Geopolitische Spannungen erhöhen Risiken für deutsche Wirtschaft

(ots) -
- Unsicherheiten beeinflussen kurzfristig Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen
- Steigende Risiken für Finanzierung, Liquidität und Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen
Der Jahresauftakt 2026 ist von zunehmenden geopolitischen Spannungen geprägt. Die jüngsten Eingriffe der Vereinigten Staaten in Venezuela, neue Souveränitätsdebatten rund um Grönland, die Proteste im Iran gegen das Mullah-Regime sowie der schwelende Konflikt zwischen China und Taiwan verändern die Rahmenbedingungen für den Welthandel."Für Unternehmen wird Planbarkeit zunehmend zur Ausnahme. Geopolitische Entscheidungen können Lieferketten, Energieversorgung und Investitionsentscheidungen kurzfristig beeinflussen", sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius. Für deutsche Unternehmen steigen damit vor allem in stark international vernetzten Branchen die wirtschaftlichen Risiken.
Die Entwicklungen in Venezuela verdeutlichen, wie stark politische Eingriffe globale Energiemärkte beeinflussen können. Zwar sind die direkten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Venezuela heute gering, dennoch erhöhen Unsicherheiten in ölproduzierenden Regionen die Volatilität an den Energiemärkten. Für energieintensive Branchen sowie Unternehmen mithohen Transport- und Logistikkosten bedeutet das zusätzlichen Kostendruck und erschwerte Kalkulationen, rund ein Drittel des Energiebedarfs der deutschen Wirtschaft entfällt auf Erdöl."Kurzfristig bleiben die Auswirkungen auf Preise und Versorgung zwar begrenzt, langfristig verstärken geopolitische Eingriffe die Unsicherheit auf den Energiemärkten jedoch. Investitionen, Infrastruktur und politische Stabilität bleiben entscheidende Faktoren der Wirtschaft und genau hier steigt das Risiko", erklärt Frank Liebold.
Industrie besonders anfällig für geopolitische Störungen
Hinzu kommen geopolitische Spannungen, deren wirtschaftliche Folgen bislang vor allem als Szenario diskutiert werden, deren Auswirkungen für die Industrie jedoch erheblich wären. Die zunehmenden Militärpräsenz der Volksrepublik China sowie die strategische Ambivalenz der Vereinigten Staaten betreffen einen zentralen Knotenpunkt der globalen Wertschöpfung: die Halbleiterproduktion. Rund 90 Prozent der leistungsfähigsten Chips werden in Taiwan gefertigt. Sie sind essenziell für den Automobilbau, den Maschinenbau und die Elektronikindustrie - Branchen, die bereits heute zu den insolvenzanfälligsten Sektoren zählen. Bereits geringe Störungen der Halbleiterversorgung haben spürbare Folgen für Produktion, Lieferfähigkeit und Kostenstrukturen deutscher Unternehmen. Ein mögliches Blockadeszenario Taiwans würde komplexe globale Lieferketten empfindlich treffen und insbesondere technologie- und exportorientierte Industrien unter Druck setzen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig mit alternativen Lieferstrategien, Lokalisierungsoptionen und einem verstärkten Risikomanagement auseinandersetzen.
Steigende Risiken für Finanzierung und Zahlungsfähigkeit
Unabhängig vom jeweiligen Krisenherd gilt: Je häufiger geopolitische Konflikte eskalieren, desto schwieriger wird die wirtschaftliche Planbarkeit. Das wirkt sich zunehmend auf die finanzielle Stabilität von Unternehmen aus. Steigende Nichtzahlungsmeldungen, eine höhere Sensibilität der Finanzmärkte gegenüber politischen Risiken sowie volatile Rohstoffpreise als Folgen erhöhen den Druck auf Liquidität und Margen, insbesondere im industriellen Mittelstand."Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass geopolitische Risiken kein Ausnahmezustand mehr sind, sondern Teil des wirtschaftlichen Alltags bleiben bzw. sich noch verstärken können", sagt Liebold. Resiliente Lieferketten, Diversifikation und ein aktives Risikomanagement gewinnen damit weiter an Bedeutung.
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Datum: 20.01.2026 - 10:00 Uhr
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