Volla initiiert Industriekonsortium für offene Alternative zu Google Play Integrity
Gemeinsam mit führenden europäischen Herstellern von mobilen Betriebssystemen und Endgeräten schafft die Volla Systeme GmbH eine transparente und vertrauenswürdige Lösung für die Sicherheitsprüfung.

(IINews) - _Europäische Hersteller setzen mit UnifiedAttestation eine quelloffene Sicherheitslösung für mobile Betriebssysteme um - erstes Arbeitstreffen war am 13. Februar_
Remscheid, 9. März 2026
Die deutsche Volla Systeme GmbH hat ein Industriekonsortium angeregt und führende europäische Hersteller von mobilen Betriebssystemen und Endgeräten zusammengebracht, um eine unabhängige Alternative zu Google Play Integrity zu entwickeln. Ziel ist eine unabhängige, transparente und vertrauenswürdige Lösung für die Sicherheitsprüfung - frei von der Kontrolle eines einzelnen US-Konzerns.
_"Mit UnifiedAttestation schaffen wir ein transparentes und vertrauenswürdiges Verfahren für die Sicherheitsprüfung, auf die Entwickler und Herausgeber von Apps gleichermaßen vertrauen können. Damit beseitigen wir die letzte Hürde für die Verwendung alternativer mobiler Betriebssysteme", sagt Dr. Jörg Wurzer, Geschäftsführer der Volla Systeme GmbH und Initiator des Konsortiums._
Beim ersten virtuellen Arbeitstreffen von sechs informellen Konsortialpartnern am 13. Februar waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Murena sowie der e.foundation (Frankreich), Iodé (Frankreich) und Apostrophy (Schweiz) anwesend.
Weitere europäische und ein führender Hersteller aus Asien sowie Europäische Stiftungen wie die deutsche UBports Stiftung haben Interesse der Unterstützung angemeldet. Erste Entwickler und Herausgeber staatlicher Apps aus Skandinavien prüfen zudem, als First Mover das neue Verfahren einzusetzen.
Allen beteiligten Herstellern gemeinsam ist der Fokus auf Google-freie mobile Betriebssysteme,überwiegend auf Basis des Android Open Source Projektes (AOSP).
Sicherheitsparadox bei Google Play Integrity
Google Play Integrity ist ein Android-Dienst, der App-Entwicklern eine Schnittstelle bereitstellt, um zu prüfen, ob eine App auf einem Gerät mit bestimmten Sicherheitsanforderungen ausgeführt wird. Dies betrifft insbesondere Anwendungen aus sensiblen Bereichen wie Identitätsnachweis, Banking oder digitale Wallets - einschließlich Apps von Regierungen und öffentlichen Verwaltungen.
Der Dienst unterscheidet drei Sicherheitsstufen. Für die beiden höheren Stufen ist eine Zertifizierung des Betriebssystems durch Google erforderlich - jeweils spezifisch für ein bestimmtes Gerätemodell.
Eine solche Zertifizierung wird jedoch ausschließlich für Googles eigenes, proprietäres"Stock Android"angeboten. Da dieses eng mit Google-Diensten und Google-Rechenzentren verflochten ist, entsteht ein strukturelles Abhängigkeitsverhältnis - und für alternative Betriebssysteme ein faktisches Ausschlusskriterium.
Aus Sicht des Konsortiums ergibt sich daraus ein sicherheitstechnisches Paradox: Die Prüfung der Vertrauenswürdigkeit erfolgt durch genau jene Instanz, deren Ökosystem gleichzeitig vermieden werden soll.
_"Wenn die Vertrauensprüfung selbst von nur einem Marktakteur kontrolliert wird, entsteht strukturelle Abhängigkeit,"schließt der Volla Gründer._
UnifiedAttestation: Offene Architektur mit drei Komponenten
Volla Systeme hat für das erste Arbeitstreffen eine Basisversion der Alternative vorbereitet. Unter dem Projektnamen"UnifiedAttestation"entsteht eine modulare Architektur mit drei zentralen Elementen:
* Ein Betriebssystem-Dienst, der mit wenigen Codezeilen in Apps integriert werden kann. Apps können darüber eine Anfrage stellen, ob das jeweilige Betriebssystem definierte Sicherheitsanforderungen erfüllt.
