InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Öffentliche Schulden im 4. Quartal 2025 um 50,8 Milliarden Euro gestiegen / Verschuldung steigt gegenüber dem Vorquartal um 1,9 % auf 2 661,5 Milliarden Euro

ID: 2243059

(ots) - DerÖffentliche Gesamthaushalt war beim nicht-öffentlichen Bereich zum Ende des 4. Quartals 2025 mit 2 661,5 Milliarden Euro verschuldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, stieg die öffentliche Verschuldung damit gegenüber dem 3. Quartal 2025um 1,9 % oder 50,8 Milliarden Euro. Gegenüber dem Jahresende 2024 erhöhte sich der öffentliche Schuldenstand zum Ende des 4. Quartals 2025 um 6,0 % oder 151,0 Milliarden Euro. Zum Öffentlichen Gesamthaushalt zählen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.

Schulden des Bundes erhöhen sich gegenüber dem Vorquartal um 1,8 %

Die Schulden des Bundes stiegen zum Ende des 4. Quartals 2025 gegenüber dem Vorquartal um 32,2 Milliarden Euro (+1,8 %) auf 1 840,6 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren die Zuwächse der Schulden bei den Sondervermögen: Das"Sondervermögen Bundeswehr"erhöhte seine Verschuldung gegenüber dem Vorquartal um 29,4 % oder 9,8 Milliarden Euro auf 43,0 Milliarden Euro. Das rückwirkend zum 1. Januar 2025 neu gegründete"Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität"(SVIK) nahm im Oktober 2025 erstmals Schulden auf. Zum Ende des 4. Quartals 2025 lag dessen Verschuldung bei 24,3 Milliarden Euro.

Schulden der Länder steigen um 1,4 %

Die Länder waren zum Ende des 4. Quartals 2025 mit 624,6 Milliarden Euro verschuldet, dies war ein Zuwachs von 8,7 Milliarden Euro (+1,4 %) gegenüber dem Vorquartal.

Der stärkste prozentuale Schuldenanstieg wurde für Hamburg mit +7,8 % ermittelt, gefolgt von Bremen (+3,9 %) und Bayern (+3,2 %). In Hamburg ist der Anstieg des Schuldenstands vor allem darauf zurückzuführen, dass mit der Gründung des konzernfinanzierenden Extrahaushalts"FinanzServiceAgentur Hamburg"(FSA) Verbindlichkeiten bestimmter sonstiger Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (sFEU) neu in den Schuldenstand eingeflossen sind. Vorher hatten sich diese selbst am Finanzmarkt finanziert. In Bremen erhöhten sich die Kassenkredite aufgrund der Bereitstellung von Barsicherheiten für Anlagen. In Bayern ist der Anstieg auf eine Anschlussfinanzierung bereits zuvor ausgelaufener Kredite zurückzuführen.





Lediglich in drei Ländern ging die Verschuldung gegenüber dem Vorquartal zurück. Dabei sanken die Schulden in Mecklenburg-Vorpommern prozentual am stärksten (-3,9 %), während sie sich in Thüringen und Sachsen-Anhalt geringfügig verringerten (jeweils -0,1 %).

Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände wachsen um 5,3 %

Auch bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden nahm die Verschuldung zum Ende des 4. Quartals 2025 gegenüber dem Vorquartal zu. Sie stieg um 9,8 Milliarden Euro auf 196,3 Milliarden Euro und damit unter den einzelnen Ebenen des Öffentlichen Gesamthaushalts prozentual am stärksten (+5,3 %).

Den höchsten prozentualen Schuldenanstieg gegenüber dem Vorquartal wiesen die Gemeinden und Gemeindeverbände in Niedersachsen (+9,3 %) auf, gefolgt von den Kommunen in Baden-Württemberg (+9,2 %) und Sachsen (+8,8 %). Die Anstiege sind vorwiegend darauf zurückzuführen, dass die Rücklagen auf der kommunalen Ebene weitestgehend aufgebraucht waren und die Kommunen für ihre Aufgabenerledigung neue Schulden aufnehmen mussten.

