InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

25 Jahre Anlegerverhalten in Deutschland: Sparen geht neue Wege

ID: 2239968

(ots) -
- Sparziel Altersvorsorge 25 Jahre lang Nummer 1
- Renditechancen gewinnen an Bedeutung
- Eigene Finanzen: Solide Gelassenheit mit punktuellen Krisenausschlägen

Das Anlegerbarometer von Union Investment dokumentiert seit 25 Jahren die Entwicklung der Anlegermentalität in Deutschland. Die Welt ist in den letzten Jahren schneller, vernetzter und komplexer geworden - doch wie haben Sparerinnen und Sparer hierzulande reagiert? Was hat sich verändert und was bleibt fester Bestandteil der Sparkultur? Die Befragungsergebnisse des Anlegerbarometers von 2001 bisheute zeigen: Dem strukturellen Wandel der Finanzbranche und manchen Marktkapriolen zum Trotz, prägen Sparbereitschaft, Sicherheitsbewusstsein sowie Optimismus bei den eigenen Finanzen die Sparkultur. Zugleich zeigt sich, dass sich der Fokus der Anleger durch eine schrittweise Modernisierung derAnlagestrategie zunehmend Richtung mehr Renditeorientierung verschiebt.

Sparziel Altersvorsorge 25 Jahre lang Nummer 1

Das Sparen für die Altersvorsorge ist tief in der Mentalität der Sparerinnen und Sparer hierzulande verankert: Blickt man auf das letzte Vierteljahrhundert zurück, war es fast durchgängig das wichtigste Sparziel der Befragten. Lediglich in einigen wenigen Erhebungen wechselte es hin und wieder die Spitzenposition mit dem Sparziel"Notfallrücklage". Gerade in den vergangenen vier Jahren hat die Bedeutung der privaten Ergänzung zur gesetzlichen Rente stark zugenommen. Im 2. Quartal 2025 erreichte das Sparziel private Altersvorsorge einen Rekordwert von 87 Prozent und pendelt sich aktuell auf ähnlich hohem Niveau von 84 Prozent ein.

Ob Finanz-, Eurokrise oder Corona: Trotz der Marktgeschehnisse der letzten Jahre sind Sparerinnen und Sparer nicht vom Sparziel Altersvorsorge abgekommen. Allerdings verändert sich mit der jungen Anlegergeneration die Art, mit welchen Anlageformen fürs Alter vorgesorgt wird: Während Anfang der 2000er Jahre noch Versicherungsprodukte dominierten, gewinnen Investmentfonds stark an Bedeutung: 46 Prozent sind in der aktuellen Befragung der Meinung, mit Fonds das Sparziel Altersvorsorge am besten zu erreichen, darunter insbesondere die 20- bis 29-Jährigen (58 Prozent). 2001 waren es 18 Prozent aller Befragten.





Das zweitliebste Sparziel ist traditionell die Notfallrücklage (81 Prozent, 2. Quartal 2001: 78 Prozent). Auf den dritten Platz hat sich in den vergangenen Jahren das Sparen für"Unabhängigkeit und Flexibilität"vorgearbeitet: Mittlerweile nennen es 79 Prozent der Befragten, während es vor 25 Jahren mit 65 Prozent noch deutlich weniger Bedeutung hatte."Sparen für Kinder"nennen seit Beginn der Befragung immer zwischen 47 und 67 Prozent als Ziel, in der aktuellen Befragung 55 Prozent.

Renditechancen gewinnen an Bedeutung

Immer interessanter scheint es in den letzten Jahren für die Befragten zu sein, mit dem Ersparten die Chancen an den Kapitalmärkten zu nutzen. Etwa ein Drittel der Befragten (32 Prozent) hat dieses Sparziel in den letzten drei Jahren verfolgt. In der aktuellen Befragung sind es sogar 37 Prozent, darunter vor allem 20- bis 29-Jährige (44 Prozent). Einen annähernd hohen Wert erreichte das Sparziel lediglich zu Beginn der Befragung im Jahr 2001 (29 Prozent)."Nach dem Platzen der Dotcom-Blase, der Finanzmarktkrise und auch während der Niedrigzinsphase war das Sparbuch für viele Menschen in Deutschland lange Zeit der Inbegriff von Sicherheit. Im Ergebnis bedeutete das aber vor allem eines: Kaufkraftverlust. Das Bewusstsein dafür, dass private Altersvorsorge essenziell ist, um den eigenen Lebensstandard im Alterzu halten, steigt. Damit rücken Renditechancen stärker in den Fokus", sagt Kerstin Knoefel, Segmentleiterin Privatkunden bei Union Investment.

