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"Kinder sind Gewalt, Kriminalität und Kinderarbeit ausgesetzt": Stopp der US-Entwicklungshilfe potenziert die Not benachteiligter Kinder / (Serie: Der Wegfall von USAID und seine Folgen, Teil 4)

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(ots) - Peru ist geprägt von politischer Instabilität und sozialer Ungleichheit, von der besonders indigene Gemeinschaften und Geflüchtete betroffen sind. Der illegale Koka-Anbau und Bergbau sowie die illegale Abholzung weiten sich aus. Die Kriminalitätsraten steigen: In den Großstädten dominiert die organisierte Kriminalität, in ländlichen Gebieten kontrollieren kriminelle Banden die Koka-Anbauflächen. Aufgrund der USAID-Streichungen und der Einstellung weiterer US-Förderprogramme hat sich die humanitäre Lage in Peru erheblich verschärft. 2024 investierten die USA dort noch über 177 Millionen US-Dollar in Entwicklungszusammenarbeit-Projekte, 2025 waren es nur noch 56 Millionen US-Dollar, der Abbau geht sukzessive weiter. Federico Arnillas, Leiter für Entwicklungsprojekte bei den SOS-Kinderdörfern Peru, sagt:"Die Hauptleidtragenden sind die Kinder. Ohnehin sind schonüberdurchschnittlich viele Kinder in Peru Gewalt, Kriminalität und Kinderarbeit ausgesetzt, die Finanzierungsstopps werden sich auf die Lebenswege einer großen Zahl von Kindern drastisch auswirken."

Peru ist kein Einzelfall. In einer Serie zeigen die SOS-Kinderdörfer, welche Folgen die Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID und der Stopp zentraler Förderprogramme für Kinder und Familien in besonders betroffenen Ländern haben. Weitere Berichte folgen aus Afrika und Asien.

Ausweitung von illegalem Koka-Anbau und Kinderarbeit

Laut UN-Bericht zählt Peru, mit Kolumbien und Bolivien, zu den Ländern mit der weltweit größten Kokain-Produktion."Die US-Förderprogramme waren seit 20 Jahren die wichtigsten Finanzierungsquellen, um den Koka-Anbau zu bekämpfen und alternative Bewirtschaftungsformen wie Kaffee- oder Kakao-Anbau zu fördern, gerade auch im VRAEM-Flusstalgebiet, der größten Koka-Region", sagt Arnillas. Das VRAEM-Gebiet sei extrem von Armut geprägt. Viele Kleinbauern dort seien mittels der US-Förderprogramme bei alternativen Bewirtschaftungsformen unterstützt worden, nach dem Wegfall würden viele nun wieder im Koka-Anbau die einzige Verdienstmöglichkeit sehen. Aufgrund der Not vieler Familien und der Präsenz krimineller Banden seien Kinder mehr mit Gewalt und Kinderarbeit konfrontiert. Laut Schätzungen verrichteten in Peru ohnehin mehr als eine Million Kinder Kinderarbeit, über die Hälfte sei in der Landwirtschaft, insbesondere auf Koka-Plantagen, im Bergbau und in der Fischerei tätig. Die Zahl würdenun steigen, etwa auch weil Gewaltpräventions- und Schulbegleitungsprogramme für schutzbedürftige Kinder gestrichen worden seien.





Geflüchtete und indigene Kinder verlieren Integrationschancen

In Peru leben laut Schätzungen rund 1,6 Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen. Speziell durch den Stopp eines Programms des US-Außenministeriums für Geflüchtete und Migranten hat sich ihre Situation erheblich verschlechtert. Viele Geflüchtete haben einen irregulären Status und arbeiten als Tagelöhner ohne soziale Absicherung. Ein erheblicher Teil der geflüchteten Familien hat kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung."Hilfsorganisationen, die Migrantenfamilien rechtlich beraten und sie bei der Suche nach Arbeit unterstützt haben, die ihren Kinder Zugang zu Bildung ermöglichten, mussten ihre Dienstleistungen aufgrund der fehlenden US-Unterstützung stark reduzieren", so Federico Arnillas. Die Integration geflüchteter Kinder geriete dadurch genauso ins Stocken wie die von Kindern aus indigenen Gemeinschaften. Mehr als ein Viertel der peruanischen Gesamtbevölkerung sind Angehörige indigener Gemeinschaften. Auch diese Kinder hätten kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung und wären häufig von häuslicher Gewalt und struktureller Diskriminierung betroffen. Um den Kindern zu helfen, seien viele Hilfsorganisationen auf internationale Fördermittel angewiesen."Es hat absolute Dringlichkeit, dass die internationale Gemeinschaft jetzt die Finanzierungslücke ausgleicht, damit humanitäre Hilfsprogramme autark weitergeführt werden können. Zivilgesellschaftliche Organisationen werden von der peruanischen Regierung zunehmend stigmatisiert, während sie gleichzeitig die Kontrolle über die Organisationen erhöht und deren Funktionsfähigkeit einschränkt. Wir brauchen die internationale Hilfe, um handlungsfähig zu bleiben", resümiert Federico Arnillas.

Hintergrund zur Serie: Die Folgen des USAID-Stopps

Die SOS-Kinderdörfer dokumentieren in einer Reihe von Berichten die Auswirkungen der Auflösung von USAID auf besonders betroffene Länder. Neben Peru gehören dazu unter anderem Kolumbien, Thailand, die Ukraine und Simbabwe. USAID zählte jahrzehntelang zu den größten Gebern weltweit. Mit der Eingliederung in das US-Außenministerium im Februar 2025 wurden zahlreiche Programme gestoppt oder massiv gekürzt - mit direkten Folgen für Gesundheitsversorgung, Kinderschutz, humanitäre Hilfe, Friedensförderung und Kriminalitätsbekämpfung. Laut einer Studie der Fachzeitschrift ,The Lancet könnten die Einschnitte bis 2030 zum Tod von bis zu 4,5 Millionen Kindern beitragen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer(at)sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de


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Datum: 24.03.2026 - 09:06 Uhr
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