ausgewählten Arbeiten – 114 Kunstwerke von 79 Künstler*innen von Oskar Kokoschka bis Greta Freist, von Joannis Avramidis bis Franz West, von Martha Jungwirth bis Heimo Zobernig – geben einen lebendigen Überblick über zentrale Aspekteaus rund einhundert Jahren heimischen Kunstschaffens.
„Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Leopold Museum feiern wir mit dieser Ausstellung einen wichtigen Partner, der dank seiner substanziellen finanziellen Unterstützung wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Stiftung Leopold 1994 ins Leben gerufen werden konnte. Das LeopoldMuseum präsentiert regelmäßig bedeutende Privatsammlungen und Corporate Collections, nicht zuletzt auch, um die außerordentliche Sammlungsleistung des Museumsgründers Rudolf Leopold zu würdigen. Was liegt also näher, als zum Jubiläum die Sammlung jenes Partners zu präsentieren, der sich in der Gründungsstunde der Stiftung so wesentlich engagiert hat.“
Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museum und Kurator der Ausstellung
Bislang wurden nur einzelne Exponate der Kunstsammlung der OeNB als langfristige Leihgaben in der Albertina und im Leopold Museum sowie als temporäre Leihgaben für Sonderausstellungen ausgestellt. Seit den späten 1980er-Jahren sammelt die OeNB gezielt österreichische Malerei und Skulptur von 1918 bis heute. Einen Schwerpunkt der rund 2.300 Werke umfassenden Sammlung bildet die Malerei der Zwischenkriegszeit. Einen weiteren, wichtigen Bereich stellt die gestische und geometrische Abstraktion nach 1945 dar. Die Ausstellung spannt analog zur Kollektion einen Bogen von postexpressionistischen und neusachlichen Positionen bis zu Ausformungen der Abstraktion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie in der Kunst der Gegenwart. Die Schau würdigt die langjährige enge Verbindung zwischen dem Leopold Museum und der Oesterreichischen Nationalbank und macht das Engagement der OeNB für Kunst und Kultur sichtbar. Die Werke der OeNB-Sammlung wurden im Lauf der Zeit zu integralen Elementen des Arbeitsumfelds fürdie Mitarbeiter*innen. Nur ein Bruchteil der Kunstsammlung wurde bisher öffentlich ausgestellt.
„Die OeNB-Sammlung ist ein lebendiger Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Sie prägt die visuelle Identität der Bank und schafft eine inspirierende Umgebung für Mitarbeiter*innen und Gäste. Doch ihr Wert geht weit über die Ästhetik hinaus: Die Kunstwerke fördern den Austausch unter Kolleg*innen, regen Diskussionen an und eröffnen neue Perspektiven. Sie erinnern uns daran, dass Wirtschaft und Kultur untrennbar miteinander verbunden sind. Die OeNB-Kunstsammlung ist ein Stück österreichischer Kulturgeschichte, das wir bewahren und weitergeben. Die aktuelle Schaubietet eine einzigartige Gelegenheit, die Vielfalt und Bedeutung unserer Sammlung einem breiten Publikum zu präsentieren.“
Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank
Ende der 1980er-Jahre entschied sich die OeNB für ein Konzept, das eine Sammlung „Österreichischer Maler der Zwischenkriegszeit“ vorsah. Der OeNB gelang es in den folgenden Jahren herausragende Werke der Kunst der Neuen Sachlichkeit zu erwerben, die in Österreich lange im Schatten des Jugendstils und des Expressionismus stand.1925, im Jahr der ersten großen Überblicksschau zur Neuen Sachlichkeit in Mannheim, wurde in Österreich der Schilling als neue Währung eingeführt. In den späten 1990er-Jahren, parallel zu den Vorbereitungen für die Einführung des Euro-Bargelds, rückte in der Sammeltätigkeit die zeitgenössische Kunst stärker in den Mittelpunkt.
„Neben dem Ziel, österreichisches Kulturgut im Land zu bewahren, war die Verpflichtung gegenüber der österreichischen Kunstproduktion einer der Beweggründe, österreichische Künstler*innen in den Fokus der Sammlung zu rücken. Auch gesellschaftliche Veränderungen spiegelnsich in der Sammlung wider: So wie die Bevölkerung Österreichs durch Einwanderung und durch Menschen, die temporär im Land leben, einem ständigen Wandel unterliegt, sammelt die OeNB heute auch Werke von Künstler*innen, die nicht in Österreich geboren wurden, aber hier leben und arbeiten.“
Chiara Galbusera, Kuratorin der Kunstsammlung der OeNB und Ko-Kuratorin der Ausstellung
Aspekte der Ausstellung
Die Schau startet mit dem Post-Expressionismus: Eine Generation von Künstler*innen etablierte nach dem Ersten Weltkrieg statt radikaler Introspektion und Selbstbefragung des Expressionismus eine gemäßigtere expressive Formensprache. Landschaften, Stillleben und Porträts rückten in den Mittelpunkt. Der anschließende Bereich der Schau ist den Werken der Neuen Sachlichkeit gewidmet. Mit scharfem und unsentimentalem Blick machten die Künstler*innen dieser Stilrichtung das Alltägliche und scheinbar Banale zum Bildthema. Porträts und Stillleben, Menschen und Gegenstände wurden mit nüchterner Distanz inszeniert. In Österreich dominierte – im Gegensatz zum präzisen, messerscharfen Blick der deutschen Ausformung – eine klassizistische Variante. Zahlreiche in der Ausstellung vertretene Künstler*innen mussten das Land 1938 aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung verlassen. Beispiele des Magischen Realismus,einer Sonderform der Neuen Sachlichkeit, mystisch-düstere Werke und Formen der Weltflucht sind ebenfalls ausgestellt.