Die schrittweise Modernisierung der Anlagestrategie spiegelt sich auch in den Besitzquoten wider: Galt bei der ersten Befragung im Jahr 2001 das Sparbuch als Nonplusultra der Geldanlage - 86 Prozent hatten eines - ist der Besitz kontinuierlich auf aktuell 60 Prozent gesunken und wurde von Investmentfondsüberholt. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer (66 Prozent) besitzen inzwischen Fonds, 2001 waren es nur 50 Prozent. Im Verlauf der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte sank die Quote auf zwischenzeitlich 42 Prozent (Q2 2016), bevor sie sich insbesondere nach 2019 auf das heutige Niveau hocharbeitete. Aktien besaßen zu Beginn der Zeitreihe 27 Prozent der Umfrageteilnehmer (1. Quartal 2001). Zwischenzeitlich sank auch diese Quote deutlich, der niedrigste Wert lag bei 15 Prozent im 2. Quartal 2015. In der aktuellen Befragung gibt es mit 35 Prozent so viele Aktienbesitzer wie nie zuvor."In den letzten 25 Jahren hat das Sparbuch hierzulande deutlich an Bedeutung verloren. Für immer mehr Sparerinnen und Sparer ist klar: Wer Vermögen aufbauen will, setzt auf Diversifikation, Langfristigkeit und ein gutes Verständnis von Chancen und Risiken - ohne kurzfristigen Trends zu folgen. Finanzwissen bleibt der Schlüssel, um fundierte Entscheidungen zu treffen und zukunftsorientiert zu handeln", meint Knoefel.

Eigene Finanzen: Solide Gelassenheit mit punktuellen Krisenausschlägen

Befragt nach Prognosen, hält sich ein Muster seit 25 Jahren stabil: Der Blick auf die Zukunft der deutschen Wirtschaft fällt in der Regel düsterer aus als der für die Zukunft der eigenen Finanzen. Über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg erwartete die Mehrheit der Befragten eine gleichbleibende finanzielle Situation, lediglich externe Schocks wie die Finanzmarktkrise und der Ukraine-Krieg führten zu erkennbaren Pessimismus-Spitzen. Ähnlich gelassen zeigten sich die Sparer zum Beispiel auch während der Finanzmarktkrise und bei der Frage, wie sie zu dieser Zeit mit ihren Geldanlagen umgehen. Trotz derTurbulenzen wollten im zweiten Quartal 2009 lediglich ein Fünftel der reaktionsbereiten Aktienfondsbesitzer verkaufen (20 Prozent), während die Mehrheit entweder an ihrer Strategie festhielt oder teils sogar Zukäufe plante (80 Prozent). Aktuell sind die Befragten optimistisch wie nie: Fastdrei von zehn Sparern (29 Prozent) erwarten eine Verbesserung ihrer Finanzsituation in den nächsten 12 Monaten. Das ist ein Höchststand, der lediglich im zweiten Quartal 2007 erreicht wurde.

Beim Blick auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland sind die Krisenausschläge dagegen deutlicher. So erreichte die Stimmung der Anleger zum Beispiel mit Beginn des Ukraine-Krieges einen historischen Tiefpunkt: Im zweiten Quartal 2022 erwarteten 74 Prozent der Befragten eine schlechtere wirtschaftliche Situation - ein Rekordwert in der Erhebungsgeschichte. Optimisten waren kaum vorhanden (4 Prozent). Zum Vergleich: Selbst während der Finanzmarktkrise lag der Pessimismus-Anteil"nur"bei 65 Prozent (zweites Quartal 2009). In der aktuellen Befragung ist die Zahl der Pessimisten auf 51 Prozent gestiegen, vor einem halben Jahr waren es lediglich 42 Prozent."Die Ergebnisse des Anlegerbarometers der vergangenen 25 Jahre zeigen: Das Gros der Anleger in Deutschland ist in Grundhaltungen wie hoher Sparbereitschaft, starker Sicherheitsorientierung und Altersvorsorge als Top-Sparziel fest verwurzelt geblieben. Gleichzeitig blieben viele auch in turbulenten Zeiten besonnen und zeigten ein rationales Krisenverhalten mit klarem Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau, ohne panisch umzuschichten", so Knoefel.

Zur Studie:

Für das Anlegerbarometer befragt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment seit dem Jahr 2001 quartalsweise 500 Personen, die in Privathaushalten in Deutschland über Finanzen entscheiden. Die Befragung fand bis 2021 telefonisch statt und seitdem online. Die Zahl der Befragten wurde mit der Onlinebefragung auf rund 1.000 Personen erweitert. Seit 2023 finden die Befragungen halbjährlich statt. Zum 25-jährigen Jubiläum des Anlegerbarometers dokumentiert ein Whitepaper die Entwicklung der Anlegermentalität in Deutschland im letzten Vierteljahrhundert. Die aktuelle Befragung erfolgte im Dezember 2025.

Pressekontakt:

Sandra Lorke, Tel. 069-2567-2641,
E-Mail: sandra.lorke(at)union-investment.de


Original-Content von: Union Investment,übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Omada Identity ernennt Jakob H. Kraglund zum neuen CEO Nexcel Metals Corp. vergrößert sein Wolframprojekt Burnt Hill auf 5.677 Hektar durch Abstecken zusätzlicher Claims
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.03.2026 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2239968
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Frankfurt am Main



Kategorie:

Finanzen



Dieser Fachartikel wurde bisher 6 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"25 Jahre Anlegerverhalten in Deutschland: Sparen geht neue Wege"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Union Investment (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Union Investment



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.292
Registriert Heute: 0
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 97


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.