10. Fogra Colour Management Symposium
Die Größen der Branche treffen sich wieder

(PresseBox) - Das Colour Management Symposium (CMS) der Fogra feierte sein zehntes Jubiläum mit einem ausgebuchten Haus und großer internationaler Resonanz. Mehr als 200 Fachleute aus 23 Ländern und 126 Unternehmen kamen am 25. und 26. Februar in München zusammen. Die Mischung aus sieben thematischen Sessions, einem KI Battle und zahlreichen Gelegenheiten zum persönlichen Austausch bestätigte erneut die Bedeutung des CMS als zentrale Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung. Der Termin in zwei Jahren steht bereits fest: 23 und 24. Februar 2028.
In sieben Themenblöcken präsentierten Anwenderinnen und Anwender sowie Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen aus der Praxis. Die Beiträge reichten von Kundenerwartungen im digitalen Umfeld über Farbmanagement im Verpackungsdruck und High Dynamic Range (HDR) in der Druckproduktion bis hin zu Proofing auf realen Substraten, praxisorientierten Farbmanagement-Ansätzen und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in Produktionsprozessen.
Auch 2026 bot die Veranstaltung wieder viel Raum für persönlichen Austausch – in den Pausen, auf den Ausstellerflächen sowie beim traditionellen Bayerischen Abend. Die ursprünglich geplante Keynote von Alexandra Gerhardy (Muster-Schmidt) zum Thema „Printed, Painted, Perfected: The Art and Science of Colour Card Creation“musste krankheitsbedingt kurzfristig entfallen. Stattdessen wurde das Programm flexibel angepasst: Drei kompakte Praxisbeiträge aus dem Teilnehmerkreis sorgten mit konkreten Einblicken und anwendungsnahen Impulsen für einen lebendigen fachlichen Austausch. Das anschließende Quiz bildete einen unterhaltsamen Abschluss des ersten Veranstaltungstages.
Die starke Beteiligung aus Industrie, Markenunternehmen und Forschung unterstrich erneut die internationale Relevanz des CMS. Besonders geschätzt wurden die praxisnahen Vorträge sowie die Aufnahme der Trends: HDR, Messen im Bild sowie KI in der Medienproduktion.
Session 1: Kundenerwartungen im digitalen Zeitalter
Aus Sicht der Brand Owner und Markenartikler wurde in der ersten Session geklärt, wie sich Kundenerwartungen im digitalen Umfeld managen lassen. Moderiert wurde das Thema von Maren Daffner (Konica Minolta). Den Auftakt machte Dieter Jan Janout (Amagoo). Er sprach über zentralisiertes Farbmanagement und industrielle Standardisierung und fasst zusammen: „Farben müssen richtig sein, nicht schön“. Im Anschluss erläuterte Stephan Richter (Conditorei Coppenrath&Wiese), wie bei Coppenrath&Wiese ein digitales Prüfregime für ECG-Druck umgesetzt wird. Patrick Reyer (HARIBO Group) beendete die erste Runde mit Einblicken in die digitale Farbtransformation seines Unternehmens von analogen zu digitalen Prozessen.
Session 2: Farbmanagement im Verpackungsdruck
Im nächsten Themenblock sprachen die Speaker über neue Ansätze für Farbqualität und Standardisierung im Verpackungsdruck unter der Moderation von Dave Hunter (ChromaChecker). Mit „Messen im Bild“ und der ortsaufgelösten Druckbewertung für Verpackungen eröffnete SteffenNusser (Edelmann) die Session. Anschließend zeigte Stefan Steinemann (Druckerei Bauer) den Weg von einem Fogra-Forschungsbericht zu einem FFI-Bestellstandard für ECG 7C. Dr. Andreas Kraushaar (Fogra) ging darauf ein, wie sich die Farbabstimmung von mechanischer Korrektur hin zu normgerechter Produktion nach ISO 12647-2:2026+ entwickelt.
Session 3: High Dynamic Range trifft Druckpraxis
Dieser Abschnitt beschäftigte sich mit High Dynamic Range (HDR) in der Druckpraxis. Die Moderation übernahm Dorin Pitigoi (Grup Transilvae). Prof. Florian Süßl (Berliner Hochschule für Technik) zeigte HDR-Anwendungen in der Praxis. Dorin Pitigoi berichtete über einen erweiterten Dynamikumfang im Backlit-Druck. Veit Rudolph (Rudolph Druck) erklärte, wie FOGRA59 (eciCMYKv2) den Spagat zwischen Farbraumausnutzung und Vorhersagbarkeit ermöglicht und präsentierte die Vorteile anhand von Testdrucken, die er im Publikum verteile. Ein HDR-Testaufbau vor Ort ermöglichte den Teilnehmern sich einBild zu machen.
