Vötter/Oberhofer und Rieder/Kainzwaldner - Italienische Festspiele im Team Doppel

(ots) - Olympische Winterspiele Milano Cortina 2026
Andrea Vötter und Marion Oberhofer haben olympische Geschichte geschrieben. Die Italienerinnen sind die ersten Olympiasiegerinnen im Damen Doppel Team-Wettbewerb. Im Cortina Sliding Centre triumphierten die Weltmeisterinnen von 2023 mit zwei souveränen Durchgängen.
1:46,284 Minuten benötigten sie für ihre Siegfahrten bei ihren Heimspielen."Dass wir Olympiasiegerinnen sind, ist noch nicht bei mir angekommen", sagte Vötter, nachdem das gesamte italienische Team ihr noch in der Bahn gratuliert hatte. Dann beschrieb sie die entscheidende Fahrt:"Der zweite Lauf war so fein, ich wüsste nicht, was wir hätten besser machen können."
Unterfrau Oberhofer gab zu:"Am Start war ich total ruhig, auf dem Schlitten habe ich mir dann immer wieder gesagt: Konzentriere dich."So ganz nebenbei verbesserten sie im ersten Lauf den Startrekord auf 3,911 Sekunden.
Silber gewannen Dajana Eitberger und Magdalena Matschina. Die Deutschen hatten 0,120 Sekunden Rückstand. Für die 35 Jahre alte Eitberger ist es die zweite Silbermedaille. 2018 hatte sie bei den Spielen in Pyeongchang schon Silber gewonnen - im Einer. Nun dieselbe Farbe im Doppelteam."Dass ich mich noch einmal in einem Teamsport wiederfinden würde, hätte ich nicht gedacht", sagte Eitberger,"nach der Geburt meines Sohnes wusste ich 2022 definitiv, dass ich bis 2026 weitermachen würde. Ich wusste, dass noch etwas Großes kommen würde. An das Doppel habe ich damals noch nicht gedacht."
Auf Platz drei kamen Selina Egle und Lara Kipp. DieÖsterreicherinnen waren als Weltmeisterinnen und Führende im Gesamtweltcup die Favoritinnen. Allerdings unterliefen ihnen bei ihren beiden Fahrten zu viele Fehler. Trotz 0,259 Sekunden Rückstand freuten sie sich über die Medaille und strahlten bei der Siegerehrung. Für sie war es auchein besonderer emotionaler Moment, denn den ersten Doppelwettbewerb für Damen hatten sie bei den Youth Olympic Games 2020 in Lausanne auf dramatische Weise verpasst. Im Training hatte sich Egle damals den Fuß gebrochen, an einen Start war nicht zu denken."Die Medaille bedeutet uns brutal viel", sagte Egle,"Olympische Spiele sind noch einmal etwas anderes, da spielen die Nerven so mit. Ich merke jetzt, wie emotional ich bin und wie viel Druck abfällt."
Viel Prominenz wollte bei der Premiere des neuen Wettbewerbes am Eiskanal dabei sein. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella drückte selbstverständlich seinen Landsfrauen Vötter und Oberhofer die Daumen. Mit Erfolg. Als neutrale Beobachter kamen Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), in Begleitung ihres Vorgängers Thomas Bach und dem britischen IOC-Mitglied Prinzessin Anne an die Strecke.
Sie sahen auch, wieüberraschend die beiden Lettinnen Marta Robezniece/Kitija Bogdanova mit 0,512 Sekunden Rückstand auf Platz vier kamen, vor dem US-Team Chevonne Forgan/Sophia Kirkby (1,281) und den Polinnen Nikola Domowicz/Dominika Piwkowska (1,952).
Bei den Herren wurden die italienischen Festspiele fortgesetzt. Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner gewannen mit zwei sauberen Fahrten in 1:45,086 Minuten Gold. Ihr erster großer Erfolg. Bislang hatten sie lediglich Silber bei den Weltmeisterschaften 2020 in Sotschi im Sprint gewonnen.
"Nach unseren vielen Trainingsfahrten konnten wir unseren Heimvorteil nutzen", sagte Vordermann Rieder. Und Hintermann Kainzwaldner ergänzte:"Damit hat sich auch die viele Arbeit in der Werkstatt ausgezahlt. Im Sommer haben wir unseren Schlitten komplett neu aufgebaut."
Platz zwei und Silber mit 0,068 Sekunden Rückstand ging an das österreichische Team Thomas Steu und Wolfgang Kindl. Beide sind bereits dekoriert. Steu hat 2022 mit seinem früheren Partner Lorenz Koller Silber (Staffel) und Bronze (Doppel) gewonnen, Kindl bei denselben Spielen zweimal Silber (Einzel und Staffel). Nun gab s für die Doppel-Weltmeister 2024 die erste Medaille als Team."Extrem geil!", freute sich Steu.
Für Tobias Wendl und Tobias Arlt endete eine Siegesserie. Nach drei Goldmedaillen sicherten sich die Deutschen Bronze (0,090 Sekunden zurück). Mit einem starken zweiten Lauf konnten sie ihre Teamkollegen Toni Eggert und Fabian Müller (0,183) noch überholen und haben damit in der Team Staffel eine weitere Medaillenchance. Bislang haben sie sechsmal Gold und einmal Bronze gewonnen. Wie ihre frühere Trainingskollegin Nathalie Geisenberger.
Fünfte wurden die Letten Martins Bots und Roberts Plume (0,198). Tragisch dagegen verlief der Wettbewerb für Marcus Mueller und Ansel Haugsjaa. Die jungen Amerikaner waren im ersten Durchgang in 52,482 Sekunden Bahnrekord gefahren. Doch im zweiten Durchgang unterliefen ihnen vor allem im unteren Teil der Bahn zu viele Fehler, sodass sie noch auch Platz sechs mit 0,207 Sekunden Rückstand zurückfielen.
Am Donnerstag, 12. Februar 2026 gehen die Olympischen Rodel-Wettbewerbe mit der Entscheidung in der Team Staffel zu Ende. Der Wettbewerb beginnt um 17 Uhr (Ortszeit/CET).
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Datum: 11.02.2026 - 21:44 Uhr
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