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Kommentar von"nd.DieWoche"zum Ausschluss von Wladislaw Heraskewytsch

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(ots) - Für viele Menschen ist es Trauer, für einen Olympioniken soll es eine politische Botschaft sein: Weil der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch auf seinem Helm Bilder von im Krieg getöteten Sportlern aus seiner Heimat trägt, wurde er am Donnerstag von den Winterspielen ausgeschlossen. So verlangt es das Neutralitätsgebot der Olympischen Charta.

Folgt man diesem Gedanken mal kurz, dann ist das Vorgehen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchaus verständlich - denn sonst müsste jeder kurze Slogan, jedes kleine Bild, jeder Ohrring von Sportlerinnen und Sportlern überprüft werden. Und wer urteilt dann, was zulässig ist und was nicht? Es ist in jedem Fall eine funktionierende Handhabe, um diskriminierende Botschaften jedweder Art zuverhindern.

Die Sportwelt ist unangenehm kompliziert - gerade, wenn es um mächtige Verbände geht. Korruption oder engste Verbindungen zu Feinden des Friedens prägten auch immer das IOC. In diesem Fall ist das Handeln beschämend. Der neuen Präsidentin Kirsty Coventry soll es unter Tränen nicht gelungen sein, Heraskewytsch vom Helm-Verzicht zu überzeugen. In anderen Einzelfällen sieht sich ihr IOC dagegen nicht zuständig. So lautete die Antwort auf die Frage, warum vier Russen bei den Winterspielen starten dürfen? Sie sollen nachweislich gegen die Auflage für Neutrale Athleten verstoßen haben, den russischen Angriffskrieg nicht zu unterstützen. Der zuständige IOC-Prüfer Morinari Watanabe posiert lieber mit Kriegsbefürworter Nikita Nagorny - und Russland darf bald auch wieder im Weltsport Stärke zeigen.

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