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Studie: Hersteller fokussieren Zollmanagement stärker - handeln bei Lieferkettenherausforderungen aber reaktiv

ID: 2233474

Geopolitische Instabilität und grenzüberschreitende Komplexität erhöhen den Stellenwert des Zollmanagements - doch für proaktives Handeln fehlt oft noch internes Know-how.


(IINews) - Der Welthandel wird rauer: Geopolitik, schwankende Märkte und immer neue Vorgaben machen Zollmanagement zu einem strategischen Thema für europäische Unternehmen. Doch oft halten Kapazitäten und Spezialwissen mit der steigenden Komplexität nicht Schritt. Das zeigt der zweite _Strategic Radar Customer Survey 2026_ der Customs Support Group (CSG). Für die Studie hat Europas führender unabhängiger Anbieter von Zollabfertigungs- und Handelslösungen die Antworten von fast 200 europäischen Produktions- und Einzelhandelsunternehmen ausgewertet.

Zollmanagement rückt vom Backoffice in die Management-Ebene: Bei fast 44 Prozent der befragten Unternehmen ist die Bedeutung gestiegen, bei 18,5 Prozent davon sogar deutlich. Dies zeigt, dass Unternehmen die wachsende Komplexität und Volatilität des internationalen Handels zunehmend strategisch ernst nehmen.

Doch die Realität in der Unternehmenspraxis sieht anders aus: Während die strategische Bedeutung steigt, fehlen zollspezifisches Fachwissen und personelle Ressourcen."Die Studie zeigt ein paradoxes Bild", sagt John Wegman, CEO der Customs Support Group."Zoll-Compliance ist wichtiger denn je, aber viele Unternehmen sind diesbezüglich unterbesetzt und handeln reaktiv statt proaktiv. Das ist eine riskante Kombination in Zeiten geopolitischer Instabilität. Externe Berater und spezialisierte Zollagenten schließen diese Lücke - und positionieren sich als langfristige strategische Wegbereiter statt als rein operative Dienstleister."

Outsourcing bleibt Standard

Trotz wachsender strategischer Relevanz bleibt die operative Zollabfertigung in vielen Unternehmen ausgelagert: 70 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über kein internes Team für Zollanmeldungen und setzen dabei auf Outsourcing an externe Partner. Selbst dort, wo interne Teams bestehen, sind diese meist klein: Rund zwei Drittel der Unternehmen, die Zollanmeldungen selbst managen, beschäftigen dafür nur bis zu vier Vollzeitkräfte - und arbeiten in der Regel zusätzlich mit externen Partnern zusammen.





Der Mangel an spezialisiertem Zollwissen ist bei 38 Prozent der Befragten der Hauptgrund für das Outsourcing. Ein Drittel nennt Kapazitätsmangel als Grund, und knapp 30 Prozent sehen Outsourcing als kosteneffizienter an. Hinzu kommen Vorteile wie Zugang zu digitalen Lösungen (22 Prozent), bessere Dokumentationsqualität (19 Prozent) und Unterstützung bei schnell wechselndenVorschriften (18,5 Prozent).

Auch beim Personalaufbau bleibt die Zurückhaltung groß: Zwar haben 23 Prozent in den letzten 24 Monaten zusätzliche Mitarbeitende in den Zolldeklarationsabteilungen eingestellt - doch nur sechs Prozent planen weitere Einstellungen, während 58 Prozent keine Expansion vorsehen.

Expertenthema Warenklassifizierung

Angesichts zunehmender Zolltarif-Spannungen bleibt eine akkurate Warenklassifizierung entscheidend, um Zölle und anderen Abgaben korrekt zu bestimmen und die Auswirkungen von Veränderungen in der Lieferkette verlässlich zu bewerten. Während Zollanmeldungen häufig ausgelagert werden, bleibt die Warenklassifizierung weiterhin eine interne Aufgabe. 60 Prozent klassifizieren Waren vollständig intern, weitere 20 Prozent kombinieren internes Know-how mit externer Unterstützung.

Gleichzeitig liegt das Vertrauen in die eigene Klassifizierung im Schnitt bei knapp 3,9 (von 5) und ist damit - gemessen an der Bedeutung der Aufgabe - vergleichsweise niedrig. Hinzu kommt, dass nur 30 Prozent großes Vertrauen in ihre eigene Warenklassifizierung haben.

Die Kontrollmechanismen bleiben zudem schwach: Lediglich etwa jedes dritte Unternehmenüberprüft seine Klassifizierung jährlich, während ein weiteres Drittel bislang noch nie eine Überprüfung durchgeführt hat. Nur 12 Prozent von ihnen planen 2026 eine Überprüfung.