Einen Rückgang der kommunalen Verschuldung gab es - wie schon in allen anderen Quartalen des Jahres - in Thüringen (-1,7 %) und erstmals im Jahr 2025 auch im Saarland (-0,9 %). Bei den saarländischen Kommunen ist dies unter anderem darauf zurückzuführen, dass im Rahmen des"Saarlandpakts"erneut Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände durch das Land abgelöst wurden.

Nähere Informationen zu den Finanzen der Kommunen, die im Jahr 2025 ein neues Rekorddefizit verzeichneten, bietet die Pressemitteilung Nr. 114 vom 1. April 2026.

Die Verschuldung der Sozialversicherung sank im 4. Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Millionen Euro (-2,5 %) auf 9,4 Millionen Euro.

Methodische Hinweise:

Die in der vierteljährlichen Schuldenstatistik nachgewiesenen Schuldenstände können von den haushaltsmäßigen Schuldenständen abweichen. Die Verschuldung der Länder enthält auch die empfangenen Barsicherheiten aus Derivatgeschäften der Länderkern-haushalte (zum Beispiel Nordrhein-Westfalenin Höhe von 983,9 Millionen Euro, Hessen in Höhe von 444,2 Millionen Euro).

Die Schulden der Kernhaushalte der Sozialversicherung wurden auf Basis des Ergebnisses der jährlichen Schuldenstatistik 2024 mit Null fortgeschrieben, da diese im Jahr 2024 komplett abgebaut wurden.

Detaillierte methodische Hinweise einschließlich der Erläuterungen zu Abweichungen der haushaltsrechtlichen Darstellung von der amtlichen Statistik bieten die"Informationen zur Statistik"im Statistischen Bericht"Vierteljährliche Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts"unter"Vorläufiger Schuldenstand"sowie der Qualitätsbericht zur Statistik.

Weitere Informationen:

Detaillierte Ergebnisse bieten der Statistische Bericht"Vierteljährliche Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts"sowie die Tabellen 71311 in der Datenbank GENESIS-Online.

Daten für die deutschen Staatsschulden nach den Maastricht-Vorgaben einschließlich der Schuldenquote (Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt) im Jahr 2025 hat die Deutsche Bundesbank in einer Pressemitteilung am 31. März 2026 veröffentlicht.

Endgültige Ergebnisse der Verschuldung des Öffentlichen Gesamthaushalts zum Jahresende 2025 veröffentlicht das Statistische Bundesamt Ende Juli 2026.

Monatsergebnisse zur Verschuldung des Bundes und seiner Sondervermögen sind im"Dashboard Konjunktur"(www.dashboard-konjunktur.de) im Themenbereich"Finanzen"verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Öffentliche Schulden, öffentliches Vermögen
Telefon: +49 611 75 4839
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


Original-Content von: Statistisches Bundesamt,übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.04.2026 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2243059
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

WIESBADEN



Kategorie:



Dieser Fachartikel wurde bisher 3 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Öffentliche Schulden im 4. Quartal 2025 um 50,8 Milliarden Euro gestiegen / Verschuldung steigt gegenüber dem Vorquartal um 1,9 % auf 2 661,5 Milliarden Euro"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Statistisches Bundesamt (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Exporte im Februar 2026: +3,6 % zum Januar 2026 ...

Exporte (kalender- und saisonbereinigte Warenausfuhren), Februar 2026135,2 Milliarden Euro+3,6 % zum Vormonat+2,9 % zum VorjahresmonatImporte (kalender- und saisonbereinigte Wareneinfuhren), Februar 2026115,4 Milliarden Euro+4,7 % zum Vormonat+1,5 % ...

Alle Meldungen von Statistisches Bundesamt



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.293
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 113


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.