Internationale Sudan-Konferenz in Berlin / Größte humanitäre Krise der Gegenwart verlangt entschlossenes Handeln

(ots) - Deutsches Sudan-Netzwerk fordert konkrete Schritte gegen den Hunger, zum Schutz der Zivilbevölkerung und für eine gestärkte Friedensdiplomatie
Am 15. April jährt sich der Ausbruch des bewaffneten Konflikts im Sudan zum dritten Mal. An diesem Tag findet in Berlin die dritte internationale Sudan-Konferenz statt, die die Bundesregierung gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europäischen und Afrikanischen Union ausrichtet. Sievereint drei Elemente: ein Außenministertreffen, eine humanitäre Konferenz mit Finanzierungszusagen und eine Zusammenkunft ziviler Akteure, um einen Friedensfahrplan auszuhandeln. Als Netzwerk, von dem viele Mitglieder seit Jahren im Land Hilfsprogramme umsetzen, fordern wir konkrete Schritte, um die Menschen im Sudan besser zu schützen und einem Ende des Krieges, der vor allem die Zivilbevölkerung trifft, näherzukommen.
Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung, zivilgesellschaftliche Organisationen zentral in die Sudan-Konferenz einzubinden und konkrete Ergebnisse auf der Konferenz erzielen zu wollen. Zugleich ist klar: Auf Absichtserklärungen müssen konkrete Maßnahmen folgen. Das verlangt die katastrophale humanitäre Lage im Sudan: Bis zu 13,5 Millionen Menschen sind vertrieben worden, davon suchen rund 4,5 Millionen Menschen insbesondere in den Nachbarländern Schutz. Zwölf Millionen Menschen, vor allem Frauen und Mädchen, sind von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht. Rund die Hälfte aller Menschen im Sudan sind von akuter Mangel- und Unterernährung betroffen. Weitere Regionen stehen vor einer Hungersnot.
Als Netzwerk fordern wir:
- Der Schutz der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben. Menschen in Not brauchen ungehinderten und sicheren Zugang zu humanitärer Hilfe - unabhängig von einem Waffenstillstand. Angriffe der Konfliktparteien auf Schulen, Krankenhäuser und humanitäre Helfende richten sich gegen die Zivilbevölkerung. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Hunger werden als Mittel der Kriegsführung eingesetzt. Sie stellen schwere Verletzungen des humanitären Völkerrechts dar. Es braucht mehr Druck auf die Konfliktparteien, um die Zivilbevölkerung und zivile Einrichtungen zu schützen, und damit Hilfsprogramme nicht länger eingeschränkt werden und humanitärer Zugang gewährleistet wird. Die von Deutschland mitgegründete Atrocity Prevention Coalition für den Sudan sollte Völkerrechtsverstöße klar benennen und Verantwortung einfordern.
- Direkte und starke Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure an politischen Prozessen unterstützen: Die sudanesische Zivilgesellschaft hat im Sudan und in der Diaspora wirksame Strukturen für humanitäre Hilfe und politischen Dialog geschaffen. Nur durch die maßgebliche Einbindung ziviler Akteure - insbesondere von Frauen- und Jugendgruppen - kann sichergestellt werden, dass einepolitische Lösung des Krieges gerecht, inklusiv und nachhaltig ist. Dafür braucht es stärkere politische und finanzielle Unterstützung.
- Gelder für humanitäre Hilfe müssen aufgestockt werden: Im vergangenen Jahr war der humanitäre Hilfsplan in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar nur zu 39.5 Prozent gedeckt; der Hilfsplan für 2026 ist bislang nur zu 16 Prozent finanziert. Wir begrüßen das bisherige finanzielle Engagementder Bundesregierung. Doch angesichts von fast 34 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen, sind weitere substanzielle Zusagen für humanitäre Gelder dringend notwendig. Sudanesische Hilfsgruppen wie die Emergency Response Rooms sowie von Frauen geführte Organisationen sollten Hauptempfänger der neuen Gelder sein. Sie helfen landesweit unter enormen Risiken auch dort, wo internationale Organisationen schwer oder nicht präsent sein können.
- Externe wirtschaftliche und politische Interessen schüren den Krieg: Wir fordern die Konferenzteilnehmenden auf, in einen stärkeren Dialog mit den Konfliktparteien und Unterstützerstaaten zu treten, um wirtschaftliche Aktivitäten zu unterbinden, die den Krieg finanzieren und somit verlängern. Die geltenden Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates müssen von allen UN-Mitgliedstaaten umgesetzt werden.
Das Deutsche Sudan-Netzwerk setzt sich ausüber 30 humanitären, friedens- und entwicklungspolitischen Organisationen, menschenrechtlichen Akteuren sowie politischen Stiftungen innerhalb Deutschlands zusammen. Gemeinsames Ziel ist, auf die Lage und das Leid der Menschen im Sudan politisch und medial aufmerksam zu machen, sowie sudanesische Stimmen zu verstärken.
Die folgenden Netzwerkmitglieder tragen diese Pressemitteilung mit:
Aktion gegen den Hunger
Amnesty International Deutschland e.V.
Ärzte ohne Grenzen Deutschland e.V.
Brot für die Welt
CARE Deutschland e.V.
Deutsche Welthungerhilfe
Diakonie Katastrophenhilfe
Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.
International Rescue Committee (IRC) Deutschland
Norwegian Refugee Council
ONE
Plan International Deutschland
Save the Children Deutschland e.V.
Tierärzte ohne Grenzen e. V.
World Vision Deutschland e.V.
Mehrere Netzwerkmitglieder senden diese Pressemitteilung aus. Doppelsendungen bitten wir daher zu entschuldigen.
Pressekontakt Diakonie Katastrophenhilfe:
Tommy Ramm - Pressesprecher, Tel.: 030 65211 1225, 0162 2553859
tommy.ramm(at)diakonie-katastrophenhilfe.de
Original-Content von: Diakonie Katastrophenhilfe,übermittelt durch news aktuell
Themen in diesem Fachartikel:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.04.2026 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2243616
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Handel
Dieser Fachartikel wurde bisher 10 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"Internationale Sudan-Konferenz in Berlin / Größte humanitäre Krise der Gegenwart verlangt entschlossenes Handeln"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Diakonie Katastrophenhilfe (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).