Die Folge: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56 Prozent) ist latenten Fehlklassifizierungsrisiken ausgesetzt. 28 Prozent von ihnen berichten bereits von negativen Konsequenzen wie höheren Kosten oder Zollprüfungen."Diese Diskrepanz zwischen Verantwortung und Review-Praxis ist besorgniserregend", sagt John Wegman."Wer Klassifizierungen einmal festlegt und dann nicht regelmäßig überprüft, schafft unnötige Risiken - von Nachzahlungen über zusätzliche Überprüfungen bis zu operativen Verzögerungen. Wenn die internen Kapazitäten begrenzt sind, kann eine teilweise Auslagerung an vertrauenswürdige externe Partner helfen, die Lücke zu schließen."

KI bleibt Hilfswerkzeug - menschliche Expertise unverzichtbar

Im Gegensatz zum Vorjahr spielt künstliche Intelligenz in diesem Jahr eine weniger prominente Rolle. Kein Unternehmen verlässt sich bei der Klassifizierung vollständig auf KI. Nur 24 Prozent nutzen KI regelmäßig oder gelegentlich für die Warenklassifizierung. Bemerkenswert: 55 Prozent sehen immer noch davon ab, KIfür diese Aufgaben einzusetzen.

"Diese Zurückhaltung ist berechtigt", sagt John Wegman."Die Warenklassifizierung hat erhebliche Compliance-Implikationen und Unternehmen wollen nicht riskieren, dass ein Algorithmus Waren falsch klassifiziert und dadurch kostspielige Sanktionen auslöst. Menschliche Expertise - die wir ‚Real Intelligence nennen - bleibt die Grundlage. Dennoch kann KI einen Mehrwert schaffen, indem sie Daten konsolidiert und Analysen unterstützt, während die finale Entscheidung über die Klassifizierung erfahrenen Spezialisten überlassen bleibt."

Viele Unternehmen reagieren erst im Ernstfall

Der Russland-Ukraine-Krieg ist und bleibt die größte externe Belastung für Lieferketten: 32 Prozent der Unternehmen berichten von erheblichen direkten Auswirkungen. Dicht dahinter folgen die Krise im Roten Meer mit 23 Prozent und US-Zollspannungen mit 21 Prozent.

Unternehmen sind angesichts der künftigen geopolitischen Volatilität und Unsicherheit spürbar alarmiert. Auf einer Skala von 1 bis 5 liegt das"Besorgnisniveau"bei rund 3,1, wobei rund ein Drittel besorgt oder sehr besorgt ist.

Dennoch reagieren viele Unternehmen nur passiv: Mehr als 42 Prozent haben keine konkreten Maßnahmen gegen geopolitische Spannungen ergriffen. Drei Viertel der Unternehmen haben keine Maßnahmen zur Minderung der Risiken durch Zolltarif-Konflikte umgesetzt. Insgesamt geben nur rund 18 Prozent an, Handelsunsicherheit proaktiv und vorausschauend zu managen. Ein Drittel reagiert erst, wenn Probleme auftreten, und etwa 10 Prozent beschreiben ihren Ansatz als passiv.

"Das ist nicht nachhaltig", warnt John Wegman."Mit Blick auf 2026 dürfte ein reaktiver Ansatz kaum noch tragfähig sein, da steigender Regulierungsdruck, eine intensivere Durchsetzung und geopolitische Volatilität zunehmend proaktive und strukturierte Antworten erfordern. Unternehmen, die ihre Vorbereitungen hinauszögern, müssen mit höheren Compliance-Risiken, Kosten und Betriebsstörungen rechnen, da immer weniger reaktive Optionen zur Verfügung stehen."

Vollständigen Bericht herunterladen:

https://www.customssupport.com/the-strategic-power-of-customs-in-an-uncertain-trade-landscape/


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Unternehmensinformation / Kurzprofil:

Über die Customs Support Group
Die Customs Support Group (CSG) ist Europas führender unabhängiger Anbieter von Zollabfertigungs- und Handelslösungen und ermöglicht nahtlose grenzüberschreitende Abläufe durch moderne digitale Innovation und tiefgehende Branchenexpertise.

Mit Präsenz in 14 europäischen Ländern an strategisch wichtigen Standorten bietet CSG das umfassendste Spektrum an Zolldienstleistungen am Markt. Mehr als 60.000 Kunden vertrauen auf ein Team von 1.700 engagierten Zollexperten, das sie dabei unterstützt, operative Effizienz und regulatorische Compliance in einem zunehmend komplexen Handelsumfeld zu steigern.

Weitere Informationen zur Customs Support Group finden Sie unter www.customssupport.com



Leseranfragen:

Rellinger Str. 64a, 20257 Hamburg



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Datum: 24.02.2026 - 14:40 Uhr
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