93 Liter zuckerhaltige Erfrischungsgetränke 2024 pro Kopf produziert

(ots) -
- Produktionsvolumen zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke 2024 mit 7,7 Milliarden Liter deutlich über dem von Light-Produkten (1,5 Milliarden Liter)
- Jährlicher Zuckerverbrauch pro Kopf 2023 bei 41,2 Kilogramm
- 24 % der Erwachsenen und 8 % der Kinder und Jugendlichen 2022 von Adipositas betroffen
Der Konsum von Zucker und seine gesundheitlichen Folgen stehen immer wieder im Fokus deröffentlichen Debatte. Zur Reduzierung des Zuckerkonsums haben viele Staaten eine Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt und auch in Deutschland wird eine solche Maßnahme diskutiert. Im Jahr 2024 wurden hierzulande 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andereErfrischungsgetränke hergestellt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das entspricht knapp 93 Liter pro Kopf. Die Produktion zuckerhaltiger Getränke ist zuletzt nahezu gleichgeblieben (-0,2 % gegenüber dem Vorjahr). Mittelfristig gesehen ist die Produktion zuckerhaltiger Getränke leicht gesunken: gegenüber 2019 um 0,7 %.
18 Liter Light-Erfrischungsgetränke pro Kopf produziert
Zugleich ist die Produktion von Erfrischungsgetränken ohne Zucker (Light-Varianten) gestiegen. 2024 wurden 1,5 Milliarden Liter brennwertverminderte Cola und Limonaden hergestellt, das waren gut 18 Liter Light-Getränke pro Kopf. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Produktion um 5,7 %. Mittelfristig ist die Produktion von Light-Getränken 2024 um 6,1 % gegenüber 2019 gestiegen. Insgesamt übersteigt das Produktionsvolumen zuckerhaltiger Getränke jedoch das von Light-Produkten immer noch deutlich. Noch vor den zuckerhaltigen und Light-Erfrischungsgetränken kommt das Mineralwasser: 2024 wurden hierzulande 12,7 Milliarden Liter Mineral-, Tafel- und Heilwasser produziert. Das waren gut 152 Liter pro Kopf.
Menschen in Deutschland verbrauchen 38 Stück Würfelzucker pro Tag
Die durchschnittliche Menge an Zucker, die Menschen hierzulande täglich zu sich nehmen, liegt deutlich über dem, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt: Bei einer Person mit gesundem Körpergewicht, die täglich etwa 2 000 Kalorien zu sich nimmt, ist die Empfehlung bei etwa 50 Gramm Zucker pro Tag (knapp 17 Stück Würfelzucker). In Deutschland lag der durchschnittliche Zuckerverbrauch mehr als doppelt so hoch: Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) waren es im Jahr 2023 knapp 41,2 Kilogramm pro Kopf, was knapp 38 Stück Würfelzucker pro Tag entspricht. Im weltweiten Durchschnitt lag die Verbrauchsmenge von Zucker laut FAO bei 26,2 Kilogramm pro Person und Jahr, was 24 Stück Würfelzucker pro Tag entspricht.
Adipositas: Knapp ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland betroffen
Hoher Zuckerkonsum wirkt sich auf die Gesundheit aus und erhöht das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Angaben der WHO lebten 2022 in Deutschland knapp ein Viertel (24 %) der Erwachsenen und 8 % der Kinder und Jugendlichen (zwischen 5 und 19 Jahren) mit Adipositas (Fettleibigkeit). Weltweit waren es 16 % der Erwachsenen und 8 % der Kinder und Jugendlichen. Die Häufigkeit von Adipositas bei Erwachsenen hat sich weltweit zwischen 1990 und 2022 mehr als verdoppelt, bei Kindern und Jugendlichen sogar vervierfacht.
Der Anteilübergewichtiger Menschen an der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland liegt laut WHO seit 2006 konstant bei 61 %. Im Jahr 1992 - also 30 Jahre zuvor - lag der Anteil noch bei 53 %. Bei Kindern und Jugendlichen lag der Anteil derer, die übergewichtig waren, 2022 bei einem Viertel (25 %). Weltweit galten 43 % der Erwachsenen und 20 % der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig.
116 Staaten haben eine Zuckersteuer
Um den hohen Zuckerkonsum zu begrenzen, gab es 2024 nach Angaben der WHO in 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Laut WHO gilt eine derartige Steuer zum Beispiel in Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich, Saudi-Arabien, Brasilien, Indien und Südafrika.
Methodische Hinweise:
Der Berichtskreis der Produktionsstatistik umfasst Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten des Produzierenden Gewerbes. Unter zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken sind hier folgende Getränke zusammengefasst:
GP19-110719301 Cola-, Colamischgetr., nicht brennwertvermind.
GP19-110719303 Limonaden, nicht brennwertvermindert
GP19-110719305 Schorle / Wass. plus Frucht, z.B. Apfelschorle
GP19-110719306 Wass. m. Aromen, z.B. aromat. Min.-, Quellwass.
GP19-110719308 Vitamin-, Mineralstoff-Energiegetränke
GP19-110719309 Sonstige Erfrischungsgetränke, z.B. Brausen
Unter den Light-Getränken sind zusammengefasst:
GP19-110719302 Cola-, Colamischgetr., brennwertverm. (light)
GP19-110719304 Limonaden, brennwertvermindert (light)
In der Gesamtmenge des produzierten Mineral-, Tafel-, und Heilwassers sind enthalten:
GP19-110711301 Natürl. Mineralwasser mit hohem Kohlensäuregeh.
GP19-110711302 Natürl. Min.wass. m. wenig od. oh. Kohlensäure
GP19-110711304 Quellwasser,abgef., Tafelwasser,mit/oh.Kohlens.
GP19-110711307 Heilwasser, abgefüllt
Der Durchschnittswert des Produktionsvolumens pro Kopf wurde auf Basis der Bevölkerungszahl von 83 577 140 Menschen zum 31.12.2024 berechnet (Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022).
Der für den Zuckerverbrauch verwendete FAO-Indikator"Sugar&Sweeteners"berücksichtigt u. a. Rohrzucker, Rübenzucker, Rohzucker, raffinierten Zucker, aromatisierten Zucker, Fructose, Maltose, Ahornzucker und -sirupe, sonstige Zuckerpflanzen, Melasse, sonstige Fructose und Sirupe, Glucose und Dextrose, Laktose, Isoglucose und Honig. Basis der FAO-Schätzungen fürdie Pro-Kopf-Versorgung mit Zucker ist die gesamte Menge, die zu Nahrungszwecken im Inland zur Verfügung steht. Die Schätzungen berücksichtigen Produktionsmengen, Lagervorräte, Importe und Exporte.
Die WHO definiertÜbergewicht und Adipositas folgendermaßen:
Bei Erwachsenen:Übergewicht: Body Mass Index (BMI)>= 25; Adipositas: BMI>= 30.
Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 19 Jahren:Übergewicht:>= 1 Standardabweichungüber dem Median der WHO-Wachstumsreferenz; Adipositas:>= 2 Standardabweichungenüber dem Median der WHO-Wachstumsreferenz.
Weitere Informationen:
Weitere Daten zur Produktion im Verarbeitenden Gewerbe bietet Tabelle 42131-0004 unserer Datenbank GENESIS-Online.
Weitere Informationen zum weltweiten Zuckerverbrauch, zur Zuckersteuer, zur Zuckergewinnung und zum Zuckerpreis bietet unsere Themenseite.
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