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Nachhaltige Vorsätze: Cleverer Fisch essen in 2026 / Mit bewussten Entscheidungen Genuss fördern und Ressourcen schonen

ID: 2222111

(ots) - Neues Jahr, neue Chance: Für viele Menschen ist der Start ins neue Jahr mit guten Vorsätzen verbunden. Also warum nicht 2026 mit dem Wunsch beginnen, bewusster und nachhaltiger zu leben? Was viele nicht wissen: Fisch und Meeresfrüchte eignen sich optimal, um das eigene Konsumverhalten umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. Warum das so ist und welche Faktoren dabei berücksichtigt werden können, erklären Dr. Kristina Barz vom Thünen-Institut und Julia Steinberg-Böthig vom Fisch-Informationszentrum e.V. (FiZ).

Fisch ist ein vielseitiges Lebensmittel, das wichtige Nährstoffe liefert und gut in eine ausgewogene Ernährung passt. Nicht ohne Grund empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein bis zwei Mal Fisch pro Woche."Fisch und Meeresfrüchte bieten hochwertiges Eiweiß, wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Nährstoffe wie Jod, Selen und Vitamin-D", erklärt Julia Steinberg-Böthig, Diplom-Ökotrophologin und Pressesprecherin vom FIZ in Hamburg."Dabei sind sie noch richtig lecker und lassen sich vielseitig und unkompliziert in den Alltag integrieren."Neben dem kulinarischen Faktor wächst unter Verbrauchern aber auch das Bewusstsein dafür, dass Fisch eben nicht gleich Fisch ist - wenn es darum geht, verantwortungsvoll mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen. Wer umwelt- und klimafreundlicher leben möchte, schaut genau hin, was auf den Teller kommt. Darum hat dasFIZ sieben Vorsätze rund um Fisch und Meeresfrüchte formuliert, die Verbrauchern im Alltag helfen sollen, nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

1. Augen auf beim Einkauf

Was für ein Fisch ist das? Woher kommt er? Wurde er wild gefangen oder in Aquakultur produziert? Und welche Fangmethode wurde genutzt? Je nach Produkt und Produktionsform erhalten Verbraucher diese Angaben auf den Verpackungen oder der Fischtheke. Eine Orientierung, ob der Fisch nachhaltig erzeugt wurde, geben zum Beispiel das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) bei Wildfang oder das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) bei Aquakultur-Produkten. Diese Fischprodukte stammen aus zertifizierten Fischereien und Aquakulturbetrieben, die strengen Nachhaltigkeitsstandards unterliegen. Allerdings kann ein Fisch auch ohne Zertifizierung aus nachhaltiger Fischerei stammen. Hier lohnt es sich nachzufragen."Fischhändler im Fachhandel kennen ihre Ware meist sehr gut und können Auskunft über nachhaltige Erzeugung und Fischbestände geben", erklärt Julia Steinberg-Böthig."Verbraucher dürfen gern neugierig sein."





2. Besser informieren

Die im Handel angegebenen Informationen zeigen jedoch nicht, wie es einem Fischbestand tatsächlich geht. Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich daher auf der Plattform Fischbestände Online des Thünen-Instituts informieren."Viele Menschen wissen nicht, wie unterschiedlich sich einzelne Fischbestände entwickeln können", sagt Dr. Kristina Barz, die die Plattform betreut."Auf Fischbestände Online stellen wir diese Informationen verständlich und aktuell zur Verfügung. Denn verschiedene Fischbestände einer Art können in unterschiedlichem Zustand sein. So ist beispielsweise der Kabeljau rund um Island in einem guten Zustand, während es dem Dorsch in der Ostsee (soheißt der Kabeljau dort) nicht gut geht."Das Zusammenspiel von Art, Fangmethoden und Fanggebiet ergibt ein klares Bild, ob ein Fisch aktuell eine gute Wahl ist, oder nachhaltige Alternativen sinnvoll sein können.

3.Öfter mal Muscheln essen

Muscheln sind ein echtes Musterbeispiel, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Sie müssen nicht extra gefüttert werden, reinigen sogar das Wasser und haben eine sehr günstige Klimabilanz. Gleichzeitig sind sie vielseitig einsetzbar: als schnelle Pastazutat, in Suppen oder einfach gedünstet."Muscheln zeigen wunderbar, wie Nachhaltigkeit und Genuss zusammenpassen können", so Steinberg-Böthig.

