Bischof Meier zu Solidaritätsbesuch in Damaskus eingetroffen

(ots) - Inmitten der politisch fragilen Umstände und vor dem Hintergrund einer ungewissen Zukunft Syriens ist der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), gestern Abend (10. Februar 2026) in der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Von Beirut ging es über den Landweg nachSyrien, wo sich Bischof Meier bis zum kommenden Freitag aufhalten wird. Rund ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Bashar al-Assad und der Machtübernahme durch die islamistische Hayat Tahrir al-Sham-Miliz (HTS) macht sich Bischof Meier vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation. Zugleich bringter trotz aller Sicherheitsrisiken einer solchen Reise die Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit der christlichen Minderheit zum Ausdruck. Dazu sind Gespräche mit Repräsentanten christlicher Kirchen, den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland und des Heiligen Stuhls sowie einer Ministerin aus dem Kabinett von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa vorgesehen. Neben Damaskus besucht Bischof Meier auch die christlich geprägten Orte Saidnaya und Maalula.
"Im Mittelpunkt meiner Reise nach Syrien steht die Solidarität mit der christlichen Minderheit. Ich möchte ein Zeichen setzen, dass die syrischen Christinnen und Christen international nicht vergessen sind. Sie können auf die Unterstützung der katholischen Kirche in Deutschland zählen. Gerade jetzt, da Unsicherheit und Angst den Alltag vielerMenschen prägen, ist es mir wichtig, persönlich nach Syrien zu kommen", so Bischof Meier zum Auftakt der Reise."Ebenso wie andere religiöse Minderheiten gehören Christen seit fast zweitausend Jahren zu diesem Land. Angesichts der islamistischen Übergangsregierung, der anhaltenden Gewalt und mangelnder Perspektiven fühlen sie sich bedroht. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte sich die Auswanderung von Christen ausSyrien weiter verstärken. Es darf aber nicht dazu kommen, dass Syrien zu einem Land ohne Christen wird. Dies nämlich wäre ein immenser Schaden nicht nur für das arabische Christentum, sondern auch für die syrische Kultur und Gesellschaft."
Nach 13 Jahren blutigem Bürgerkrieg endete im Dezember 2024 abrupt die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans. Während vor dem Krieg noch etwa 1,5 Millionen Christinnen und Christen im Land lebten, wird ihre Zahl heute auf rund 300.000 geschätzt. So groß die anfängliche Erleichterung über den Sturz derRegierung auch war, wurde sie schnell von großen Sorgen überschattet - insbesondere bei den religiösen und ethnischen Minderheiten wie Christen, Drusen und Kurden. Massaker an der alawitischen Bevölkerungsgruppe sowie der Selbstmordanschlag auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kircheim vergangenen Jahr trugen maßgeblich dazu bei. Die Kirche wird Bischof Meier in Damaskus besuchen und sich außerdem über die Arbeit der Caritas vor Ort informieren.
"In einer nach wie vor angespannten Lage in Syrien komme ich mit vielen Fragen nach Damaskus: Wie erleben die Christen vor Ort die aktuelle Situation? Was erwarten sie von einem neuen Syrien? Und was ist notwendig, damit die Christen wieder eine sichere Zukunft in dem Land haben, zu dem sie genauso wie alle Syrerinnen und Syrer gehören? Ich möchte den Menschen zuhören, ihre Sorgen und Hoffnungen kennenlernen und ihnen zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen", so Bischof Meier.
In einem Gespräch mit dem Geschäftsträger der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Damaskus, Botschafter Clemens Hach, hatte sich Bischof Meier noch vor Beginn der Reise eine aktuelle Einordnung geben lassen. Botschafter Hach verwies auf den bislang pragmatischen Kurs der neuen Regierung unter Präsident al-Sharaa, die außenpolitisch auf Deeskalation und internationale Zusammenarbeit setze und das Land schrittweise stabilisieren wolle. Deutschland werde dabei als wichtiger Partner wahrgenommen - nicht zuletzt wegen der Aufnahme vieler syrischer Geflüchteter, der klaren Haltung gegenüber dem Assad-Regime und der frühen Gesprächsbereitschaft gegenüber der neuen Führung. Zugleich machte der Botschafter deutlich, dass sich dieser Kurs in konkreten Fortschritten bewähren müsse.
Hinweise:
Über die Kanäle der sozialen Medien der Deutschen Bischofskonferenz wird in den nächsten Tagen knapp über den Reiseverlauf berichtet. Bildmaterial wird über der DBK-Mediendatenbank (https://medien.dbk.de/share/DA5E75A0-3AED-4349-A9C80864D7ED4611/) zur Verfügung gestellt, wenn Bischof Meier wieder nach Beirut zurückgekehrt ist (Freitagabend, 13. Februar 2026). Er steht dann für Interviews zur Verfügung. Anfragen dazu richten Sie bitte per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.
Pressekontakt:
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
Postanschrift
Postfach 29 62
53019 Bonn
Tel: 0228/103-214
Fax: 0228/103-254
E-Mail: pressestelle(at)dbk.de
Home: www.dbk.de
Original-Content von: Deutsche Bischofskonferenz,übermittelt durch news aktuell
Themen in diesem Fachartikel:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.02.2026 - 09:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2230630
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Bonn
Kategorie:
Dieser Fachartikel wurde bisher 4 mal aufgerufen.
Der Fachartikel mit dem Titel:
"Bischof Meier zu Solidaritätsbesuch in Damaskus eingetroffen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Bischofskonferenz (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).



