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ZDF-Politbarometer Februar II 2026 / Mehrheit: Wirtschaftsbeziehungen der EU zu China werden wichtiger/Große Unterstützung für Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige

ID: 2234313

(ots) - In Deutschland gibt es die Erwartung, dass sich die EUökonomisch zu China hinwenden wird – anders dagegen die Einschätzung zu den USA: Für 61 Prozent der Befragten werden die Wirtschaftsbeziehungen der EU zu China zukünftig wichtiger, für 7 Prozent werden sie weniger wichtig und für 28 Prozent wird sich da nicht viel ändern (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils"weiß nicht"). Dass die USA in Zukunft für die EU ökonomisch an Relevanz gewinnt, meint dagegen nur ein Fünftel (20 Prozent). Für 37 Prozent werden die USA als Wirtschaftspartner weniger wichtig und für 39 Prozent wird es diesbezüglich keine großen Veränderungen geben. Zudem wird China eher als verlässlicher Wirtschaftspartner wahrgenommen: Während 46 Prozent der Deutschen der Ansicht sind, China sei für die EU ein verlässlicher Partner in Sachen Wirtschaft (nein: 47 Prozent), denken dies lediglich 17 Prozent über die USA (nein: 80 Prozent).

Projektion: Schwarz-Rot weiter ohne Mehrheit

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, läge die CDU/CSU nach wie vor bei 26 Prozent, die AfD käme weiterhin auf 24 Prozent und die SPD auf 15 Prozent (alle unverändert). Die Grünen würden sich mit 12 Prozent (minus 1) leicht verschlechtern, die Linke würde etwas hinzugewinnen und 11 Prozent (plus 1) erzielen. Alle anderen Parteien bekämen zusammen 12 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot nach wie vor keine parlamentarische Mehrheit.

Top Ten

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf dem ersten Rang. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 2,1 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Anfang Februar: 2,0) bewertet. Mit großem Abstand folgen nach wie vor Johann Wadephul mit 0,5 (0,6), Lars Klingbeil mit 0,2 (0,4) und Bärbel Bas, die sich mit minus 0,1 (0,3) deutlich verschlechtert. Danach kommen Alexander Dobrindt mit minus 0,3 (minus 0,5), Friedrich Merz mit minus 0,5 (minus 0,7), Markus Söder mit minus 0,6(minus 0,9), Heidi Reichinnek mit minus 0,7 (minus 0,4) und Katherina Reiche mit minus 1,0 (minus 0,9). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,6).





Friedrich Merz

Die Leistungsbilanz von Bundeskanzler Friedrich Merz fällt besser aus als zuletzt, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten bewerten die Arbeit des Bundeskanzlers als eher schlecht, 43 Prozent stellen ihm ein gutes Zeugnis aus. Ebenfalls groß ist die Skepsis gegenüber Merz in seiner Funktion als Parteivorsitzender der CDU: Nur rund ein Drittel (34 Prozent) der Befragten glaubt, Friedrich Merz wird seine Partei erfolgreich in die Zukunft führen, 60 Prozent bezweifeln das. In den Reihen der Union ist man hingegen klar zuversichtlich: 72 Prozent der Unionsanhänger erwarten eine positive Entwicklung der CDU unter Merz (glaube das nicht: 21 Prozent).

Vetternwirtschaft bei der AfD

Zurzeit gibt es gegenüber der AfD den Vorwurf der Vetternwirtschaft, weil AfD-Abgeordnete in Land und Bund gegenseitig in größerem Maße Familienmitglieder und Freunde angestellt haben. 45 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass bei der AfD Vetternwirtschaft häufiger vorkommt als bei anderen Parteien,2 Prozent sagen"seltener"und für 46 Prozent, darunter 84 Prozent der AfD-Anhänger, gibt es da keinen großen Unterschied zwischen der AfD und den anderen Parteien.

Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige

Die Forderung von CDU und SPD, die Nutzung von Social Media wie TikTok oder Instagram für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren zu verbieten, findet in der Bevölkerung breite Unterstützung: 81 Prozent der Deutschen sowie Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften und Altersgruppen sprechen sich für ein solches Verbot aus, nur 17 Prozent lehnen das ab.

Geflüchtete aus Krisengebieten

Zum ersten Mal seit rund drei Jahren blicken die Deutschen nicht mehrüberwiegend negativ auf die hohe Zahl der Geflüchteten bei uns: Derzeit meinen 51 Prozent der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen außer der der AfD, dass Deutschland die vielen Geflüchteten aus Krisengebieten verkraften kann, 47 Prozent bewerten das kritisch.

Ukrainekrieg

Russland hat im Krieg gegen die Ukraine Teile des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. 44 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Ukraine sollte auf diese Gebiete verzichten, wenn dadurch der Krieg beendet werden kann. Insgesamt 45 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften außer der der AfD finden, die Ukraine sollte weiter für die Befreiung dieser Gebiete kämpfen. Auch nach vier Jahren Krieg ist der Rückhalt in Deutschland für die Ukraine groß: 43 Prozent sprechen sich für eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten aus, 30 Prozent befürworten hier den Status quo und nur 24 Prozent sind für ein Zurückfahren der Militärhilfen, darunter mit 71 Prozent das Gros der AfD-Anhänger.

Konflikt zwischen Iran und USA

Vor dem Hintergrund der Lage im Iran und des Konflikts zwischen Iran und den USA finden es lediglich 18 Prozent der Deutschen gut, wenn die USA im Iran militärisch eingreifen, 59 Prozent finden das schlecht und 13 Prozent ist das egal. Gleichzeitig rechnen aber nur 29 Prozent damit, dass sich durch die zurzeit stattfindenden Gespräche der Konflikt zwischen den beiden Ländern beruhigen wird, etwa zwei Drittel (65 Prozent) haben daran Zweifel.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 24. bis zum 26. Februar 2026 bei 1.262 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigteBevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 28 Prozent, AfD 19 Prozent, SPD 16 Prozent, Grüne 16 Prozent, Linke 12 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 27. März 2026.

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Weitere Informationen

- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de (https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fforschungsgruppe.de%2F&data=05%7C02%7CKuehnel.C%40zdf.de%7Ce6f3f7502d58478074a908de1dd5a362%7C6725721fbd874b29a9be94b6260500e3%7C0%7C0%7C638981000581396337%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ko14iYJNs9tPw136QQOI9CfSHqRe%2By%2Bvzwri9uvEEbg%3D&reserved=0).

- Hier finden Sie das"ZDF-Politbarometer"im Web und in der App des ZDF. (https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.zdf.de%2Fpolitik%2Fpolitbarometer&data=05%7C02%7CKuehnel.C%40zdf.de%7Ce6f3f7502d58478074a908de1dd5a362%7C6725721fbd874b29a9be94b6260500e3%7C0%7C0%7C638981000581403940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZmKM8UsVwoHndTLKnP2bqNvWJ7C2evbYlkbjsLDkqv4%3D&reserved=0)

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