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16,1 % der Bevölkerung in Deutschland sind armutsgefährdet

ID: 2228782

(ots) -
- Alleinlebende, Alleinerziehende und Nichterwerbstätige haben besonders häufig ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze
- 21,2 % der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht

Rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland hatten zuletzt ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze und galten deshalb als armutsgefährdet. Das waren 16,1 % der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Erstergebnissen der Mikrozensus-Unterstichprobe zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) 2025 mitteilt. Ein Jahr zuvor hatte die Armutsgefährdungsquote bei 15,5 % gelegen.

Nach Definition der Europäischen Union (EU) gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2025 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland netto (nach Steuern und Sozialabgaben) bei 1 446 Euro im Monat (2024: 1 381 Euro) und für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3 036 Euro im Monat (2024: 2 900 Euro). Um das Einkommen vollständig zu erfassen, wird das Jahreseinkommen erfragt. Dadurch beziehen sich die Fragen zum Einkommen auf das Vorjahr der Erhebung, bei EU-SILC 2025 also auf das Jahr 2024.

Alleinlebende und Personen in Alleinerziehenden-Haushalten besonders häufig armutsgefährdet

Betrachtet man die Armutsgefährdungsquote nach verschiedenen Haushaltstypen, weisen zwei Gruppen eine überdurchschnittlich hohe Quote auf. 30,9 % der Alleinlebenden und 28,7 % der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten hatten zuletzt ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Beim Vergleich nach dem überwiegenden Erwerbsstatus haben Arbeitslose mit 64,9 % die höchste Armutsgefährdungsquote. Aber auch andere Nichterwerbstätige (33,8 %) sowie Personen im Ruhestand (19,1 %) sind überdurchschnittlich stark durch Armut gefährdet.

21,2 % der Bevölkerung sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht





Betrachtet man neben der Einkommenssituation auch die Möglichkeiten der Menschen zur Teilhabe an der Gesellschaft, zeigt sich ein umfassenderes Bild der sozialen Lage. In Deutschland waren im Jahr 2025 rund 17,6 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, das waren 21,2 % der Bevölkerung. Gegenüber dem Vorjahr (21,1 %) bliebdieser Anteil nahezu unverändert. Nach EU-Definition gilt eine Person als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft: Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, ihr Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialerEntbehrung betroffen oder sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse stammen aus der seit 2020 in Deutschland als Unterstichprobe in den Mikrozensus integrierten europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC). EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Armutsgefährdung und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union.

Zur Verkürzung des Zeitraums zwischen dem Ende des Erhebungsjahres und der Ergebnisbereitstellung werden seit dem Erhebungsjahr 2020 zunächst Erstergebnisse und mit einigem zeitlichen Abstand Endergebnisse veröffentlicht. Die hier angegebenen Ergebnisse für 2025 sind Erstergebnisse. Sie basierenauf dem Mikrozensus-Hochrechnungsrahmen aus dem Zensus 2022.

In der Erhebung EU-SILC ist die Grundlage für die Einkommensmessung in einem Erhebungsjahr das gesamte verfügbare Haushaltseinkommen (Einkommen nach Steuern und Sozialabgaben) des Vorjahres. Die Fragen zum Einkommen beziehen sich also auf das Vorjahr der Erhebung. Im Jahr 2025 wurden 47 444 Haushalte und 81 255 Personen ab 16 Jahren zuihren Einkommen und Lebensbedingungen befragt.

Weitere Informationen:

Diese und weitere Ergebnisse der Erhebung EU-SILC 2025, zum Beispiel nach Alter, Geschlecht und Haushaltstyp, sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes auf der Themenseite"Einkommen und Lebensbedingungen, Armutsgefährdung"sowie im Statistischen Bericht und in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 12241) veröffentlicht.

Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.

Weitere Auskünfte:
Einkommen, Konsum, Lebensbedingungen
Telefon: +49 611 75 8880
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44


Original-Content von: Statistisches Bundesamt,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 03.02.2026 - 08:00 Uhr
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