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Fünf gute Gründe, den Löwenzahn nicht auszustechen / Wer Vielfalt zulässt, tut Wildtieren etwas Gutes

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(ots) - Er taucht Wiesen in ein sattes Gelb und erobert als urbanerÜberlebenskünstler selbst schmalste Asphaltfugen. Als Pusteblume kennt und liebt ihn jedes Kind. Doch der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) hat einen schlechten Ruf. „Leider wird Löwenzahn meist als Unkraut gesehen. Viele halten ihn für nutzlos – dabei gibt es viele gute Gründe, ihn stehenzulassen“, sagt Tom Bluth, Artenschützer bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Vor allem im April, wenn die Natur nach einem frostigen Winter langsam erwacht und das Nahrungsangebot noch spärlich ist, sind frühblühende Wildkräuter wie der Löwenzahn für einige Wildtiere überlebenswichtig. Hier sind fünf Gründe, warum das knallgelbe Wildgewächs in Gärten und auf öffentlichen Grünflächen willkommen sein sollte:


1. Rettung für Wildbienen: Für früh schlüpfende Wildbienenarten wie Sand- und Mauerbienen sowie Hummeln ist Löwenzahn oft die erste rettende Nektarquelle nach dem Winter. Als Korbblütler gehört er zudem zu den wichtigsten Pollenlieferanten des Frühjahrs. „Der proteinreiche Pollen ist essenziell für die gesunde Entwicklung der Wildbienen-Larven in den Brutkammern“, sagt Bluth. Eine Wildbienenart bevorzugt sogar Löwenzahnpollen für ihren Nachwuchs: die Löwenzahn-Dörnchensandbiene.
2. Tankstelle für Falter: Wenn Zitronenfalter, Tagpfauenauge, C-Falter und Kleiner Fuchs aus der Winterstarre erwachen, ist der Löwenzahn für sie eine wichtige Futterpflanze. Aurorafalter und Schwalbenschwanz schlüpfen im April aus ihren Puppen und finden dann in der Wildpflanze ebenfalls eine wichtigeNektarquelle. An den Blättern des Löwenzahns fressen die Raupen der Hausmutter und anderer Nachtfalterarten.
3. Energiespender für Vögel: Körnerfressende Gartenvögel wie Stieglitz, Gimpel und Spatz brauchen vor allem in der anstrengenden Brutzeit den fetthaltigen, Energie spendenden Samen des Löwenzahns. „Wer Löwenzahn im Garten stehen lässt, bietet Vögeln natürliche, gute Nahrung“, so Bluth.




4. Bestandteil der Hasenapotheke: Löwenzahnblätter enthalten viel Vitamin C. Damit sind sie wie Giersch, Huflattich, Sauerampfer und Schafgarbe ein wichtiger Bestandteil der sogenannten Hasenapotheke. Hasenartige wie der Feldhase, aber auch Wildkaninchen, brauchen frische Wildkräuter für eine gesunde Ernährung. Sie finden die anpassungsfähige Pflanze an Weg- und Ackerrändern.
5. Natürlicher Bodenbelüfter: Im Gegensatz zu flach wurzelnden Gräsern besitzt der Löwenzahn eine kräftige Pfahlwurzel. Sie dringt bis zu einem Meter tief in das Erdreich vor und bricht dabei verdichtete Erdschichten auf. Stirbt die Pflanze nach einigen Jahren ab, wirken die verbleibenden Kanäle als Belüftungsschächte. Dieser Sauerstoffeintrag ist nützlich für Lebewesen im Boden, etwa Regenwürmer oder Tausendfüßler.



„Wer Wildpflanzen und -tieren eine Chance geben möchte, lässt nicht nur den Löwenzahn stehen“, sagt Tom Bluth. „Taubnessel, wildes Veilchen, Gundermann, Huflattich und Schafgarbe fördern die Artenvielfalt – und verwandeln den Garten im Frühjahr in ein Farbenmeer.“

Fotos von einer Hummel auf Löwenzahn zum kostenlosen Abdruck finden Sie hier: https://www.deutschewildtierstiftung.de/presse (bitte runterscrollen).

Pressekontakt:

Jenifer Calvi
Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Telefon 040-970 78 69 - 14
J.Calvi(at)DeutscheWildtierStiftung.de
www.DeutscheWildtierStiftung.de


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Datum: 08.04.2026 - 09:00 Uhr
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