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BW-Trend: CDU bleibt stärkste Kraft, aber Grüne holen auf

ID: 2226121

(ots) - AfD fällt zurück auf Rang drei / Wirtschaftslage größtes Problem für die Menschen / Repräsentative Umfrage im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung

Stuttgart. Gut sechs Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg kann sich die CDU in der Wählergunst als stärkste Kraft behaupten, aber die Grünen holen auf und lassen die AfD hinter sich. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von Südwestrundfunk (SWR) und Stuttgarter Zeitung. Zudem wäre eine Fortsetzung der Koalition aus Grünen und CDU am wahrscheinlichsten - allerdings aus heutiger Sicht unter Führung des CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Daneben zeigt die Umfrage, dass die Folgen der Wirtschaftskrise den Menschen in Baden-Württemberg am meisten zu schaffen machen.

Vorsprung der CDU auf Grüne schmilzt

Wenn an diesem Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU auf 29 Prozent und bliebe damit stabil im Vergleich zur Umfrage im Oktober. Die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir gewinnen drei Punkte hinzu und landen bei 23 Prozent. Das ist der geringste Abstand zwischen den beiden Parteien seit zwei Jahren. Die AfD verliert einen Punkt und liegt bei 20 Prozent. Damit rutscht die Partei, die in Baden-Württemberg als rechtsextremistischer Verdachtsfall gilt, wieder auf Rang drei zurück. Die SPD büßt zwei Punkte ein und fällt auf ihr Allzeittief von 8 Prozent.

Erstmaliger Einzug der Linken in Landtag wahrscheinlich

Die FDP kann ihre 5 Prozent halten und würde es knapp wieder in den Landtag schaffen. Die Linke käme wie schon im Oktober auf 7 Prozent und würde erstmals in das Parlament einziehen. Es wäre nicht die einzige Veränderung im Vergleich zur Landtagswahl im März 2021: Damals erreichten die Grünen mit MinisterpräsidentWinfried Kretschmann 32,6 Prozent, die CDU kam auf 24,1 Prozent, die SPD schaffte 11 Prozent, die FDP 10,5 Prozent und die AfD 9,7 Prozent.





Knappe Mehrheit für CDU-geführte Landesregierung

Nachdem die Grünen und Kretschmann nun seit fast 15 Jahren an der Macht sind, würden 40 Prozent der Befragten wie schon im Oktober eine CDU-geführte Landesregierung vorziehen. Dagegen hätten 32 Prozent lieber weiter einen Grünen in der Regierungszentrale, das ist ein Plus von drei Punkten. Eine Landesregierung unter Führung der AfD würde knapp ein Fünftel der Bürgerinnen und Bürger (19 Prozent - ein Minus von 2 Punkten) bevorzugen.

Ex-BundesministerÖzdemir läge bei Direktwahl klar vor Hagel

Beim Personal ist die CDU auch zu Beginn der heißen Phase des Wahlkampfs noch klar im Nachteil. Das liegt vor allem an der Bekanntheit von Özdemir (60), der früher Grünen-Bundeschef und Bundeslandwirtschaftsminister war. Wenn die Menschen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 39Prozent (minus 2) für Özdemir entscheiden. Sein CDU-Kontrahent Hagel kann zwar etwas aufholen, liegt aber mit 19 Prozent (plus 2) weit dahinter. Markus Frohnmaier von der AfD wünschen sich 9 Prozent (plus 1) als baden-württembergischen Regierungschef.

Schwarz-Grün derzeit einzige realistische Variante

Derzeit läuft alles auf eine schwarz-grüne Landesregierung hinaus. Die beiden Parteien kämen laut Umfrage zusammen auf 52 Prozent. Eine Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP, die Hagel einer Zusammenarbeit mit den Grünen vorziehen würde, ist momentan nicht absehbar. Die drei Parteien hätten zusammen nur 42 Prozent, während Grüne, AfD und Linke auf 50 Prozent kämen. Da die CDU nicht mit der AfD regieren möchte, kämen andere Koalitionen derzeit nicht infrage.

Wirtschaft löst Zuwanderung als wichtigstes politisches Problem ab

Zweieinhalb Jahre lang war die Zuwanderung im BW-Trend für die meisten Bürgerinnen und Bürger das wichtigste politische Problem in Baden-Württemberg. Doch die Wirtschaftskrise, die auch die wichtige Autoindustrie betrifft, rückt nun verstärkt ins Zentrum. Für 29 Prozent der Befragten steht die Lage der heimischen Wirtschaft ganz obenauf der Problemliste, das ist ein Plus von 9 Punkten. Danach folgen die Zuwanderung mit 23 Prozent (minus 2), Bildung mit 15 Prozent (minus 7) und der Umwelt- und Klimaschutz mit 12 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann.

Für die Umfrage wurden insgesamt 1.168 Menschen in Baden-Württemberg zwischen dem 14. und 20. Januar 2026 befragt. Die Ergebnisse der Umfrage sind am heutigen Donnerstag, 22. Januar 2026, unter anderem Thema in den Nachrichtensendungen des SWR.

Ergebnisse, Grafiken sowie Informationen zu Methoden und Fehlertoleranzen der Umfrage stehen online unter www.SWRaktuell.de und www.SWR.de/bwtrend.

Zitate gegen Quellenangabe"BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der Stuttgarter Zeitung"frei.

Fotosüber ARD-Foto.de und auf Anfrage.

Pressekontakt:

Fragen zum Inhalt: Daniel Asche, Telefon 0711 929 12765, daniel.asche(at)swr.de
Pressekontakt: Ursula Foelsch, Telefon 0711 929 11034, ursula.foelsch(at)swr.de


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