3sat-Dokuüber staatlich finanzierten Kindesmissbrauch

(ots) - Über drei Jahrzehnte lang schicken Berliner Jugendämter ab Ende der 1960er-Jahre schwer erziehbare Minderjährige zu pädophilen Straftätern – unter Aufsicht des renommierten Pädagogen Helmut Kentler. Der Film"Das Kentler-Experiment– staatlich finanzierter Kindesmissbrauch"beleuchtet die Hintergründe eines beispiellosen Behördenversagens und erzählt die Geschichte eines Opfers, das bis heute mit den Folgen zu kämpfen hat. Die Dokumentation ist ab Mittwoch, 28. Januar 2026, in der 3satMediathek abrufbar und am Mittwoch, 4. Februar 2026, um 20.15 Uhr in 3sat als Erstausstrahlung zu sehen.
Kentlers Aufstieg zum Star der Sexualwissenschaft
Helmut Kentler, Jahrgang 1928, zählt zur Zeit der Studentenbewegung in West-Berlin Ende der 1960er-Jahre zu den Stars der Sexualwissenschaft. Als progressiver Erziehungswissenschaftler füllt Kentler mit seinen Aufklärungsschriften eine Lücke in der sich sexuell befreienden Bundesrepublik."Dadurch hat er sich einen bestimmten Ruf sozusagen erarbeitet als Vorreiter der sexuellen Befreiung, als Vorreiter der gesellschaftlichen Befreiung insgesamt", beschreibt Erziehungswissenschaftler Dirk Bange den damaligen Status Kentlers. Ab 1969 führt der Forscher in Zusammenarbeit mit der Berliner Jugendbehörde ein Experiment durch: Drei wegen Pädophilie vorbestrafte Hausmeister sollen sich als Pflegeväter um Berliner Straßenjungen kümmern, ganz offiziell, mit Pflegegeld und Supervision durch Kentler.
Missbrauch im Namen der Reformpädagogik
Zur Zeit des Modellversuchs arbeitet Kentler als Abteilungsleiter beim Pädagogischen Zentrum in Berlin, einem bundesweit beachteten Reformlabor. Der Pädagoge nimmt selbst gestrandete Jungs bei sich auf, adoptiert drei von ihnen und missbraucht sie. Das Berliner Jugendamt schickt – beraten von Kentler – verhaltensauffällige Teenager zu Kentlers Kollegen Herbert E. Colla-Müller und an die Odenwaldschule. Auch sie erfahren sexualisierte Gewalt. Hinzu kommt: Das pädophile Täternetzwerk lässt sich seine"Dienste"finanziell vergüten. Wie konnte das geschehen? Mit Wissen und Mitteln durch staatliche Stellen? Es sei ein"organisationales Versagen"gewesen, teilt die Berliner Senatsverwaltung auf Anfrage mit.
Der Film befragt Weggefährten und Fachleute, die das Kentler-Experiment aufarbeiten: Theresa Nentwig, Politikwissenschaftlerin; Jürgen Oelkers, Erziehungswissenschaftler; Dirk Bange, Erziehungswissenschaftler; Uwe Sielert, Sexualpädagoge; Christiana Bers, Erziehungswissenschaftlerin, sowie Ursula Enders, Gründerin des Kölner Vereins"Zartbitter", Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt.
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Datum: 27.01.2026 - 10:11 Uhr
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