Session 4: Echtes Substrat-Drucken: Proofing
Der erste Tag endete mit einem Einblick in Proofing auf realen Substraten. Durch die Session führte Jürgen Seitz (GMG Color). Wolfgang Marx (Interproof) präsentierte Praxiserfahrungen zum Real Surface Proof und zeigte, was in der Praxis funktioniert – und was nicht. Über „D50noUV“ als mögliche Zukunft der Farbkommunikation in einer LED-dominierten Welt sprach Dr. Moritz Feil (Fogra). In einer Podiumsdiskussion diskutierten Andreas Kraushaar, Jürgen Seitz, Rabea Paysen (X-Rite) und Christian Gall (Just Normlicht) das Thema „Messen (M1, M2), wie man sieht (P1/P3)“. Der Session vorangestellt waren 16 Spotlight-Präsentationen der ausstellendenUnternehmen sowie eine Information zum Fogra-Live-Experiment von Dr. Julie Klein.
Session 5: Farbmanagement Praxis
Der zweite Symposiumstag wurde mit einer Session zum Farbmanagement in der Praxis eingeleitet, moderiert von Arjen Goldschmidt (Canon). Als Erstes berichtete Ralf Lenk (ScanColor Reprostudio)über Farbmanagement jenseits der Norm anhand von ChromaLuxe-Anwendungen. Christophe Descubes und Thomas Demoulin (Philaposte – Groupe La Poste) erklärten den Weg von der Heliogravur zum Offsetdruck anhand japanischer Briefmarken. Den Abschluss machte Steffen Walter (THIMM). Er zeigte Potenziale zur Tinteneinsparung im digitalen Verpackungsdruck.
Session 6: KI– Real-World Chancen und Risiken
Die vorletzte Runde widmete sich dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxis. Durch Session 6 führte Markus Weber (Staudacher). Er zeigte anhand konkreter Beispiele, wie KI-gestützte Tools die Farbkorrektur und Retusche effizient unterstützen können. Jürgen Hein (w&co MediaServices) beleuchtete anschließend die Balance zwischen technischer Machbarkeit und den realen Anforderungen der Produktionspraxis. Ein besonderes Highlight war der Live KI-Battle: Boris Margan und José Fabiao, beide von w&co MediaServices, traten mit unterschiedlichen Ansätzen gegeneinander an. Auf Basis eines Mode-Briefings arbeitete ein Experte mit KI-gestützter Retusche und deutlich reduzierten Informationen, während sein Kontrahent auf klassische Methoden setzte. Nach rund einer Stunde präsentierten beide ein visuell überzeugendes und marktfähiges Ergebnis. Der direkte Vergleich machte das Potenzial KI-basierter Workflows ebenso sichtbar wie deren Grenzen. In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurden sowohl Effizienzgewinne als auch typische Fehlerquellen offen und praxisnah beleuchtet.
Session 7: Farbsicherheit im industriellen Druck
Die abschließende Session zu Farbsicherheit im industriellen Druck wurde von Claas Bickeböller (x-Rite) moderiert. Den Beginn machte Thomas Voigt (STIHL). Er ging auf den Digitaldruck auf Stahl, konkret von Führungsschienen der Stihl Motorsägen ein. Tolga ?ensöz (VitrA Tile) zeigte, wie die hyperspektrale Farbmessung den Fliesendruck verändern kann. Den Schlusspunkt setzte Justin Laird (Apple) mit einem Vortrag über Appearance-basierte Farbqualität jenseitsklassischer Punktmessungen.
Nach zwei intensiven Tagen endete das Symposium mit großem Zuspruch aus der Branche. „Wie alle zwei Jahre war es aufschlussreich, lehrreich und einfach fantastisch“, sagte Thomas Hebes von Budrda Druck. Der Termin für das nächste Colour Management Symposium steht bereits fest: 23. –24. Februar 2028. Die ersten Teilnehmenden und Aussteller haben bereits zugesagt.
Weiterführende Informationen:https://fogra.org/veranstaltungen/colour-management-symposium
Die Fogra betreibt anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Druck- und Medientechnologien und konnte schon oft Standards für Prozesse und Qualitätsprüfungen schaffen. Die internationalen Mitglieder der Fogra sind Unternehmen aus dem gesamten Branchenspektrum, von der Produktion von Print- und elektronischen Medien bis zum Anlagenbau. Die Fogra versteht sich als moderner Dienstleister, der aussagekräftige Prüfungen und Zertifizierungen durchführt, Unternehmen zu Qualitätsfragen berät und in fachlichen Streitfällen schlichtet. Ihr Kapital ist ein großes Fachwissen in Verbindung mit hoher technologischer Kompetenz und genauen Kenntnissen über aktuelle Entwicklungen.
Die Fogra betreibt anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Druck- und Medientechnologien und konnte schon oft Standards für Prozesse und Qualitätsprüfungen schaffen. Die internationalen Mitglieder der Fogra sind Unternehmen aus dem gesamten Branchenspektrum, von der Produktion von Print- und elektronischen Medien bis zum Anlagenbau. Die Fogra versteht sich als moderner Dienstleister, der aussagekräftige Prüfungen und Zertifizierungen durchführt, Unternehmen zu Qualitätsfragen berät und in fachlichen Streitfällen schlichtet. Ihr Kapital ist ein großes Fachwissen in Verbindung mit hoher technologischer Kompetenz und genauen Kenntnissenüber aktuelle Entwicklungen.
Datum: 03.03.2026 - 13:45 Uhr
Sprache: Deutsch
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