Digitale Impulse für Integration: Projekt"Integrationsmacher:innen"startet in Freiburg, Karlsruhe und Salzwedel die zweite Runde

(ots) -
- Robert Bosch Stiftung und Lokalprojekte unterstützen Kommunen bei der Entwicklung digitaler Lösungen für die Integrationsarbeit vor Ort.
- Externe Fachleute entwickeln sechs Monate lang Online-Tools direkt in der Verwaltung - von beschleunigten Einbürgerungsverfahren bis hin zu neuen Vernetzungsplattformen.
Trotz rückläufiger Asylanträge stehen Städte, Landkreise und Gemeinden bei der Integration von Geflüchteten weiterhin unter Druck: Wohnraummangel, überlastete Kitas und Schulen, fehlende Plätze in Sprachkursen sowie Personalmangel in den Verwaltungen erschweren eine wirksame Integrationsarbeit. Hinzu kommen finanzielle Belastungen und soziale Herausforderungen, die Kommunen häufig an ihre Grenzen bringen. Um dem zu begegnen, haben die Robert Bosch Stiftung und das gemeinnützige Start-up Lokalprojekte das Projekt"Integrationsmacher:innen"initiiert. Es unterstützt Kommunen dabei, durch digitale Innovationen ihre Integrationsarbeit zukunftsfähig zu gestalten. Jetzt startet die zweite Projektkohorte - mit den teilnehmenden Kommunen Karlsruhe, Freiburg und Salzwedel.
It s a match! - Kommunen und Fachkräfte werden verbunden
Das Prinzipähnelt einer Partnervermittlung: Kommunen, die eine konkrete Herausforderung angehen wollen, werden mit passenden Fachkräften aus Zivilgesellschaft oder Wirtschaft zusammengebracht. Diese"Macher:innen"arbeiten für sechs Monate direkt in der Verwaltung mit. In Freiburg wird beispielsweise ein digitaler Vorprüfprozess für Einbürgerungsanträge entwickelt, der die Bearbeitungszeit halbieren soll. Mit ihrem Blick von außen und ihrer Expertise schaffen sie den Raum, um gemeinsam mit der Verwaltung konkrete digitale Lösungsansätze für lokale Herausforderungen zu entwickeln.
Dass dieser Bedarf groß ist, zeigt eine von der Robert Bosch Stiftung geförderte Befragung (https://www.bosch-stiftung.de/de/publikation/nicht-mehr-am-limit-warum-die-lage-der-kommunen-bei-der-fluechtlingsaufnahme-dennoch) vom November 2025: Rund 45 Prozent der Ausländerbehörden arbeiten demnach"im Notfallmodus", und elf Prozent der Kommunen stufen ihre Situation bei der Unterbringung als"überlastet"oder ebenfalls"im Notfallmodus"ein.
Hannes Einsporn, Teamleiter Migration der Robert Bosch Stiftung, betont:"Durch die Integrationsmacher:innen werden konkrete Verbesserungen der Integrationsarbeit in Kommunen vor Ort erreicht. Darüber hinaus können erfolgreiche Ansätze skaliert und gezielt an Entscheidungsträger:innen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene kommuniziert werden."Damit die Impulse aus den Projektenüber einzelne Kommunen hinaus Wirkung zeigen, erhalten die Teilnehmenden Zugang zu einem deutschlandweiten Netzwerk, in dem sie voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und erfolgreiche Lösungen für andere Kommunen sichtbar machen können.
Erfolgsbeispiele aus der Praxis zeigen Wirkung
Dass der Ansatz funktioniert, hat bereits die erste Runde der"Integrationsmacher:innen"von 2023 bis 2024 gezeigt. Im ländlichen Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt beispielsweise erschwerten Personalmangel und unübersichtliche Absprachen die Integrationsarbeit; viele Akteure fühlten sich als Einzelkämpfer:innen. Gemeinsam entwickelten Verwaltung und"Macherin"ein digitales Netzwerk für alle hauptamtlichen Integrationsakteure. Die Plattform bündelt heute Wissen, schafft Transparenz und erleichtert den Austausch.
Auch in der aktuellen Runde des Projekts werden konkrete Probleme angegangen. In Freiburg etwa dauern Einbürgerungsverfahren aufgrund der hohen Antragszahlen teils bis zu vier Jahre. Das dortige Tandem aus Verwaltung und Integrationsmacher entwickelt nun einen digitalen Vorprüfprozess für Unterlagen. Ziel ist es, die Verfahren zu beschleunigen, die Mitarbeitenden zu entlasten und die Wartezeiten für Antragstellende deutlich zu verkürzen.
Carolina Leersch, Co-Geschäftsführerin der Lokalprojekte gGmbH, erklärt:"Integrationsmacher:innen sind besonders, weil sie mit einem frischen Blick in die Kommune kommen. Sie lernen die Verwaltung von innen kennen, stellen neue Fragen - und schaffen den Raum, um gemeinsam zu experimentieren und neue digitale Lösungswege zu entwickeln."
Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.bosch-stiftung.de/de/projekt/die-integrationsmacherinnen
Über die Robert Bosch Stiftung
Die Robert Bosch Stiftung arbeitet in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Globale Fragen. Mit ihrer Förderung setzt sie sich für eine gerechte und nachhaltige Zukunft ein. Die Stiftung ist gemeinnützig, unabhängig und überparteilich. Sie geht auf das Vermächtnis von Robert Bosch zurück. Der Unternehmer und Stifter formulierte darin den doppelten Auftrag, das Fortbestehen des Unternehmens zu sichern und sein soziales Engagement weiterzuführen. Die Robert Bosch Stiftung GmbH unterhält eigene Einrichtungen, entwickelt innovative Projekte und fördert auf internationaler wie lokaler Ebene. Die Erkenntnisse aus ihrer Förderung bringt die Stiftung in die Fachwelt unddie öffentliche Debatte ein.
Über Lokalprojekte
Lokalprojekte gGmbH bringt engagierte Menschen aus Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für lokale Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen. Mit einem praxisnahen, wirkungsorientierten Ansatz befähigt die Organisation Kommunen, Veränderung aktiv zu gestalten - etwa bei der Digitalisierung, im Klimaschutz, in der Integrationsarbeit oder bei Herausforderungen des Verwaltungsalltags.
Pressekontakt:
Stefanie Kaufmann Dimeski
Pressereferentin
Robert Bosch Stiftung
Stefanie.KaufmannDimeski(at)bosch-stiftung.de
Tel. +49 30 220025-312
Original-Content von: Robert Bosch Stiftung GmbH,übermittelt durch news aktuell
Themen in diesem Fachartikel:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.02.2026 - 09:36 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2231793
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin/Stuttgart
Kategorie:
Dieser Fachartikel wurde bisher 4 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"Digitale Impulse für Integration: Projekt"Integrationsmacher:innen"startet in Freiburg, Karlsruhe und Salzwedel die zweite Runde"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Robert Bosch Stiftung GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).