4. Auch mal regional denken

Es muss nicht immer der Thunfisch oder Lachs sein. Gerade Fische aus deutscher Teichwirtschaft wie Karpfen, Forelle oder Saibling, können je nach Region kurze Transportwege haben und werden häufig in naturnahen Systemen erzeugt. Die Teichwirtschaft schafft außerdem wertvolle Lebensräume für viele Tierarten.

5. Reste kreativ verarbeiten

Ein Stück Fisch vom Vortag eignet sich hervorragend für Suppen, schnelle Salate, Aufstriche oder Pfannengerichte. Durch bewusste Planung landen weniger Lebensmittel im Abfall. Das spart Ressourcen und erweitert das Repertoire in der Küche."Oft entstehen aus Resten ganz neue Lieblingsgerichte", sagt Steinberg-Böthig.

6. Neues ausprobieren - zum Beispiel Algen

Meeresalgen gelten als besonders nachhaltig erzeugt, weil sie ohne Süßwasser und ohne Dünger wachsen. Sie brauchen keine Fläche an Land und binden sogar COâ aus der Atmosphäre. Gleichzeitig liefern sie wertvolle Nährstoffe, wachsen extrem schnell und können Meerestiere entlasten, da sie in der Aquakultur als alternative, umweltfreundliche Futterquelle dienen. So verbessern sie Ökosysteme, statt sie zu belasten. Und wer noch nie Meeresalgen wie Nori, Dulse oder Wakame probiert hat, sollte sie unbedingt mal testen, denn sie schmecken zum Beispiel getrocknet in Suppen, frisch in Salaten oder als feiner Würzton in Bowls.

7. Aquakultur verstehen

Aquakultur bedeutet die kontrollierte Aufzucht von Fischen, Muscheln, Krebsen und Algen im Meer, an der Küste oder im Binnenland. Je nach Produktion kann sie nachhaltig sein, da sie Wildbestände entlastet, unerwünschten Beifang verhindert, kontrollierte Bedingungen ermöglicht und Ressourcen effizient nutzt. Moderne Systeme wie Kreislaufanlagen oder naturnahe Teiche brauchen weniger Wasser,reduzieren Abfälle und ermöglichen präzise Fütterung mit nachhaltigen Futtermitteln. So entsteht eine umweltfreundliche Fischproduktion, die gleichzeitig verlässliche Mengen liefert. Für einen nachhaltigen Einkauf helfen verlässliche Siegel wie das ASC- oder Bio-Siegel.

Gut zu wissen!

Was bedeutet eigentlich nachhaltig?

Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen so zu nutzen, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation erfüllt werden, ohne die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu gefährden. Sie vereint ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziale Fairness zu einem ganzheitlichen Prinzip.

Nachhaltigkeit bei wild gefangenem Fisch bedeutet:


- Fangmengen orientieren sich an wissenschaftlichen Empfehlungen, damit Bestände stabil bleiben und sich regenerieren können.
- Schonende Fangmethoden schützen Lebensräume, reduzieren unerwünschten Beifang und erhalten die Biodiversität der Meeresökosysteme.
- Klare Angaben zu Fanggebiet und -methode ermöglichen verantwortungsvolle Entscheidungen, die vielfältige Meereslebensräume fördern.

Nachhaltigkeit in der Aquakultur:


- Ressourcenschonende Zucht reduziert Wasserverbrauch und Umweltbelastungen und verhindert negative Auswirkungen auf umliegendeÖkosysteme.
- Umweltfreundlichere Futtermittel und artgerechte Haltung stärken Tiergesundheit und verringern Risiken für wildlebende Arten.
- Gut geführte Anlagen entlasten Wildbestände und unterstützen die Biodiversität, indem sie Druck auf natürliche Ökosysteme reduzieren.

Pressekontakt:

Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.
Dipl. oec. troph. Julia Steinberg-Böthig
Große Elbstraße 133
D-22767 Hamburg
Tel. 040 / 389 25 97
Mobil: 0151 420 360 58
Mail: jboethig(at)fischinfo.de
Web: www.fischinfo.de


Original-Content von: FIZ Fisch-Informationszentrum e.V.,übermittelt durch news aktuell


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Datum: 06.01.2026 - 08:30 Uhr
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