Hormus-Krise erhöht Kosten- und Planungsdruck in globalen Lieferketten
Forto-Report zeigt: Die Hormus-Krise, steigende Energiekosten und operative Störungen haben See- und Luftfracht im ersten Quartal 2026 deutlich belastet.

(IINews) - Das erste Quartal 2026 begann für Europas Wirtschaft zunächst mit moderater Zuversicht. Doch die Eskalation rund um Iran und die Straße von Hormus Ende Februar hat das Marktumfeld für Verlader binnen weniger Tage deutlich verändert. Das zeigt der aktuelle"Sea&Air Freight Outlook"der technologiegetriebenen Spedition Forto. Demnach traf der geopolitische Schock auf eine gerade erst anziehende Nachfrage und setzte globale Lieferketten durch steigende Energiepreise, neue Routenrisiken und operative Umstellungen spürbar unter Druck.
Konjunktur: Solider Start, abrupter Stimmungsumschwung
Zunächst hatten mehrere Indikatoren auf einen robusten Jahresauftakt hingedeutet: Das BIP der Eurozone legte 2025 um rund 1,5 Prozent zu, und das Verbrauchervertrauen erreichte im Februar mit -12,2 den besten Wert seit November 2024. Doch mit der Hormus-Krise kippte die Stimmung im März abrupt: Die EZB senkte ihre BIP-Prognose für 2026 auf 1,2 Prozent, und der Verbrauchervertrauenswert fiel auf -16,3. Gleichzeitig schnellten die Energiekosten nach oben: Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent stieg von rund 70 US-Dollar pro Barrel bis Mitte März auf etwa 120 US-Dollar pro Barrel.
Seefracht: Zwei Engpässe, steigender Druck auf Europa-Verkehre
Vor allem im Seefrachtmarkt verschärfte sich die Lage im ersten Quartal deutlich - insbesondere auf der Route Fernost-Nordeuropa. Zu Jahresbeginn leiteten mehrere Reedereien eine schrittweise Rückkehr auf die Suez-Route ein. Ende Januar wurden diese Pläne jedoch zunächst durch Drohungen der Huthi und danach durch die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Iran durchkreuzt. Nach den US-israelischen Angriffen auf Iran am 28. Februar setzten die vier größten Containerlinien dann auch ihre Transite durch die Straße von Hormus aus. Damit waren zeitweise zwei wichtige maritime Nadelöhre für großeContainerreedereien faktisch nicht verlässlich nutzbar. Diese erneute Eskalation spiegelte sich auch in der Preisentwicklung wider: Der Containerfrachtindex SCFI für Asien-Nordeuropa lag im ersten Quartal im Schnitt bei rund 1.535 US-Dollar pro TEU. Er hatte im Februar mit 1.361 US-Dollar seinen Tiefpunkt erreicht und sich bis Ende März auf 1.703 US-Dollar erholt.
"Die geopolitischen Spannungen haben aus einer operativen Störung in kürzester Zeit ein strategisches Beschaffungsthema gemacht", sagt Jessy Brughmans, Director Global Trade Management bei Forto."Im zweiten Quartal geht es für Unternehmen nicht nur um Frachtraten, sondern vor allem um belastbare Szenarien, realistische Laufzeiten und frühzeitig gesicherte Kapazitäten."
Trotz der angespannten Lage zeigt der Bericht auch, dass sich die Fahrplanzuverlässigkeit auf der Route Asien-Nordeuropa im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat. Sie lag in den Zeiträumen Dezember/Januar bei 63,2 Prozent und Januar/Februar bei 61,4 Prozent - und damit jeweils rund 20 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.
Luftfracht: Kapazität vorhanden, aber operativ eingeschränkt
In der Luftfracht zeigte sich im ersten Quartal ein anderes, aber ebenso herausforderndes Bild. Zwar blieb grundsätzlich Frachtraum verfügbar, die effektiv nutzbaren Volumina gingen jedoch infolge von Luftraumbeschränkungen und Umleitungen zurück. Laut Forto lag das verfügbare Angebot zeitweise rund 20 Prozent unter dem Niveau zu Jahresbeginn, im Nahen Osten um rund 30 Prozent. Zudem führtengestiegene Kerosinkosten und Versorgungsunsicherheiten zu einem weiteren Anstieg der Betriebskosten der Fluggesellschaften und verstärkten den anhaltenden Preisdruck auf den wichtigsten Strecken.
