Öffentliche Anhörung: Neue Neurotechnologien - Ethik, Recht und Gesellschaft

(ots) - Ob in Arbeitswelt, Freizeit, Bildung oder Wellness: Neurotechnologie könnte schon bald zu unserem Alltag gehören. Welche ethischen, rechtlichen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen ergeben sich dadurch? In Vorbereitung auf seine Stellungnahme befragt der Deutsche Ethikrat dazu am 19. März Expertinnen und Experten in einer öffentlichen Anhörung.
"Smartglasses, EEG-Headsets oder KI-Kopfhörer sind erst der Anfang", sagt Aldo Faisal, Informatiker und Sprecher der Arbeitsgruppe für die Stellungnahme Neurotechnologie im Deutschen Ethikrat."Neurotechnologie wird durch KI und das Zusammenkommen von unterschiedlichsten Daten immer nützlicher als Verbrauchertechnologie. Aber was bedeutet das für den Einzelnen und für die Gesellschaft insgesamt? Da müssen wir genauer hinschauen und wollen jenseits von Technikbegeisterung und -sorgen die ethischen Abwägungen thematisieren, die dadurch aufgeworfen werden."
"Bei Verbrauchertechnologien, die so nah an den Kern unseres Denkens und Handelns gehen, stellt sich uns die Frage, ob die individuelle Einwilligung in die Nutzung reicht oder ob wir als Gesellschaft noch zusätzliche Leitplanken brauchen", ergänzt der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und Rechtswissenschaftler Helmut Frister."Auch das wollen wir in unserer Stellungnahme erörtern und hierzu unsere Sachverständigen befragen."
In der Anhörung wird der Deutsche Ethikrat gemeinsam mit sieben Expertinnen und Experten darüber sprechen, bei welchen Anwendungsszenarien die größten ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Risiken zu erwarten sind und welchen Handlungsbedarf und welche Lösungsansätze sie dazu sehen.Zur Sprache kommen u.a. Themen wie Gedankenfreiheit, mentale Selbstbestimmung, Enhancement oder auch der Schutz mentaler Daten. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:
- Welche Herausforderungen ergeben sich, wenn Neurotechnologien die Gefühle, Aufmerksamkeit oder Gedanken vieler Menschen erfassen oder beeinflussen?
- Wer trägt die Verantwortung, wenn Neurotechnologien angesichts fortschreitender Mensch-Maschine-Kopplungen Prozesse im Gehirn und menschliche Handlungen beeinflussen - womöglich ohne, dass man es merkt?
- Wie können sich Personen und ihr Selbstverständnis durch die Nutzung von Neurotechnologien verändern?
- Welche neuen Abhängigkeiten und Zwänge könnten sich ergeben, wenn Neurotechnologien breit eingesetzt werden, z.B. im Job, in der Bildung oder in anderen Alltagssituationen?
- Welche gesellschaftlichen Risiken ergeben sich angesichts der maßgeblichen Beteiligung großer Tech-Konzerne an aktuellen neurotechnologischen Entwicklungen?
- Wie könnte sich das gesellschaftliche Miteinander verändern, wenn sich infolge allgegenwärtiger Neurotechnologien Normalitätsvorstellungen verändern, Ungleichheit zunimmt oder Werte sich verschieben?
Die Anhörung ist öffentlich und kann ohne Anmeldung online auf www.ethikrat.org/live verfolgt werden. Teile der Anhörung werden auf Englisch gehalten und simultan übersetzt.
Öffentliche Anhörung
Neue Neurotechnologien - Ethik, Recht und Gesellschaft
Wann: 19. März 2026 von 13.00 bis 17.30 Uhr
Wo: www.ethikrat.org/live
Das Programm sowie die Veranstaltungsbroschüre mit allen Informationen zu den Referentinnen und Referenten finden Sie auf https://ots.de/xtxrYN .
Pressekontakt:
Katrin Arnholz
Deutscher Ethikrat
Jägerstraße 22/23
D-10117 Berlin
Tel: +49/30/20370-246
Fax: +49/30/20370-252
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Datum: 16.03.2026 - 10:36 Uhr
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