8,4 Milliarden Euro für Start-ups: Warum Gründer trotzdem immer schwerer Geld bekommen
(ots) - In Deutschland sind 2025 8,4 Milliarden Euro in Start-ups geflossen und trotzdem werden Finanzierungsrunden seltener. Genau diese Mischung bringt Gründer unter Druck. Denn Investoren geben Geld, aber sie geben es nur noch den am besten vorbereiteten Unternehmen. Wer nicht in wenigen Minuten glasklar zeigen kann, warum der Case funktioniert, fliegt raus. Häufig scheitert es nicht am Produkt, sondern an den Zahlen: unplausibler Kapitalbedarf, fehlende Liquiditätsplanung, zu dünne Story.
Investoren kaufen heute weniger Vision, sondern mehr Substanz. Wie Gründer 2026 die richtigen Signale senden, welche Dokumente wirklich sitzen müssen und warum Investor-Fit entscheidender ist als die nächste Intro-Mail, erklärt Ihnen dieser Beitrag.
Weniger Deals, höhere Anforderungen
Die sinkende Anzahl an Finanzierungsrunden trotz hoher Gesamtinvestitionen ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels. Seit 2025 fließt Kapital deutlich fokussierter in Unternehmen, die klar positioniert, professionell vorbereitet und finanziell belastbar aufgestellt sind. Investoren investieren größere Tickets, erwarten im Gegenzug jedoch ein hohes Maß an Klarheit und Substanz.
Entscheidend ist dabei die sogenannte Investor-Readiness. Viele Start-ups unterschätzen, wie stark sich die Bewertungskriterien verschoben haben. Visionäre Versprechen und ambitionierte Marktannahmen reichen nicht mehr aus. Gefordert sind nachvollziehbare Wachstumslogiken, belastbare Kennzahlen und eine stringente Argumentation, warum genau dieses Unternehmen in seinem Markt bestehen kann. Der Wettbewerb um Kapital findet damit nicht mehr primär auf Ideenebene statt, sondern auf der Ebene professioneller Vorbereitung.
Zahlen statt Bauchgefühl
Ein zentraler Schwachpunkt vieler Gründerteams liegt in der finanziellen Planung. Häufig ist der Kapitalbedarf nicht sauber aus einer Liquiditätsplanung abgeleitet, sondern orientiert sich an groben Schätzungen oder Wunschvorstellungen. Monatliche Cashflow-Logiken fehlen ebenso wie eine klare Verbindung zwischen Kapital, Runway und strategischen Meilensteinen.
Hinzu kommen unrealistische Bewertungen, die weder aus Markt, Traktion noch aus Finanzlogik herleitbar sind. Solche Annahmen wirken auf Investoren unprofessionell und untergraben Vertrauen frühzeitig. Gerade in einem selektiven Marktumfeld führen fehlende Plausibilität und mangelnde Transparenz dazu, dass Gespräche schneller beendet werden. Investoren erwarten heute quantitative Stringenz und die Fähigkeit, jede Zahl erklären zu können.
Die drei Dokumente, die entscheiden
Ab 2026 kristallisieren sich drei Unterlagen heraus, die aus Investorensicht zwingendüberzeugen müssen. An erster Stelle steht das Info-Memo. Es entscheidet, ob sich ein Investor überhaupt intensiver mit dem Case beschäftigt. Klarheit, Struktur und Fokus auf Markt, Geschäftsmodell, Traction sowie Kapitalverwendung sind hier entscheidend.
Darauf folgt das Pitchdeck, das die Equity Story präzise auf den Punkt bringen muss. Problem, Lösung, Markt, Wachstum und Zahlenlogik müssen nahtlos ineinandergreifen. Marketingfloskeln oder Buzzwords wirken dabei eher abschreckend als überzeugend.
Den finalen Ausschlag gibt der Finanzplan. Eine monatliche Liquiditätsplanung, eine realistische Runway-Logik von zwölf bis 18 Monaten sowie nachvollziehbare Annahmen sind der eigentliche Vertrauensbeweis, dass der Case funktionieren kann.
Warum Investor-Fit wichtiger wird
Kapital allein ist längst nicht mehr der entscheidende Erfolgsfaktor. Der strategische Mehrwert eines Investors gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unterschiedliche Investoren bringen unterschiedliche Erfahrungen, Netzwerke und Erwartungen mit. Entscheidend ist, ob sie zur Phase, zum Geschäftsmodell und zur geplantenEntwicklung des Unternehmens passen.
Ein guter Investor-Fit zeigt sich im Stage-Fit, im Verständnis für das Businessmodell, im strategischen Hebel über reines Kapital hinaus und in der menschlichen Zusammenarbeit. Der richtige Investor kann Wachstum beschleunigen, Zugänge öffnen und Folgefinanzierungen erleichtern. Der falsche hingegen kann Prozesse verlangsamen und strategische Entscheidungen blockieren.
Fazit
Der deutsche Start-up-Markt ist nicht ausgetrocknet– er ist anspruchsvoller geworden. Kapital ist vorhanden, aber es folgt klaren Regeln. Gründer, die ab 2026 erfolgreich finanzieren wollen, müssen weniger überzeugen, dafür präziser argumentieren. Substanz schlägt Vision, Vorbereitung schlägt Geschwindigkeit. Wer diese Realität versteht und seine Unterlagen, Zahlen und Investorenstrategie darauf ausrichtet, erhöht seine Chancen deutlich – auch in einem selektiven Marktumfeld.
Über Lucas Roemer
Lucas Roemer ist Gründer und CEO der Roemer Capital GmbH in Düsseldorf. Er berät Tech-Start-ups bei Fundraising, Investor Readiness und Kapitalstrategie. Als externer CFO unterstützt er Gründer mit Finanzmodellen, KPIs, Businessplänen und Equity Stories. Seine Erfahrung umfasst Stationen u. a. im Investment Banking in Paris und London sowie bei KPMG, CoachHub und Forto. Mehr Informationen unter: https://www.roemer-capital.com/
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Datum: 04.02.2026 - 14:01 Uhr
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