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Katastrophengefahr ernst nehmen - klares Nein zu EU-Atomprojekten / BUND und Ecoaction aus der Ukraine zum 40. Jahrestag der Tschernobyl Reaktorkatastrophe

ID: 2246944

(ots) -
- Es gibt keine sicheren, günstigen oder"kleinen"Atomkraftwerke - Scheindebatte beenden
- Atomanlagen als Kriegsgefahr - Uranfabriken in Deutschland schließen
- Erneuerbare Energien bei 60 Prozent - Energiewende ist deutsche Erfolgsgeschichte

Am 26. April 1986 explodierte das Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl in der Ukraine.Über 300.000 Menschen verloren ihre Heimat, Tausende wurden verstrahlt, viele starben. Trotz dieser Katastrophe, sowie des Reaktorunglücks von Fukushima vor 15 Jahren, sprechen deutsche Politiker*innen, insbesondere der Union, immer wieder von Wiedereinstieg oder AKW-Wiederinbetriebnahme.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender:"Die Tschernobyl-Katastrophe war ein brutaler Einschnitt in das Leben vieler Menschen und sie wirkt bis heute nach. Vor dem Hintergrund des enormen Gefahrenpotentials ist es grotesk, dassüber neue Atomprojekte diskutiert wird. Die Technologie ist und bleibt hochgefährlich."

Worüber die politische Scheindebatte aus Sicht des BUND nicht hinwegtäuschen darf: Es gibt keine sicheren, günstigen oder kleinen Reaktoren. Auch die deutschen AKW können nicht einfach wieder angeschaltet werden.

Bandt:"Die Union verschwendet mit der Atomkraft-Scheindebatte unnötig Zeit und Ressourcen. Söder, Spahn und Co. lenken von dem ab, was ökonomisch sinnvoll ist und zum Wohl von Mensch und Umwelt notwendig: dem naturverträgliche Ausbau Erneuerbarer Energien. Die Energiewende ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, die es gilt fortzuschreiben."

Vor 20 Jahren betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung etwa 12 Prozent, heute sind es bereits 60 Prozent. Neue Atomprojekte behindern den weiteren Zubau, binden Gelder und halten die EU in Abhängigkeit. So auch die geplante Erweiterung der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Der französische Betreiber will dort durch eine Unternehmenskooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom auch Brennelemente sowjetischen Typs herstellen.





Bandt:"Während in der Ukraine das AKW Saporischschja in Geiselhaft genommen wird, duldet die deutsche Bundesregierung, dass die gleichen Leute auf deutschem Boden Brennelemente für sowjetische AKW herstellen. So wird von deutschem Boden aus die russische Kriegskasse mitfinanziert und die EU bleibt weiter vom nuklearen Tropf Russlands abhängig. Die Bundesregierung muss dieses Projekt stoppen und die Urananlagen in Lingen und Gronau endlich schließen."

Reaktorkatastrophen: Kosten nicht herunterspielen

Die ukrainische Umweltschutzorganisation Ecoaction setzt sich gegen Atomkraft und für eine nachhaltige Energiepolitik ein. Geschäftsführer Olexi Pasyuk hat mit 12 Jahren in Kiew die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erlebt.

Olexi Pasyuk, Ecoaction-Geschäftsführer:"Ich erinnere mich, wie wir auf dem Schulhof mit Klassenkameradenüberlegten, ob der Regen, der uns gerade auf den Kopf fällt, wohl radioaktiv sei. Alle hatten Verwandte und Freunde, die vor ihrer Zeit an den Folgen der Reaktorkatastrophe starben. Einerseits sieht die ukrainische Gesellschaft mehrheitlich Atomkraft als notwendiges Übel. Andererseits sehenwir gerade, wie das zentralisierte Stromsystem in Kriegszeiten angegriffen wird und die Menschen sprechen sich gegen AKW-Zubau in Kriegszeiten aus."

Das AKW Saporischschja wird weiterhin von russischen Soldaten besetzt. Gleichzeitig berichtete die Internationale Atomenergiebehörde Ende 2025, dass durch massive russische Drohnenangriffe der Schutzmantel um die Tschernobyl-Atomruine seine wichtigste Sicherheitsfunktion verloren habe. Dennoch erklärte die europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich, die Abkehr von der Atomkraft sei ein Fehler.

Pasyuk:"Es ist frustrierend, dass durch Pro-Atomkraft-Aussagen die enormen gesellschaftlichen, menschlichen und finanziellen Kosten der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima heruntergespielt werden. Es ist extrem wichtig, dass Europa nicht vergisst, welche schrecklichen Folgen solche Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl und Fukushima haben können. Es gibt keinen realistischen Weg zurück in die Nuklearindustrie - die Alternativen sind da."

Breites Bündnis fordert Ende der Atomdebatte

Der BUND hat mitüber 30 Sozial-, Umwelt- und Anti-AKW-Initiativen in Deutschland einmal mehr die breite Ablehnung der Hochrisikotechnologie Atomkraft bekräftigt. Denn klar ist: Atomkraftwerke sind ein überholtes Relikt eines zerstörerischen Energiesystems.

Mehr Informationen:


- Aktuelle Podcast-Folge:"BUNDFunk I Das Ende der Atomenergie - oder doch nicht?"; zu hören ist der BUNDfunk auf den verschiedenen Plattformen: Spotify (https://open.spotify.com/episode/6TiMWssS0gEDCcuUP2g1fi?si=BbExWcN8RJ6M3HkltEK6cQ&nd=1&dlsi=c358cef3af404f7a), Podcast.de (https://www.podcast.de/episode/703008867/bundfunk-l-das-ende-der-atomenergie-oder-doch-nicht), YouTube (https://youtu.be/N60O0KGjR8E?si=1IZmqWZ1FD3fdZdH), PodcastAddict (https://podcastaddict.com/episode/https%253A%252F%252Fv42itt.podcaster.de%252Fbundfunk%252Fmedia%252FFolge_7_BUNDfunk_Atom_final.mp3&podcastId=6127018)
- Deklaration: Konsequente Energiewende nur ohne Atomkraft | April 2026 (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/260415-Deklaration-Konsequente-Energiewende-ohne-Atomkraft.pdf)
- BUND Faktencheck: Small Modular Reactors SMR (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/Factsheet-Small-Modular-Reactors-BUND-2025.pdf)
- BUND-Webseite Atomaukraft (https://www.bund.net/atomkraft/)
- Faktenblatt (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/atomkraft/atomkraft_faktenblatt_10_gruende_gegen_aufzeitverlaengerung.pdf) (2022): Laufzeitverlängerungen: unsicher, unrentabel, unnötig
- Kontakt: Juliane Dickel, Leitung Atompolitik, BUND-Expertin für Energiepolitik, Tel.: +49 30 27586-562, E-Mail: juliane.dickel(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky (https://bsky.app/profile/bund.net), Instagram (https://www.instagram.com/bund_bundesverband/) und Facebook (https://www.facebook.com/bund.bundesverband)

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