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Passwortmanager allein reichen nicht: Wie Unternehmen eine wirksame Security-Culture etablieren

ID: 2244381

(IINews) - Viele Unternehmen investieren in moderne Business-Passwortmanager und stehen trotzdem vor demselben Problem: Mitarbeitende greifen weiterhin zu unsicheren Workarounds. Excel-Listen, Notizzettel oder privat genutzte Tools unterlaufen etablierte Sicherheitskonzepte und schaffen neue Risiken für die Unternehmenssicherheit.



Die Ursachen liegen dabei selten in mangelndem Verantwortungsbewusstsein. Häufig sind es strukturelle Faktoren im Arbeitsalltag: zu komplexe Berechtigungskonzepte, unklare Zuständigkeiten oder hoher Zeitdruck. Wenn Sicherheitsprozesse als umständlich oder unpraktisch wahrgenommen werden, entstehen schnell pragmatische Abkürzungen selbst in Organisationen, die bereits in professionelle Passwortmanager investiert haben.



Typische Ursachen für solche Workarounds sind beispielsweise:

-Übermässig komplexe Berechtigungsstrukturen, die im Arbeitsalltag als hinderlich empfunden werden

-Fehlende oder unzureichende Einführung in sichere Passwortprozesse

-Operativer Zeitdruck, der schnelle, aber riskante Lösungen begünstigt

-Zu weit gefasste Zugriffsrechte, die Verantwortlichkeiten und Transparenz verwässern

-Wenn Mitarbeitende mehr Zugangsdaten einsehen oder verwalten können, als sie für ihre Arbeit tatsächlich benötigen, entsteht ein gefährlicher Graubereich.



Das grundlegende Prinzip muss deshalb klar sein: so wenig Zugriff wie möglich, so viel wie nötig.

Ein professionelles Passwortmanagement stellt sicher, dass jeder Mitarbeitende ausschliesslich auf jene Zugangsdaten Zugriff hat, für die eine klare Berechtigung besteht nicht mehr und nicht weniger. Sensible Zugangsdaten gehören dabei an einen einzigen, kontrollierten Ort: den zentralen Passwortmanager. Lokale Passwortlisten oder Excel-Tabellen haben in einer professionellen Sicherheitsarchitektur keinen Platz.



Security-Culture statt Schulungsflut





Technologie allein schafft noch keine Sicherheit. Entscheidend ist eine gelebte Security-Culture also eine Organisationskultur, in der sichere Arbeitsweisen selbstverständlich zum Alltag gehören.

Mitarbeitende müssen verstehen, dass Passwortsicherheit keine IT-Schikane ist, sondern ein zentraler Bestandteil der Unternehmenssicherheit.

Gleichzeitig zeigt die Praxis: Sicherheit entsteht nicht durch immer neue Schulungen.

Entscheidend ist vielmehr, Sicherheitsprinzipien sinnvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren.



Dazu gehören insbesondere:

-kompakte, praxisnahe Trainingsformate statt theoretischer Dauerbeschallung

-klare Richtlinien mit nachvollziehbarer Begründung

-regelmässige Awareness-Impulse, etwa kurze Micro-Learnings

-eine sichtbare Vorbildfunktion des Managements



Eine wirksame Security-Culture entsteht dort, wo IT, Organisation, Management und Mitarbeitende zusammenwirken. Sicherheitsvorgaben dürfen nicht isoliert aus der IT-Abteilung kommen. Sie müssen organisatorisch verankert, verständlich kommuniziert und von der Unternehmensführung mitgetragen werden.



Passwortmanagement entlang des Employee Lifecycle

Ein oft unterschätzter Hebel für Sicherheit liegt in sauberen Prozessen. Passwortmanagement ist kein isoliertes IT-Thema, sondern Teil des gesamten Employee Lifecycle vom Onboarding bis zum Offboarding.

Bereits beim Onboarding entscheidet sich, wie sauber Zugriffsrechte organisiert sind:

-rollenbasierte Rechtevergabe von Beginn an

-keine pauschalen Starter-Zugänge mit übermässigen Berechtigungen

-klar dokumentierte Genehmigungsprozesse

Auch bei Rollenwechseln müssen Zugriffsrechte konsequent angepasst werden:

-sofortige Aktualisierung der Berechtigungen

-Entzug nicht mehr benötigter Credentials

Beim Offboarding wiederum ist Geschwindigkeit entscheidend:

-zeitnahe Deaktivierung aller Zugänge

-Rotation kritischer Passwörter

-Kontrolle technischer Hintertüren wie API-Keys, Tokens oder Zertifikate



Auf organisatorischer Ebene erfordert dies eine enge Zusammenarbeit zwischen HR, IT und Fachabteilungen. Technisch braucht es eine saubere Verzahnung von HR-Systemen, Identity- und Access-Management sowie Passwortmanager.