Gleichzeitig wurden Kapazitäten auf wichtige Korridore, wie etwa Asien-Europa, umgelenkt. Dort stieg das Angebot laut Daten von Aevean zeitweise um 31 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die globale Luftfracht-Spotrate erreichte im März mit rund 2,86 US-Dollar pro Kilogramm den höchsten Stand seit Dezember 2024. Besonders stark fiel die Preisdynamik auf direkt betroffenen Korridoren aus: Marktdaten des Analysehauses Xeneta zeigen Anstiege von über 100 Prozent auf Südasien-Europa-Routen sowie von 70 bis 90 Prozent auf weiteren wichtigen Verbindungen.
Ausblick: Hohe Volatilität auch im zweiten Quartal
Forto erwartet, dass die Märkte auch im zweiten Quartal angespannt bleiben. Selbst bei einer Stabilisierung der Lage dürften sich die Luftfrachtraten nur langsam normalisieren. Die weitere Entwicklung im Seefrachtmarkt hängt dagegen maßgeblich davon ab, ob die fragile Waffenruhe rund um Hormus hält."Unternehmen sollten deshalb mindestens bis zur Jahresmitte mit anhaltendem Kostendruck und Störungen im Frachtverkehr rechnen", sagt Christopher Braun, Director Air Freight bei Forto."Entscheidend ist jetzt, Kapazitäten frühzeitig abzusichern und Transportentscheidungen noch stärker entlang belastbarer Szenarien zu planen."
Über den Forto Sea&Air Freight Outlook
Mit seinem"Sea&Air Freight Outlook"bietet Forto Marktteilnehmern datenbasierte Einblicke in zentrale Entwicklungen der See- und Luftfracht. Ziel ist es, Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld Orientierung zu geben, Auswirkungen frühzeitig einzuordnen und fundierte Entscheidungen für ihre Lieferketten zu unterstützen.
_Der vollständige"Sea&Air Freight Outlook Q1 2026"von Forto ist hier abrufbar: __https://forto.com/de/ressourcen/logistics-pulse-quartalsbericht-quartal-1-2026/__ _
Themen in diesem Fachartikel:
forto
hormus
krise
strasse-von-hormus
nahost
konflikt
lieferketten
globale-logistik
seefracht
luftfracht
frachtraten
energiekosten
bunkerpreise
kerosinkosten
routenrisiken
rotes-meer
suez
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Über Forto
Forto ist eine führende, technologiegetriebene Spedition mit Hauptsitz in Berlin. Das Logistikunternehmen bietet Lösungen für globale Lieferketten und unterstützt Geschäftskunden bei der transparenten, effizienten und nachhaltigen Abwicklung internationaler Transporte - von der Buchungüber das Tracking bis hin zur Analyse.
Mit FortoLabs betreibt Forto zudem eine Plattform für KI-gestützte SaaS-Lösungen in der Logistik. Die dort entwickelten Technologien basieren auf KI-Fähigkeiten, die ursprünglich für Fortos operative Teams entwickelt wurden und nun als eigenständige Produkte verfügbar sind.
Forto wurde 2016 gegründet und ist heute weltweit mit mehreren eigenen Standorten und einem zuverlässigen, globalen Partnernetz vertreten.
Weitere Informationen: www.forto.com | www.fortolabs.com
Rellinger Str. 64a, 20257 Hamburg
Datum: 24.04.2026 - 08:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2246834
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Christian Stephan
Stadt:
Berlin
Telefon: 04085313316
Kategorie:
Dieser Fachartikel wurde bisher 3 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"Hormus-Krise erhöht Kosten- und Planungsdruck in globalen Lieferketten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Forto Logistics SE&Co. KG (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).



