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Aromaverbot - E-Zigaretten im Visier des Gesetzgebers / Expertengruppe warnt vor unbeabsichtigten negativen Effekten auf das Gesundheitssystem

ID: 2229771

(ots) - Eine neue Verordnungsvorlage des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sieht vor, 13 Zusatzstoffe in E-Zigaretten zu verbieten, darunter auch Menthol. Dies kommt einem Verbot der E-Zigarette selbst gleich. Eine interdisziplinäre Expertengruppe aus Ärzten der Fachrichtungen Kardiologie, Pneumologie, Angiologie,Gefäßchirurgie und Suchtmedizin zeigt sich besorgt über das geplante Verbot. Die Mitglieder begrüßen zwar zielgenaue Maßnahmen zum Schutz der Jugend vor Nikotinprodukten, weisen jedoch auf unbeabsichtigte Konsequenzen des geplanten Verbots für erwachsene Raucher hin, die von schädlichen Verbrennungszigaretten auf E-Zigaretten umsteigen.

Aromaverbot zielt in die falsche Richtung

Ärzte, die täglich rauchende Patienten behandeln, fragen sich: Wie gelingt es, diese Menschen zum Rauchstopp zu bewegen oder ihnen zumindest den Umstieg auf deutlich weniger schädliche Varianten des Nikotinkonsums zu ermöglichen, wenn der Rauchstopp keine Option ist? Und wie wird man dabei dem Jugendschutz gerecht? Leider wird durch das Verbotsvorhaben des BMLEH nichts von beiden erreicht. Stattdessen wird unbeabsichtigt eine fatale Lenkungswirkung erzielt, denn die weitaus schlechtere Alternative bleibt ja verfügbar: die Zigarette mit verbranntem Tabak. Rauchende Patienten, bisher nichtrauchende Menschen und Jugendliche können also jederzeit weiter zu den herkömmlichen Zigaretten greifen, deren gesundheitsschädliche Wirkung laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) deutlich größer ist als die der E-Zigaretten.

Studienlage ist international eindeutig

Was Jugendliche angeht, zeigen aktuelle Studien aus den USA, dass Maßnahmen zur Einschränkung von Aromen zwar mit einem gewissen Rückgang des E-Zigarettenkonsums einhergehen, aber auch eine unbeabsichtigte Zunahme des Zigarettenkonsums zur Folge haben können. So führte im Jahr 2018 in San Francisco insbesondere das Verbot von Mentholaromen zu einem Anstieg zigarettenrauchender Jugendlicher, während der Zigarettenkonsum in umliegenden Gegenden ohne Mentholverbot zurückging. Für erwachsene Raucher hat die FDA im Jahr 2024 in den USA Menthol-haltige E-Zigaretten nach intensiver wissenschaftlicher Prüfung zugelassen. Auf der anderen Seite weist das BfR nun auf mögliche gesundheitliche Risiken von Menthol auf Basis von Nagetierstudien hin. Was aber sagen große klinische Studien dazu? In Korea konnte beispielsweise anhand von mehr als 17.000 Rauchern gezeigt werden, dass ein Umstieg auf E-Zigaretten das Auftreten schwerwiegender kardialer Ereignisse nahezu im gleichen Maße reduzierte, wie ein vollständiger Rauchstopp. Geringere gesundheitliche Risiken von E-Zigaretten, auch mit Menthol, gegenüber dem Zigarettenrauchen, die das BfR ja bestätigt, sollten vom Gesetzgeber entsprechend in Erwägung gezogen werden, bevor Menschen in Ermangelung einer Alternative wieder zu den schädlicheren Zigaretten greifen.





Effekte gehenüber das Gesundheitssystem hinaus

Die Verbotsinitiative des BMLEH ist vermutlich gut gemeint, lässt aber wesentliche Aspekte außer Acht. Einerseits verwundert die Eile, mit der dieses Verbot durchgesetzt werden soll, andererseits scheint fraglich, ob sich alle Beteiligten über die möglichen unerwünschten Effekte im Klaren sind. Speziell das Verbot von Mentholaromen kann sich negativ auf das Gesundheitssystem auswirken. Hinzu kommt eine zu erwartende Ausweitung des Schwarzmarkthandels. Hierbei werden ungeprüfte Fabrikate an den Regulierungsbehörden und dem deutschen Fiskus vorbeigeschleust und jeder Jugendschutz ignoriert. Daher ist zunächst eine intensive Debatteauf Expertenebene angebracht, die mögliche unerwünschte Konsequenzen berücksichtigt und der Tragweite des Vorhabens wirklich gerecht wird.

Pressekontakt:

Prof. Dr. Knut Kröger
info(at)thrombose-initiative.de


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Datum: 06.02.2026 - 09:44 Uhr
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