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Wo der Fußball wirklich zu Hause ist

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Sonntagmorgens in der Provinz


(IINews) - ´Sonntagmorgens in der Provinz´ lautet der Titel des soeben im Leipziger I.C.H. Verlag erschienenen und im Folgenden hier besprochenen Buches. Erdacht und geschrieben von R. E. Brosa, seines Zeichens nicht etwa Journalist oder ein Chronologe ländlichen Lebens, auch kein Sportreporter oder alternder Fußballprofi, wie es der Untertitel ´Geschichten vom Fußballplatz´ vielleicht dem einen oder anderen suggerieren könnte, sondern ganz seriös und weitab vom Sport Verlagskaufmann und Grafiker, mit offensichtlich einem Gespür und dem Blick für die Komik des Alltags, besonders wenn der sich immer und immer wieder wiederholt, wie die Grüße des bekannten Murmeltieres. Denn in besagter Provinz wird noch richtiger Fußball gespielt. Und das am Sonntagmorgen, jeden Sonntagmorgen.
Und meistens sind es Heimspiele, was zum einen denörtlichen Pfarrer dieser im Buch nicht näher genannten Gemeinde ärgert, der nicht wirklich mit dem Volkssport Nummer eins zu konkurrieren vermag, zum anderen Heinz Ackermann, an dessen Grundstück der Bolzplatz grenzt und der vor Wut alle diese Grenze überfliegenden Bälle bei sich behält, was einen flüssigen Ablauf einer jeden Partie zumindest erschwert. Neben dem halben Dorf als anonymer Fan und meist enttäuschter Zuschauer, sind das nur zwei der hier aktiven Protagonisten. Weitere wären beispielsweise der unglückliche Stürmer Julian Hebelmayer, sein (halb)russischer Nebenmann Dimitri Schlunski, der zeitweise einhändige Torwart Thorben Hoppemann, natürlich Trainer Jens Kolkokowsky, sowie Manager Peter-Ulrich Lohmann, um nur einige zu nennen. Fehlen darf natürlich in diesem Sport auf keinen Fall der in der Provinz einsame und einzige HooliganMatthias Sanftmann, schöner Name übrigens, der nur höchst selten jemanden zum Verprügeln findet.
Also alles ganz genau so und doch vollkommen anders als auf den großen Fußballplätzen dieser Welt, in München, London, Mailand, Madrid oder seit einiger Zeit auch in Paris, die von riesigen Tempeln umgeben und mit zigtausenden Menschen gefüllt sind, die sich Fans nennen und dafür ganz regulär und bei jeder Gelegenheit höchst ordentlich über den sprichwörtlichen Tisch gezogen werden. Von Fußballvereinen, die längst Milliardenunternehmen sind und oft nur dem Ego ihrer Besitzer dienen, oder eben dem Geld an sich, die sich kleinere Vereine nur noch als notwendige Sparringspartner halten, die die Show und Punkte sowie hin und wieder günstig zukünftige Megastars liefern und das Erscheinungsbild eines fairen, noblen und vor allem sportlichen Wettbewerbes aufrecht erhalten, den es längst so nicht mehr gibt. Und dafür nicht nur den angesprochenen Fan, sondern auch gleich die Gesellschaft im Ganzen bezahlen lassen,über TV-Gebühren und für von Steuergeld finanzierte Polizeieinsätze, was zumindest der Staat sich nur zu gerne gefallen lässt, ist doch der Fußball hierzulande schon fast immer ein Ventil für gefühlte soziale Ungerechtigkeiten, und man würde ohne den und den gegnerischen Verein vielleicht ganz andere Feindbilder finden.




Wie dem auch sie, so etwas gibt es auf dem Bolzplatz im norddeutschen Flachland natürlich nicht. Und schon gar nicht in diesem Ausmaß. Hier kennt man seine Gegner und seine Freunde, hier isst man zusammen seine Bratwurst, trinkt gemeinsam ein Bier, schimpft über die Unfähigkeit der eigenen Mannschaft, die noch eine eigene ist, weil dort eben die Jungs aus dem Dorf, meistens jedenfalls, und insgesamt ehrlich spielen. Und so vergehen die Sonntage mehr oder weniger vergnüglich und es stellt sich nicht wirklich die Frage nach irgendeinem sportlichen Erfolg.


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559 Wörter; 3829 Zeichen


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Der I.C.H. Verlag setzt mit Autobiografien und Biografien oder Ratgebern auf ein durch und durch klares und ehrliches Programm. Schnörkellos, aber hilfreich und interessant. Und natürlich bezieht sich das Kürzel I.C.H. auf das was es auf den ersten Blick auch ist, das Ego. Denn das ist nun einmal der wichtigste Teil in einem Verlag der ausschließlich nicht fiktive Bücher verlegt. Hoffentlich sehr erfolgreich.
Und trotzdem entstand dieses Kürzel aus einer englischen Redewendung. Vielleicht ist es auch nur ein einfacher Satz, ein Zitat. Wir wissen es nicht ganz genau. Der lautet wie folgt: Individuality causes humanity.



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Bereitgestellt von Benutzer: Einbuch
Datum: 27.01.2026 - 09:28 Uhr
Sprache: Deutsch
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