Syrien: Jüngste Zusammenstöße in Aleppo verschärfen humanitäre Situation. Hilfsorganisation CARE warnt vor neuer Eskalation.

(ots) - Syrien kommt nicht zur Ruhe: Die Kämpfe in Nordwestsyrien rund um Aleppo haben die ohnehin dramatische humanitäre Lage weiter verschärft. Mehr als 30.000 Familien wurden erneut vertrieben und suchen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Schutz in umliegenden, überlasteten Gemeinden. Dort fehlt es an allem: Wohnraum, Brennmaterial und Nahrungsmittel.
Die Fluchtbewegungen der letzten Tage verschlimmern eine ohnehin schon drastische Lage, denn auch ein Jahr nach dem politischen Umbruch in Syrien sind immer noch rund 16,5 Millionen Menschen - zwei Drittel der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen. Sarah Easter, CARE-Referentin für Nothilfe-Kommunikation, war bis Anfang Dezember in Nordsyrien unterwegs, sowohl in der Stadt Aleppo als auch in den zahlreichen Vertriebenencamps, die dort seit vielen Jahren bestehen und beschreibt die Lage wie folgt:
"In den Städten sieht man die Auswirkungen von 14 Jahren Konflikt deutlich. In manchen Ortsteilen sind nur noch Ruinen übrig. Häuser, die zum Himmel hin offen sind, weil das Dach fehlt. Ganze Stockwerke sind eingestürzt, aber immer noch hängen darin die Wäscheleinen mit Kinderkleidung."
CARE Deutschland appelliert an die Bundesregierung, die Menschen nun in dieser fragilen Phase nicht im Stich zu lassen. CARE steht bereit, Verteilungen für Geflüchtete aus dem Konfliktgebiet zu leisten. Vor allem werden wärmende Decken, Matratzen, Planen und Notunterkünfte benötigt. Auch im Rest des Landes ist die Situation schwierig: Zwar kehren Menschen innerhalb Syriens und aus dem Ausland in ihre Heimat zurück, jedoch sind dieanhaltende Gewalt, massive Zerstörung und humanitäre Not eine massive Herausforderung. In vielen Teilen des Landes gibt es keine intakte Infrastruktur, keine funktionierenden Gesundheitsdienste und damit noch lange keine sicheren Rahmenbedingungen für eine Rückkehr.
Sarah Easter von der Hilfsorganisation CARE steht für Interviews zur humanitären Lage zur Verfügung.
CARE ist seit 2013 in Syrien tätig und unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnern Gesundheitseinrichtungen sowie die Trinkwasser-, Hygiene- und Abfallversorgung in Geflüchtetencamps. Zusätzlich verteilt die Hilfsorganisation Winterkleidung für Kinder und leistet Bargeldhilfe, damit Familien Brennmaterial und andere lebenswichtige Güter kaufen können.
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Datum: 14.01.2026 - 11:49 Uhr
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