Entscheider sollten sich bewusst sein: Unscharfes Credential-Management ist kein Detailproblem der IT sondern ein Governance-Risiko.



Externe Risiken: Geschäftspartner, Kunden und VPN-Zugänge

Ein weiterer Risikofaktor entsteht durch externe Zugänge von Geschäftspartnern oder Kunden.

Über VPN-Verbindungen können kompromittierte Endgeräte oder unsichere Softwareprodukte in die eigene Infrastruktur gelangen.

Um diese Risiken zu begrenzen, sind klare Sicherheitsmechanismen notwendig:

-restriktive Zugriffsbeschränkungen für externe Nutzer

-Netzwerksegmentierung

-Multi-Faktor-Authentifizierung

-regelmässige Überprüfung externer Accounts



Sicherheitsanforderungen in Partnerverträgen

Gerade weit verbreitete Standard-Software mit bekannten Sicherheitslücken kann dabei als Einfallstor dienen. Unternehmen müssen deshalb nicht nur ihre eigene Sicherheitsarchitektur im Blick behalten, sondern auch die ihrer Partner.



Security-Audits als kontinuierlicher Kontrollmechanismus

Neben klaren Prozessen braucht es regelmässige Überprüfungen. Security-Audits sind ein zentraler Bestandteil eines professionellen Passwortmanagements.

Typische Auditbereiche sind:

-Überprüfung von Rollen- und Rechtekonzepten

-Analyse privilegierter Accounts

-Identifikation verwaister oder inaktiver Benutzerkonten

-Kontrolle der Passwort-Rotation

-Prüfung von API-Keys, Tokens und Zertifikaten

-Simulation möglicher Angriffsszenarien



Wie häufig solche Audits durchgeführt werden sollten, hängt von Branche, Unternehmensgrösse und regulatorischen Anforderungen ab. In besonders sensiblen Umfeldern sind quartalsweise Überprüfungen sinnvoll, ergänzt durch kontinuierliches Monitoring.



Typische Pain Points im Credential-Management

In vielen Organisationen zeigen sichähnliche strukturelle Schwachstellen:

-unklare Zuständigkeiten

-manuelle und fehleranfällige Prozesse

-fehlende Transparenzüber Maschinen-Identitäten

-unkontrollierte Schlüssel- und Zertifikatsverwaltung

-Shadow-IT

Diese Probleme führen häufig zu erhöhter Arbeitsbelastung in der IT, ineffizienten Freigabeprozessen und Verzögerungen im Projektgeschäft - gleichzeitig entstehen erhebliche Sicherheitsrisiken.

Besonders Maschinen-Accounts, Tokens oder Zertifikate werden oft weniger streng verwaltet als Benutzerpasswörter. Im Ernstfall können sie jedoch genauso kritisch sein.



Unternehmenssicherheit beginnt im Alltag

Sicherheitsvorfälle können heute weitreichende Folgen haben von Betriebsunterbrüchen über Reputationsschäden bis hin zu regulatorischen Konsequenzen. Umso wichtiger ist es, Passwortmanagement nicht als isoliertes IT-Thema zu betrachten, sondern als festen Bestandteil der unternehmerischen Gesamtverantwortung.

Entscheidend ist dabei weniger das eingesetzte Tool als dessen Einbettung in funktionierende Prozesse und klare Zuständigkeiten. Wirksame Sicherheit entsteht dort, wo technische Lösungen, organisatorische Strukturen und gelebte Praxis ineinandergreifen.

Dazu gehören:

-klar definierte Regeln und Verantwortlichkeiten

-durchgängige Prozesse entlang des Employee Lifecycle

-regelmässige Überprüfung durch Audits

-und eine Security-Culture, die im Arbeitsalltag verankert ist

Denn letztlich gilt: Ein Passwortmanager allein schafft noch keine Sicherheit. Entscheidend ist, wie konsequent er genutzt wird und ob sichere Verhaltensweisen im Unternehmen selbstverständlich sind.



Für einen fachlichen Austausch zum Thema Passwortmanagement und Security-Culture steht die ALPEIN Software SWISS AG jederzeit per E-Mail untercontact(at)alpeinsoft.chzur Verfügung.


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Datum: 14.04.2026 - 20:00 Uhr
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