Bundesweites Modellprojekt"Mitmachen verbindet"/ Analog gegen die Einsamkeit von Kindern und Jugendlichen

(ots) - Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist ein drängendes Problem und weit verbreitet. Ein Modellprojekt der Malteser soll jetzt herausfinden, wie Einsamkeit von Mädchen und Jungen zwischen 12 und 17 Jahren durch persönliche Begleitung und Begegnung mit anderen gelindert und verhindert werden kann. Gefördert wird das einjährige Projekt"Mitmachen verbindet"vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Laut Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) sind 18 Prozent der 12- bis 17-Jährigen häufig einsam. Wer einsam ist, trägt ein höheres Risiko für Depression und Angstzustände, kann ein niedrigeres Selbstwertgefühl und sogar Suizidgedanken entwickeln. Auch länger anhaltender Stress und zu wenig Bewegung können Folgen sein. In dem Projekt können die jungen Menschen analoge Angebote vor allem außerhalb von Schule und Elternhaus nutzen.
Laut des jüngsten DJI-Surveys zum"Aufwachsen in Deutschland"fühlen sich Mädchen häufiger einsam als Jungen. Junge Menschen mit Migrationshintergrund, queere junge Menschen, Personen mit Behinderung oder Beeinträchtigung und Jugendliche in sozial schwächeren Verhältnissen sind besonders betroffen. Dass sich fast die Hälfte der jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren in Deutschland (46 Prozent) moderat oder stark einsam fühlt, hat die Bertelsmann-Stiftung 2024 ermittelt.
Bundesjugendministerin Karin Prien:"Wir wollen Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht nur besser erforschen, sondern ihr auch konkret entgegenwirken - so haben wir es im Koalitionsvertrag vereinbart. Der Malteser Hilfsdienst e. V. setzt mit dem Projekt Mitmachen verbindet genau hier an. Gerade in jungen Jahren sind reale Begegnungen von unschätzbarem Wert. So lernen Kinder und Jugendliche, auf andere zuzugehen, Vertrauen aufzubauen, Konflikte zu lösen und tragfähige Beziehungen zu gestalten - Erfahrungen, die digitale Kommunikation nicht ersetzen kann. Wer früh Gemeinschaft erlebt, gewinnt soziale Sicherheit und emotionale Stabilität. Analoge Beziehungen lindern Einsamkeit nicht nur unmittelbar, sondern legen auch das Fundament für ein Leben in Verbundenheit. Die Erkenntnisse des Projekts werden wichtige Impulse für unsere neue Allianz gegen Einsamkeit geben."
Die Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienstes, Clementine Perlitt, sagt:"Wir wollen Kindern und Jugendlichen echte, zwischenmenschliche Gemeinschaft ermöglichen, Momente, in denen sie sich gehört und zugehörig fühlen. Viele junge Menschen verbringen heute viel Zeit im Digitalen. Doch das ist nur ein Aspekt von Einsamkeit und Isolierungsgefahr. Sie entsteht auch dort, wo finanzielle Engpässe Teilhabe erschweren, wo Sprachbarrieren bestehen oder wo Kinder aus anderen Gründen keinen Anschluss finden. Gerade diesen jungen Menschen möchten wir mit dem Projekt Mitmachen verbindet eine Brücke bauen. Sie sollen unkompliziert Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und Stärkung erfahren. Wir wollen Einsamkeit lindern - oder am besten schon verhindern."
An rund 20 Standorten in Deutschland wollen die Malteser lokale Netze zum Beispiel zwischen (Sport-)Vereinen, Jugendgruppen und Jugendeinrichtungen, Kirchen und Kommunen knüpfen. Diese sollen die Kinder und Jugendlichen gezielt ansprechen und zum Mitmachen einladen. Hauptamtliche Projektleiter helfen zunächst beim Aufbau der Netzwerke und Angebote, die später von den Ehrenamtlichen fortgeführt werden. Survival Camps, Begegnungen rund um den Sport, Kochen,Tanz, Musik, Spiel und Themenabende stehen auf den Listen der Organisatoren. Aus den Erkenntnissen des Projekts"Mitmachen verbindet"sollen im Jahr 2027 Schlüsse zur flächendeckenden Prävention von Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen gezogen werden.
Das Thema Einsamkeit ist ein Schwerpunkt des sozialen Engagements der Malteser. Neben rund 600 analogen Besuchs- und Begleitdiensten in Deutschland wurden bereits mehrere Bundesprojekte für Erwachsene ins Leben gerufen. Die bekanntesten sind"Plaudernetz", das in Kooperation mit der Deutschen Telekom als kostenloses Gesprächsangebot Menschen ab 18 Jahren zusammenbringt, die einfach mal am Telefon plaudern wollen. Das Projekt"Miteinander-Füreinander - gegen Einsamkeit im Alter"führen die Malteser in über 100 Orten und Städten fort, nachdem es bis Ende 2024 mit Mitteln des Bundes gefördert wurde.
Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein - 95.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt - an 700 Orten - 1,2 Mio. Förderer und Mitglieder
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