* Ein dezentral betriebener Validierungsdienst, der prüft, ob das Zertifikat eines Betriebssystems auf dem betreffenden Gerät gültig ist.
* Eine offene Test-Suite, die zur Prüfung und Zertifizierung eines Betriebssystems für ein konkretes Gerätemodell dient.
Geplant ist ein Peer-Review-Verfahren: Die Konsortialmitglieder prüfen und zertifizieren ihre Betriebssysteme sowie Smartphone- oder Tablet-Modelle gegenseitig. Dadurch soll Transparenz geschaffen und Vertrauen durch Nachvollziehbarkeit ersetzt werden.
_"Wir wollen Vertrauen nicht zentralisieren, sondern transparent undöffentlich überprüfbar organisieren. Wenn Unternehmen die Produkte der Konkurrenz prüfen, können wir jenes Vertrauen stärken,"erklärt Dr. Wurzer._
Die Software wird quelloffen entwickelt und unter einer liberalen Apache 2.0 Lizenz veröffentlicht. Sie kann damit auch in kommerziellen Produkten ohne Lizenzkosten eingesetzt werden.
Breite Unterstützung aus Industrie und Politik
Mit einem weltweit führenden Hersteller von mobilen Endgeräten und einer renommierten Europäischen Open Source Stiftung hat das Konsortium Aussicht auf Partner, die wesentlich dazu beitragen können, UnifiedAttestation international sichtbar zu machen und bei App-Entwicklern sowie Herausgebern zu etablieren.Ziel ist es, diese Industrieinitiative als offenes Kooperationsformat unter dem Dach der Eclipse Foundation zu etablieren. Erste Gespräche dazu haben bereits begonnen.
Parallel zum Projektstart sucht Volla Systeme bereits erste App-Entwickler und Herausgeber, die UnifiedAttestation als Early Adopter einsetzen. Gespräche mit Entwicklern von ID- und Verwaltungs-Apps laufen. Auch auf politischer Ebene besteht Interesse an einer europäischen, transparenten Lösung.
Das Projekt versteht sich als pragmatischer Beitrag der Wirtschaft zur digitalen Souveränität: Statt regulatorischer Forderungen werden konkrete technische Alternativen geschaffen.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Volla Systeme GmbH (früher Hallo Welt Systeme UG) wurde 2017 von Dr. Jörg Wurzer gegründet und ist ein unabhängiger, deutscher Hersteller von Smartphones, wahlweise mit dem eigenen Android-Betriebssystem Volla OS oder der mobilen Linux-Distribution Ubuntu Touch. Volla OS zeichnet sich durcheinen kompromisslosen Datenschutz und ein einzigartig intelligentes Bedienungskonzept aus.
Nach drei Jahren Forschung und Entwicklung stellte das Unternehmen 2020 das erste Volla Phone mit einer Crowdfunding-Kampagne vor. Mit dem Volla Phone und dem Volla OS hat das Unternehmen aus Remscheid das Konzept"Smartphone"komplett neu gedacht. Alternativ zur Variante mit der Eigenentwicklung Volla OS sind die Geräte auch mit der mobilen Linux-Version Ubuntu Touch erhältlich, für die sich bisher rund 20% der Volla-Kunden entschieden haben.
Gemeinsam mit anderen kleinen und mittleren Unternehmen und Organisationen hat Volla-Phone-Gründer Dr. Jörg Wurzer eine Allianz für mehr Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Schutz der Privatsphäre ins Leben gerufen, die Themen wie Datenschutz, digitale Selbstbestimmung, Open Source, Privatsphäre und Unabhängigkeit von den großen Technologie-Unternehmen vorantreiben möchte. Zu den Partnern zählen die UBports Stiftung, die Holochain Foundation, der VPN-Anbieter Hide.me, die Suchmaschine Startpage sowie der sichere, verschlüsselte E-Mail-Dienst Tutanota.
Kölner Straße 102, 42897 Remscheid
Datum: 09.03.2026 - 09:30 Uhr
Sprache: Deutsch
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