Einen weiteren bedeutenden Aspekt der Sammlung bilden Werke der Kunst nach 1945 und der Gegenwartskunst. Die Abstraktion gehört zu den prägenden Strömungen der Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die abstrakte Formensprache bedeutete nicht zuletzt deswegen eine bewusste Abkehr von gegenständlichen Darstellungen, weil man nach Diktatur und Zerstörung nur mehr mit einer abstrakten Bildsprache dieser Menschheitskatastrophe künstlerisch begegnen konnte. Die Schau zeigt Entwicklungen und Facetten der abstrakten Kunstproduktion des späteren 20. Jahrhunderts und des 21. Jahrhundert in Österreich, u.a. aus dem Bereich des Informel sowie der Geometrischen Abstraktion.
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher zweisprachiger Katalog (DE/EN) erschienen.
Kurator*innen: Chiara Galbusera, Hans-Peter Wipplinger
Großer Besucher*innenandrang bei den Eröffnungsfeierlichkeiten
Anlässlich der Ausstellungseröffnung sprachen Josef Ostermayer (Vorstandsvorsitzender, Leopold Museum-Privatstiftung), Josef Meichenitsch (Direktor, OeNB), Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger, der zusammen mit Chiara Galbusera (OeNB) die Schau kuratiert hat. Für die musikalische Umrahmung auf Streichinstrumenten aus der Sammlung der OeNB sorgte das Simply Quartett mit dem 1. Satz aus Mozarts Jagdquartett.
Der Einladung zu den Eröffnungsfeierlichkeiten folgten rund 1.100 Personen, darunter zahlreiche Persönlichkeiten wie die Leopold Museum-Vorstände Sonja Hammerschmid, Saskia Leopold und Danielle Spera, Moritz Stipsicz (Kaufmännischer Direktor, Leopold Museum), seitens der OeNB Gouverneur Martin Kocher, Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger, Dir. Josef Meichenitsch, Silvia Hruška-Frank (Generalrat OenB, Dir.in AK-Wien), der ehemalige OeNB-Gouverneur Robert Holzmann, Herwig Romé (Leitung Geldmuseum OeNB), Manfred Matzinger-Leopold (VS-Dir. Münze Österreich); Lili Hollein (Generaldirektorin MAK), Christoph Thun-Hohenstein (ehem. MAK Gen.dir.), Cosima Rainer (Leiterin Kunstsammlung Angewandte), die Kurator*innen Elisabeth Dutz (Albertina), Abaseh Mirvali, Brigitte Neider-Olufs, Franz Smola (Belvedere) und Verena Gamper (Belvedere). Das Board des LM Circle of Patrons war vertreten durch Sabina Baumgartner-Parzer und Thomas Baumgartner sowie Arch. Hermann Eisenköck, der Salon Leopold durch die Komitee-Mitglieder Catharina Knobloch, Jakob Jelinek und Jürgen Pölzl. Zu Gast waren die in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen Franz Graf, Herbert Hinteregger, Franco Kappl, Soli Kiani, Michael Kienzer, Suse Krawagna, Ulrike Müller, Tobias Pils, Hubert Scheibl, Florian Schmidt, Esther Stocker, Walter Vopava und Heimo Zobernig, weiters die Künstler*innen Julia Avramidis, Claudia Schuhmann, Ingo Nussbaumer und Rudi Molacek. Ebenfalls dabei waren Peter Pakesch (Maria Lassnig Stiftung), der ehem. Direktor Liechtenstein Museum Johann Kräftner, die Galerist*innen Suanne Bauer, Martin Janda, Renate Kainer und Christian Meyer (Galerie Meyer*Kainer), Helga und Peter Krobath (Galerie Krobath), Inés Lombardi, Petra Seiser, Rosemarie Schwarzwälder (Galerie nächst St. Stephan), Carol Tachdjian (Galerie Steinek), Andrea Zehetbauer (GFin ZS Art Galerie), Eberhard Kohlbacher&Alois Wienerroither (W&K), die Sammler*innen Thomas Angermair und Katja Angermair, Bernhard Hainz, Waltraud Leopold, Roland Schmidt, Finanzexperte Peter Zöllner, Thomas Lichtblau (Managing Director Casinos Austria), Dieter Türmer (Senior Manager Marketing Casinos Austria), Georg Stradiot (Wiener Silber Manufaktur), die Architekten Boris Podrecca, Laurids Ortner und Markus Spiegelfeld, Helmut Ettl (FMA-Vorstand OeNB), Kunstexpertin Francesca Gavin, Ursula Pokorny (Kuratorin der Kunstsammlung, OeNB), Stefan Gschiegl (OeNB Forschungsförderung), die ehemaligen LM-Vorstände Werner Muhm und Wolfgang Nolz, Johanna Arco, die Kunsthistoriker*innen Daniela Gregori und Rainer Metzger, RA Georg Zanger, Schauspieler Helmut Bohatsch, Gestalter Alexander Rendi, Ines Ratz (Nachlass und Archiv Alfons Schilling) u.v.m.
PREMIERE! DIE SAMMLUNG DER OESTERREICHISCHEN NATIONALBANK
24.04.2026–11.10.2026 I LEOPOLD MUSEUM, EBENE -2
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Datum: 24.04.2026 - 13:04 Uhr
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