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Deutsche Umwelthilfe kritisiert E-Auto Förderprogramm als verfassungswidrig und fordert stattdessen dauerhaft niedrigen Ladestrompreis und Förderung desöffentlichen Nahverkehrs

ID: 2226405

(ots) -
- Selbst klimaschädliche Verbrenner-Plug-In-Hybride (PHEV) wie der Porsche Cayenne S, Audi Q8 oder ein Mercedes Maybach PHEV mit bis zu 400 PS starkem Benzinmotor sind förderfähig
- DUH veröffentlicht Auswahl besonders absurder förderfähiger Beispiele übergroßer Stadtgeländewagen und Luxus-Limousinen von Audi, BMW, Mercedes und VW
- Mit einem einfachen Trick können auch Wohlhabende bis zu 6.000 Euro Förderung für Klimakiller-Verbrenner und Protz-Elektro SUV wie den Rolls-Royce Spectre oder die Mercedes G-Klasse kassieren
- DUH startet Aktion zum Stopp dieser klar verfassungswidrigen Verwendung des Klimaschutz-Sondervermögens im parlamentarischen Verfahren und kündigt für den Fall der Verabschiedung mit der Einbeziehung dieses Verstoßes in ihre Klimaklagen gegen die Bundesregierung

Recherchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigen die Absurdität des von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgestellten Förderprogramms für Elektroautos: Durch die im letzten Moment auf Druck der Autokonzerne erfolgte Erhöhung der erlaubten CO2-Emissionen und eine"oder"Verknüpfung von Förderbedingungen bei den Plug-In-Fahrzeugen (PHEV) werden ausgerechnet die klimaschädlichsten Verbrenner-Neufahrzeuge von Audi, BMW, Mercedes, Porsche und VW förderfähig. Anders als Bundesumweltminister Carsten Schneider bei der Vorstellung des Förderprogramms darstellte, sollen nicht nur wenige Fahrzeuge eines Herstellers, sondern viele mit bis zu 400 PS Benzinmotor ausgestattete PHEV-Neuwagen wie die übergroßen Audi SUV Q7 und Q8, BMW XM und M760e, Mercedes GLE und Maybach S 580 sowie Porsche Cayenne und Panamera zukünftig mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden.

Durch einen Trick gelang es den Autokonzernen, die Förderung auf Neuwagen mit besonders hohen Realemissionen im Verbrennerbetrieb auszuweiten: 80 Kilometer Reichweite beziehungsweise 60 g CO2/km müssen nicht gemeinsam erfüllt werden, es genügt ein"oder". Durch die auf"Wunsch"der Autokonzerne durchgesetzte Erhöhung des CO2-Werts von ursprünglich 50 auf nun 60 g CO2/km erhöht sich die Zahl der förderfähigen Verbrenner-PHEV-Modelle um 9 Prozent auf nun 51 Prozent der derzeit angebotenen Modelle. Damit wird beispielsweise auch ein Porsche Cayenne PHEV mit einer Benzin-Motor-Leistung von über 300 PS förderfähig: Er liegt zwar selbst im unrealistischen Zulassungswert über der neuen Höchstgrenze von 60 g CO2, hat aber eine offizielle elektrische Reichweite von mehr als 80 Kilometer. Nur eines der beiden Kriterien muss erfüllt sein. Aber auch bei den reinen Elektro-Pkw will die Bundesregierung selbst die klimaschädlichsten und absurdesten Elektro-Protz-Fahrzeuge wie die 700 PS starke AMG Mercedes-G-Klasse mit 40 kWh/100 km oder den 400.000 Euro teuren Rolls-Royce Spectre fördern.





Erstmals in Deutschland können selbst Millionäre für ihre Luxus-Fahrzeuge die volle Förderung einstreichen. Da bei der Antragsstellung ausschließlich das Einkommen, nicht aber das Vermögen berücksichtigt wird, können Haushalte, die ausschließlich von ihrem Vermögen leben, pro Fahrzeug 6.000 Euro kassieren. Diese Konstruktion ermöglicht es auch Sammlern, sich mehrere Fahrzeuge vom Staat mitfinanzieren zu lassen. Auch Haushalte oberhalb von 90.000 Euro können mit ein wenig Geschick die Förderung einstreichen. Wenn beispielsweise Oma oder Opa Rente bezieht oder das Kind studiert, liegt deren Einkommen meist unter dieser Grenze. In den Zulassungspapieren steht dann zwar der Name von Großmutter oder Student - die bis zu 6.000 Euro Porsche-Förderung fließen jedoch völlig legal in die erweiterte Großfamilie.

Das 3 Milliarden Euro schwere Förderprogramm soll aus dem Sondervermögen des Klima- und Transformationsfonds finanziert werden.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH:"Der Missbrauch von Klimaschutzmitteln als Förderprogramm für fossil ausgerichtete Autokonzerne und die Förderung von besonders klimaschädlichen Verbrenner-Fahrzeugen mit Elektro-Hilfsmotor ist verfassungswidrig. Wir werden nun im parlamentarischen Verfahren mit einer Aktion diese Fehlförderung stoppen. Wir fordern die Mitglieder des Deutschen Bundestags dazu auf, die 3 Milliarden Euro Fördermittel stattdessen für einen dauerhaft niedrigen Ladestrompreis für sparsame E-Autos nach dem Modell des Industriestrompreises und für die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs zu verwenden. Sollte der Bundestag diese absurde Fehlförderung beschließen, werden wir diese im Rahmen unserer Klimaklagen angreifen. Einmal mehr zeigt die Bundesregierung, dass ihr weder der Klimaschutz noch ein sozial gerechter Umstieg auf E-Autos am Herzen liegen. Stattdessen geht es hier um eine drei Milliarden Euro schwere Finanzspritze an die Automobilindustrie, die es verschlafen hat, effiziente und bezahlbare E-Modelle auf den Markt zu bringen und die sichnun ihre besonders klimaschädlichen Verbrenner-PHEV fördern lassen möchte. Und dies alles soll finanziert werden aus dem Klima-Transformations-Fonds, der für den Ausstieg aus fossilen Energien und zukunftsfähige Technologien eingerichtet wurde."

Link:

ZurÜbersicht der förderfähigen Beispiele: https://l.duh.de/p260123

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch(at)duh.de

Robin Kulpa, Bereichsleiter Verkehr und Luftreinhaltung
030 2400867-751, kulpa(at)duh.de

DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse(at)duh.de

www.duh.de


Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 23.01.2026 - 11:21 Uhr
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