21,8 Millionen Menschen in Deutschland mit Einwanderungsgeschichte im Jahr 2025

(ots) -
- Mehr als ein Viertel der Bevölkerung hat eine Einwanderungsgeschichte, Anteil im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte gestiegen
- Ein Fünftel der Bevölkerung ist seit 1950 selbst nach Deutschland eingewandert, weitere 6,5 % haben zwei eingewanderte Elternteile
- Fast so viele akademische Abschlüsse bei eingewanderten 25- bis 34-Jährigen wie in der Gesamtbevölkerung dieses Alters, aber deutlich weniger Berufsabschlüsse
Im Jahr 2025 lebten in Deutschland rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mitteilt, stieg der Anteil dieser Personengruppe an der Gesamtbevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 26,3 % (2024: 25,8 %). Eine Einwanderungsgeschichte haben Personen, die entweder selbst (erste Generation) oder deren beide Elternteile (Nachkommen, zweite Generation) seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
39 % der Eingewanderten aus den Ländern Polen, Türkei, Ukraine, Russland und Syrien
Etwa jede fünfte in Deutschland lebende Person (19,8 % der Bevölkerung) ist selbst eingewandert, das entspricht 16,4 Millionen Eingewanderten im Jahr 2025 und 1,7 % oder 281 000 Personen mehr als im Jahr 2024. Damit stieg die Zahl der Eingewanderten deutlich schwächer als in den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 2021 bis 2024 war die Zahl der Eingewanderten pro Jahr um durchschnittlich 6,2 % oder 888 000 Personen gestiegen. Von den 16,4 Millionen in Deutschland lebenden Eingewanderten im Jahr 2025 wurden 6,3 Millionen (39 % aller Eingewanderten) in einem der folgenden fünf Länder geboren: Polen (1,5 Millionen), Türkei (1,5 Millionen), Ukraine (1,3 Millionen), Russische Föderation (1,0 Millionen) und Syrien (1,0 Millionen).
5,4 Millionen Personen (6,5 % der Bevölkerung) im Jahr 2025 waren direkte Nachkommen von Eingewanderten - also in Deutschland geborene Kinder von zwei seit 1950 eingewanderten Elternteilen. Sie zählen neben den selbst eingewanderten Personen ebenfalls zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte. Ihre Zahl stieg gegenüber 2024 um 3 % oder 160 000 Personen.
Nicht zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte zählen Personen, bei denen nur einer der beiden Elternteile eingewandert ist. Dies traf im Jahr 2025 auf 4,2 Millionen in Deutschland geborene Personen oder 5,0 % der Bevölkerung zu (+0,2 % oder +10 000 Personen zum Vorjahr).
Im Jahr 2025 lebten 56,8 Millionen Personen ohne Einwanderungsgeschichte in Deutschland (-0,9 % oder -488 000 zum Vorjahr), waren also weder selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert noch Kind mindestens eines eingewanderten Elternteils. Das waren mehr als zwei Drittel (68,6 %) der Bevölkerung.
Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte seit 2005 um zwei Drittel gewachsen
Seit 2005 ist die Zahl der Personen mit Einwanderungsgeschichte von 13,0 Millionen auf 21,8 Millionen Personen im Jahr 2025 gestiegen. Das war ein Zuwachs um insgesamt 8,8 Millionen Personen (+67 %). Davon sind rund zwei Drittel (67 % bzw. 5,9 Millionen Personen) selbst nach Deutschland eingewandert und rund ein Drittel (33 % bzw. 2,9 Millionen Personen) sind Kinder von zwei eingewanderten Elternteilen. Der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte an der Gesamtbevölkerung stieg zwischen 2005 und 2025 um rund 10 Prozentpunkte von 16,0 % auf 26,3 %.
Die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten ist im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt um 38 000 Personen kleiner geworden. Ohne die steigende Zahl der Personen mit Einwanderungsgeschichte wäre der Rückgang mit 478 000 Personen (-0,9 %) deutlich stärker ausgefallen.
Über ein Drittel der 25- bis 34-Jährigen mit Einwanderungsgeschichte
Personen mit Einwanderungsgeschichte sind jung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung: In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen hatte 2025 mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte (36 %). Demgegenüber war es in der Gruppe der über 65-Jährigen nur jede siebte Person (14 %). Die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte war 2025 mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahren etwa 9 Jahre jünger als die Bevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte (47,6 Jahre).
Deutliche Unterschiede in beruflicher Qualifikation bei jungen Eingewanderten
Von den selbst eingewanderten jungen Erwachsenen im Alter von 25 bis 34 Jahren hatten 33 % (896 000 Personen) einen akademischen Abschluss. Damit war der Anteil mit akademischem Abschluss unter den Eingewanderten fast so hoch wie in der Gesamtbevölkerung dieser Altersgruppe (34 %). Zugleich hatten 36 % der selbst eingewanderten 25- bis 34-Jährigen (1,0 Millionen Personen) keinen beruflichen Abschluss und befanden sich weder in Bildung noch in Ausbildung. Damit war der Anteil mehr als doppelt so hoch wie bei den Personen in dieser Altersgruppe insgesamt (17 %). Entsprechend gering war der Anteil eingewanderter junger Erwachsener mit Berufsabschlüssen: Während 46 % aller 25- bis 34-Jährigen in Deutschland eine Berufsausbildung im dualen System oder eine Fachschule abgeschlossen hatten, traf dies bei den selbst Eingewanderten nur auf 27 % zu.
Methodische Hinweise:
Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Alle Angaben beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten an den Eckwerten der Bevölkerungsfortschreibung hochgerechnet.
Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Weitere Definitionen zu den Begriffen bietet ein Glossar im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Die Ergebnisse beziehen sich auf den Jahresdurchschnitt der Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten (2025: 82,7 Millionen Personen) und nicht auf die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften (zum Beispiel für Geflüchtete), da für Personen in Gemeinschaftsunterkünften die zur Auswertung erforderlichen Merkmale gemäß Mikrozensusgesetz (MZG) nicht erhoben werden. Informationen zur Entwicklung der Gesamtbevölkerung unter anderem zum Stichtag 31. Dezember 2025 gibt die Bevölkerungsfortschreibung (siehe Pressemitteilung Nr. 032 vom 29. Januar 2026).
Zu den Berufsabschlüssen zählen in dieser Darstellung die Berufsausbildung im dualen System (Lehre) und der Fachschulabschluss. Die akademischen Abschlüsse beinhalten Bachelor, Master, Diplom (Staatsexamen) und die Promotion.
Weitere Informationen:
Weitere Ergebnisse zur Situation der Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte in Deutschland bietet der Statistische Bericht"Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte"sowie die Themenseite"Migration und Integration"im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Darüber hinaus bietet das"Dashboard Integration", das Teil des"Dashboard Deutschland"(www.dashboard-deutschland.de) ist, ein umfassendes, interaktives Datenangebot zur Situation eingewanderter Menschen und ihrer Nachkommen. Das Dashboard präsentiert über 60 Indikatoren aus allen gesellschaftlichen Bereichen, unter anderem zum Arbeitsmarkt, zu schulischer und beruflicher Bildung sowie zu Sicherheit und Partizipation.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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Datum: 13.04.2026 - 08:00 Uhr
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