InternetIntelligenz 2.0

kostenlos Pressemitteilungen einstellen | veröffentlichen | verteilen

Pressemitteilungen

 

Problematischer Kaffee-Genuss: Neue Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt Abholzung, Pestizideinsatz und Arbeitsrechtsverletzungen in Kaffee-Lieferketten

ID: 2235644

(ots) -
- Kaffee noch immer mit Entwaldung, Einsatz hochgefährlicher Agrargifte und Arbeitsrechtsverletzungen verbunden
- Selbstauskünfte von 21 Unternehmen: Alnatura, JDE Peet s, Seeberger und Tchibo punkten mit deutlichen Bemühungen um Verantwortung und Transparenz, großer Nachholbedarf bei J.J. Darboven, Bela und Dallmayr
- Verschiebung und Abschwächungen von Gesetzen auf EU- und Bundesebene gefährden Fortschritte für nachhaltige Lieferketten

Der deutsche Kaffeekonsum ist nach wie vor mit Waldzerstörung, dem Einsatz hochgiftiger Pestizide und Arbeitsrechtverletzungen verbunden. Das zeigt eine neue Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Kooperation mit Coffee Watch. Die Studie untersucht auf Basis von Selbstauskünften die Umsetzung von Sorgfaltspflichten in den Kaffee-Lieferketten von21 deutschen Unternehmen aus Handel, Gastronomie und Verarbeitung. Die deutlichsten Defizite offenbaren sich bei der geografischen Erfassung von Kaffee-Anbauflächen und dem Monitoring gefährlicher Agrochemikalien. Am schlechtesten schneiden J.J. Darboven, Bela und Dallmayr ab.

Doch die Analyse enthält auch gute Nachrichten: Viele Kaffee-importierende Firmen investieren bereits, um ihre Beschaffung transparenter zu gestalten und Risiken für Mensch und Natur aus ihren Lieferketten zu verbannen. In der Studie gut abgeschnitten haben unter anderem Alnatura, JDE Peet s, Seeberger und Tchibo.Doch diese positive Entwicklung steht akut unter Beschuss: Zentrale Gesetze wie die EU-Entwaldungsverordnung oder das deutsche Lieferkettengesetz sollen abgeschwächt oder verzögert werden.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Guter Kaffee muss der Umwelt nicht schlecht schmecken. Einige Kaffee-Unternehmen haben in den vergangenen Jahren an mehr Transparenz und Verantwortung in ihren Lieferketten gearbeitet. Mit der EU-Entwaldungsverordnung, dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und dem EU-Lieferkettengesetz haben Deutschland und Europa verbindliche Rahmenwerke für Natur- und Umweltschutzstandards auf den Weg gebracht. Alle diese Regelwerke wurden in den letzten Monaten jedoch massiv abgeschwächt oder der Zeitpunkt ihres Inkrafttretens verzögert. Durch das Hin und Her auf europäischer Ebene geht Planbarkeit für verantwortungsbewusste Unternehmen verloren. Sie laufen Gefahr, von Wettbewerbern unterboten zu werden, die auf billige, ausbeuterische Praktiken setzen. Der Wunsch vieler Kaffeefreunde nach einem Genuss, der gleichzeitig die Umwelt schont und die Menschenrechte achtet, wird dabei ignoriert. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre dürfen nicht zunichte gemacht werden: Die EU muss den Schutz von Umwelt und Menschen konsequent sicherstellen."





Svane Bender, Bereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt der DUH, ergänzt:"Kaffee ist der sechstgrößte Treiber globaler Entwaldung. Seine Produktion ist mit erheblichen Umwelt- und Menschenrechtsrisiken verbunden, von Biodiversitätsverlust und Wasserbelastung bis hin zu prekären Arbeitsbedingungen und extremer Armut. Wir brauchen die Lieferkettengesetzgebung auf Bundes- und EU-Ebene,wenn wir schwerwiegende Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen aus unserer Kaffeeproduktion verbannen wollen. Die EU-Kommission darf deshalb keinesfalls weitere Abschwächungen oder Verzögerungen von Entwaldungsverordnung und EU-Lieferkettengesetz in den Raum stellen. Von der Bundesregierung erwarten wir, das Ambitionsniveau des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz beizubehalten und es konsequent durchzusetzen."

Link:

Zum Bericht: https://l.duh.de/p260305

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner(at)duh.de

Svane Bender, Bereichsleiterin Naturschutz und Biologische Vielfalt
0151 70534254, bender(at)duh.de

Tina Lutz, Senior Expert Naturschutz und Biologische Vielfalt
0163 2822403, lutz(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell


Themen in diesem Fachartikel:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.03.2026 - 03:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2235644
Anzahl Zeichen: 0

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:



Dieser Fachartikel wurde bisher 16 mal aufgerufen.


Der Fachartikel mit dem Titel:
"Problematischer Kaffee-Genuss: Neue Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt Abholzung, Pestizideinsatz und Arbeitsrechtsverletzungen in Kaffee-Lieferketten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.



 

Wer ist Online

Alle Mitglieder: 50.291
Registriert Heute: 1
Registriert Gestern: 0
Mitglied(er) online: 0
Gäste Online: 39


Bitte registrieren Sie sich hier. Als angemeldeter Benutzer nutzen Sie den vollen Funktionsumfang dieser Seite.