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Michael Burry shortet KI-Aktien: Wie Wetten gegen die Masse funktionieren–und was Anleger daraus lernen können

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(ots) - 1,6 Milliarden Dollar– mit diesem Volumen setzte Michael Burry im Laufe des vergangenen Jahres auf fallende Kurse bei Nvidia und Palantir. Der Investor, der 2008 mit seiner Wette gegen den US-Immobilienmarkt weltweite Bekanntheit erlangte, sah darin Anzeichen für eine mögliche Blase rund um Künstliche Intelligenz. Während viele Privatanleger weiterhin auf steigende Kurse setzten, positionierte sich Burry bewusst gegen den vorherrschenden Marktoptimismus. Sein Vorgehen wirft bis heute die Frage auf, wie Short-Selling funktioniert und unter welchen Bedingungen solche Strategien sinnvoll sein können. Dieser Beitrag zeigt, welche Denkweise hinter Burrys Strategie steckt und was sich daraus für Anleger ableiten lässt, ohne selbst ins Risiko zu gehen.

Gegen die Masse zu investieren erfordert mehr als Mut

Grundsätzlich handelt es sich bei Wetten gegen den Markt um ein anspruchsvolles Unterfangen. Wer gegen die Masse agiert, stellt sich automatisch gegen dominante Narrative und starke Kapitalströme. Gleichzeitig gibt es immer größere Akteure – institutionelle Investoren, politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen –, die Marktbewegungen beeinflussen oder beschleunigen können. Gerade deshalb ist diese Form des Investierens weniger eine Frage von Mut als vielmehr von Analyse, Disziplin und Geduld.

Ein zentrales Element solcher Strategien ist die Annahme, dass sichüber Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg strukturelle Fehlentwicklungen aufbauen. Wirtschaft und Politik reagieren häufig kurzfristig, während langfristige Risiken in den Hintergrund treten. Diese kumulierten Fehler lassen sich nicht exakt timen, wohl aber in ihrer Wahrscheinlichkeit einschätzen. Die US-Finanzkrise gilt als prominentes Beispiel dafür, wie systemische Ungleichgewichte lange ignoriert wurden, bevor sie sich abrupt entluden.

Große Volumina, lange Zeiträume, klare Überzeugungen

Auf dieser Logik basieren auch großvolumige Short-Positionen wie jene von Michael Burry. Anstatt auf kurzfristige Schwankungen zu setzen, wird auf einen grundlegenden Richtungswechsel spekuliert. Entscheidend ist dabei nicht nur die erwartete Kursbewegung, sondern auch das eingesetzte Volumen. Wenn große Marktteilnehmer mit Milliardenbeträgen auf eine Entwicklung setzen und das Timing stimmt, können sich selbst relativ kurze Marktphasen erheblich auswirken.





Davon unterscheidet sich klassisches Daytrading deutlich. Dort stehen kleine Auf- und Abwärtsbewegungen im Fokus, die oft innerhalb eines Tages genutzt werden. Die Mechanik ist kurzfristig angelegt, die Positionsgrößen sind vergleichsweise gering, und makroökonomische Überlegungen spielen eine untergeordnete Rolle. Strategien wie jene von Burry hingegen zielen auf übergeordnete Marktstrukturen und benötigen entsprechend langen Atem.

Korrekturen gehören zum Markt – Blasen sind etwas anderes

Auch außerhalb großer Krisenszenarien lassen sich ähnliche Muster beobachten, wenn auch in kleinerem Maßstab. Rohstoffe wie Gold zeigen regelmäßig starke Anstiege, sobald bedeutende Kursmarken erreicht werden, gefolgt von Korrekturen. Vergleichbares gilt für Bitcoin: Nach neuen Allzeithochs kommt es häufig zu deutlichen Rücksetzern in den darauffolgenden Tagen oder Wochen. Diese Bewegungen sind jedoch nicht mit einem umfassenden Finanzcrash gleichzusetzen, sondern bleiben Teil normaler Marktzyklen.

Vor diesem Hintergrund lässt sich Burrys Vorgehen weniger als spektakuläre Einzelwette verstehen, sondern vielmehr als konsequente Anwendung einer bekannten Marktlogik. Wer gegen die Masse investiert, setzt nicht auf tägliche Kursbewegungen, sondern auf das Ende überzogener Erwartungen. Für Privatanleger bedeutet das allerdings nicht, solche Positionen zu kopieren. Vielmehr liegt der Erkenntnisgewinn darin, Marktstimmungen kritisch zu hinterfragen, Risiken nüchtern zu bewerten und die eigene Strategie nicht von kurzfristiger Euphorie bestimmen zu lassen.

Gerade in Phasen starker technologischer Begeisterung zeigt sich, wie eng Emotionen und Börse miteinander verknüpft sind. Ob sich die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz langfristig als nachhaltiger Trend oder als Übertreibung erweist, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass Wetten gegen den Markt nur dann funktionieren, wenn Analyse, Timing und Risikomanagement ineinandergreifen – und wenn Anleger bereit sind, auch unbequeme Positionen einzunehmen.

Über Thomas Wabnig:

Thomas Wabnig ist der Gründer von Smart Trading Gains und erfahrener Trading-Experte. Er unterstützt andere Menschen dabei, in kurzer Zeit zu erfolgreichen Tradern zu werden. Dabei kennt er die Tücken sowie Erfolgsstrategien des Marktes und lehrt seinen Teilnehmern mithilfe einer Kombination aus Theorie und Praxisdas Trading-Handwerk aufgrund des blanken Kerzenchartes. Mehr Informationen unter: https://www.smarttradinggains.at/

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Datum: 07.01.2026 - 09:03 Uhr
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