Exportwachstum der Industrie droht Halbierung bis 2035 / Ausfuhren könnten künftig um rund ein Prozent statt bisher zwei Prozent jährlich zulegen

(ots) -
- Exporte in die USA und China gehen laut aktueller Modellierung langfristig zurück
- Absatzvolumen in Europa mit 417 Milliarden Euro deutlich größer als in Amerika und Asien
- Frankreich bereits jetzt zweitgrößter Exportmarkt vor China
Die Exporte der deutschen Industrie könnten künftig deutlich langsamer wachsen als bisher. Sind sie in den vergangenen zehn Jahren um 2,1 Prozent pro Jahr gestiegen, könnte sich das Wachstum bis 2035 auf 1,3 Prozent jährlich reduzieren, wie eine aktuelle Modellierung von Deloitte zeigt. Entscheidend für den Rückgang ist, dass die Ausfuhren in die beiden größten Märkte - USA und China - langfristig sinken könnten. Exporte in die Vereinigten Staaten gehen nach dieser Prognose um -1,5 Prozent pro Jahr zurück auf 65 Milliarden Euro in 2035, die Ausfuhren nach China um -1,7 Prozent auf 41 Milliarden Euro. Ende 2025 lag das Volumen bei den beiden Ländern bei 76 beziehungsweise 49 Milliarden Euro.
Die volatile Handelspolitik in jüngster Zeit hat der exportorientierten deutschen Industrie erheblich zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr sind die Ausfuhren in die USA im Vergleich zu 2024 um -13 Prozent und die nach China um -16 Prozent zurückgegangen. China wurde damit als zweitgrößter Absatzmarkt von Frankreichüberholt. Die Ausfuhren dorthin lagen 2025 - trotz eines Rückgangs um drei Prozent - mit 50 Milliarden Euro knapp vor China."Es ist damit zu rechnen, dass auch die Industrieexporte in die Niederlande und Großbritannien die Ausfuhren in die Volksrepublik in wenigen Jahren übersteigen", sagt Oliver Bendig, Partner und Leiter der Industrie-Beratung bei Deloitte."Als Industrienation braucht Deutschland ein neues Geschäftsmodell."
Die aktuelle Modellierung in der Studienreihe"Supply Chain Pulse Check"basiert auf dem Global Trade Analysis Project (Purdue University) und analysiert die künftigen Handelsmuster zwischen Deutschland und 71 Ländern in den Branchen Maschinenbau, Elektro-, Auto- und Chemieindustrie. Berücksichtigt wurden unter anderem BIP-Wachstum, Trends in der geopolitischen Ausrichtung zwischen Deutschland und dem jeweiligen Handelspartner sowie die Entwicklung von Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen bis einschließlich März 2026. Die Exportdaten der vergangenen Jahre wurden vom Statistischen Bundesamt erhoben. Eine vergleichbare Deloitte-Modellierung von 2024 ging von einem jährlichen Wachstum der Industrieexporte von rund zwei Prozent aus.
Indien und Brasilien mit erheblichem Potenzial
Auch die Absätze in große Länder des globalen Südens wie Indien und Brasilien sind 2025 um zwei beziehungsweise drei Prozent gesunken. Langfristig liegt hier jedoch erhebliches Potenzial. Die Ausfuhren nach Indien könnten nach der vorliegenden Projektion um 3,9 Prozent, die Exporte nach Brasilienum 4,1 Prozent wachsen. Damit würde der Absatz in diese beiden Länder 2035 bei 13 beziehungsweise 11 Milliarden Euro liegen. Auch Australien könnte mit einer Steigerung von 4,7 Prozent auf neun Milliarden Euro an Bedeutung gewinnen."Die neuen Freihandelsabkommen sind Grund zur Hoffnung", sagt Dr. Jürgen Sandau, Partner und Lieferkettenexperte bei Deloitte."Doch Hoffnung allein reicht nicht. Die Unternehmen müssen ihre Lieferketten wie auch ihre Absatzmärkte diversifizieren und Europa muss seine Handelshemmnisse im Binnenmarkt weiter abbauen."
Die Ausfuhren in große europäische Märkte wie die Niederlande (3%), Großbritannien (4%) und Polen (6%) haben auch im vergangenen Jahr zugelegt. Dieser Trend bleibt nach der vorliegenden Modellierung bestehen. So könnten die Absätze nach Polen und Spanien um 2,9 und 2,3 Prozent auf 56 und 38 MilliardenEuro in 2035 wachsen. In Summe könnten die zehn größten Märkte in Europa im Jahr 2035 ein Volumen von 417 Milliarden Euro aufweisen - beinahe doppelt so viel wie in den größten Märkten Asiens und Amerikas inklusive China und der USA. Langfristig könnte das Potenzial in Europa sogar größer ausfallen, wenn Handelshemmnisse innerhalb der Europäischen Union in größerem Umfang abgebaut werden.
Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des"Supply Chain Pulse Check"(https://www.deloitte.com/de/de/Industries/industrial-construction/research/supply-chain-pulse-check.html).
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