"Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten"am Sonntag, 8. Februar 2026, um 18:30 Uhr vom BR im Ersten

(ots) - Moderation: Natalie Amiri
Geplante Themen:
Iran: Brutalität gegen Protest
Greifen die USA den Iran an oder kommt es zu einer Lösung am Verhandlungstisch? Während diese Frage gerade international für viel Aufsehen sorgt, fragen sich viele Menschen im Iran, wie es eigentlich für sie weitergehen soll. Denn erst wenige Wochen ist es her, dass Hunderttausende im Iran gegen die eigene Führung protestierten. Das Regime schlug die Proteste brutal nieder und verfolgt Kritiker in einer bisher nicht da gewesenen Dimension. (Katharina Willinger, ARD Istanbul)
Israel: Zurück ins Leben
Ein Jahr nach seiner Freilassung aus der Geiselhaft der Hamas spricht Eli Sharabi aus dem Kibbutz Be eri erstmals ausführlich über seine 491 Tage als Geisel der Hamas im Gazastreifen. Am 7. Oktober 2023 wurde er vor den Augen seiner Familie verschleppt - seiner Frau Libi und den beiden Töchtern Noya und Yahel versprach er zurückzukommen.
Was folgte, warenüber 15 Monate in unterirdischen Tunneln bei ständigem Hunger und Gewalt. Als Führungsfigur unter den Geiseln entwickelt Sharabi Überlebensstrategien: Gemeinsames Beten und das tägliche Ritual, mindestens eine gute Sache über den Tag zu berichten.
Als er im Februar 2025 freikommt, erfährt er die schreckliche Wahrheit: Seine Frau und beide Töchter wurden bereits am Tag seiner Entführung getötet.
Seinem Schmerz begegnet der 53-Jährige mit bemerkenswerter Haltung:"Ich hasse niemanden, das ist nur Zeitverschwendung."Sharabi sagt, er liebe das Leben - trotz allem. (Sophie von der Tann, ARD Tel Aviv)
Syrien: Kurden ohne Autonomie
Aysel Mohammed ist 29 Jahre alt, zweifache Mutter und lebt in Derik im Nordosten Syriens. Nachts patrouilliert sie als Zivilistin durch die Straßen ihrer Stadt - wie viele Kurden, die angesichts der angespannten Sicherheitslage derzeit rekrutiert werden. Vor zehn Jahren erkämpften sich die Kurden in der Region weitreichende Autonomierechte, von denen heute nur noch wenig geblieben ist.
Wie positionieren sich die Kurden in einem neuen Syrien, in dem ihnen Minderheitenrechte zugesichert werden? Und wie gehen sie mit der Bedrohung durch Milizen um, die kurdische Gebiete angreifen und gezielt Gewalt gegen Frauen einsetzen? (Ramin Sina, ARD Kairo)
Bulgarien: Zwischen Gen Z-Protest und Wahl
Bulgarien befindet sich in einer politischen Dauerkrise. Das Land steht vor der achten Parlamentswahl in nur fünf Jahren. Korruption und mafiöse Strukturen haben zu großer politischer Instabilität geführt. Wir treffen Blagomir Kotsev, den Bürgermeister von Varna: Fünf Monate saß der Oppositionspolitiker unter dubiosen Umständen in Haft. Viele werten seine Inhaftierung als politisch motiviertes Manöver der Regierung.
In diesem turbulenten Umfeld versucht die junge Generation, Veränderungen herbeizuführen. Ivaylo Madzharov und Asen Lazarov sind prominente Gesichter der Gen Z, die mit ihrer Plattform"Active Politics"die Regierung zu Fall brachten und sich für eine transparente Politik einsetzen. Inzwischen ist auch der prorussische Staatspräsident zurückgetreten, um bei den Wahlen Regierungschef zu werden - ausgerechnet jetzt, wenn prowestliche Demonstrationen gegen Korruption im Land die Jugend mobilisieren. (Andreas Bachmann, ARD Wien)
Großbritannien: Erosion des Rechtsstaats
Anwälte werden bedroht, Richter als Aktivisten dargestellt: Im Vereinigten Königreich wächst der Druck auf die rechtsstaatliche Arbeit und Institutionen. Dazu tragen auch Politiker bei, die Richter und Anwälte offen angreifen und ihnen vorwerfen, beispielsweise Migranten zu vertreten oder angeblich nicht-ausgewogene Urteile zu fällen. Zuletzt kritisierte der justizpolitische Sprecher der Konservativen Robert Jenrick Richter auf offener Bühne des Tory-Parteitags. Jenrick ist mittlerweile zu Reform UK übergelaufen. Anwälte und Richter schlagen Alarm: Sie sehen die Unabhängigkeit der Justiz in Gefahr. (Christoph Prössl, ARD London)
Kenia: Mein neues Ich
Ness Njagi ist Kenianerin. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder - ein scheinbar normales Leben. Doch in ihrer Kindheit erlebte Ness einen Alptraum: Als kleines Mädchen wurde sie beschnitten im Alter von nur sechs Jahren zusammen mit ihren beiden Schwestern im Haus ihrer Großmutter.
Ein tiefer Schmerz, den sie seit dieser Zeit in sich trägt, seelisch und körperlich. Doch eines Tages trifft Ness eine Entscheidung, die ihr Leben völlig verändern wird: In einer Operation lässt sie ihr Geschlecht rekonstruieren - ein mutiger Schritt.
Kann sich Ness danach wieder ganz fühlen? Wird die Operation ihr das zurückgeben, was ihr als Kind genommen wurde? Oder bleibt die Leere für immer? (Karin Bensch, ARD Nairobi)
Singapur: Eine Zukunft für den Lion Dance
Mitte Februar beginnt In vielen asiatischen Ländern ein neues Jahr - überall dort, wo nach dem Mondkalender gerechnet wird. Auch in Singapur wird Chinese New Year groß gefeiert. Und das heißt: Hochsaison für den Lion Dance. Mit Trommeln, Zimbeln, und leuchtenden Kostümen soll die jahrhundertealte Tanztradition böse Geistervertreiben sowie gleichzeitig Glück und Wohlstand bringen. Doch immer weniger junge Menschen entscheiden sich für diesen anspruchsvollen Tanz.
Eine, die sich bewusst dafür entschieden hat, ist Nuraini. Sie trägt den Löwenkopf und hat damit eine der körperlich anstrengendsten Rollen im Lion Dance. Als muslimische Malaiin zögerte sie lange, sich einem chinesischen Team anzuschließen:"Ich hatte Angst, nicht akzeptiert zu werden - weil so viele Männer im Team sind und weil ich dachte, ich passe nicht hinein."Trotzdem meldete sie sich an, trainierte, nahm Stürze und Kritik in Kauf. Und heute steht sie bei Auftritten ganz vorne. (Christiane Justus, ARD Singapur)
Redaktion: Judith Schacht (BR)
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Datum: 05.02.2026 - 16:55 Uhr
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