Pressemitteilung der vfdb zum Brandereignis in Crans-Montana am 31.12.2025

(ots) - Angesichts der schweren Brandkatastrophe in der Schweiz warnt die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) eindringlich vor vorschnellen Bewertungen."Ursache, Ablauf und begünstigende Faktoren dieses Ereignisses sind derzeit Gegenstand behördlicher Ermittlungen", erklärt Anja Hofmann-Böllinghaus, Vizepräsidentin der vfdb."Vor Abschluss dieser Untersuchungen sind belastbare Bewertungen oder Schlussfolgerungen wissenschaftlich nicht seriös durchführbar."
Unabhängig davon macht das Ereignis grundlegende Zusammenhänge der Brand- und Rauchgasdynamik deutlich. Insbesondere in geschlossenen oder unterirdischen Nutzungseinheiten können sich Brände innerhalb kürzester Zeit hochdynamisch entwickeln. Toxische Verbrennungsprodukte, rasch ansteigendeTemperaturen und massive Sichtbeeinträchtigungen führen dabei in sehr kurzer Zeit zu lebensbedrohlichen Bedingungen. Die Ausgestaltung und Wirksamkeit von Rettungswegen, die vorhandenen Brandlasten sowie die tatsächliche Nutzung von Gebäuden sind in diesem Zusammenhang von entscheidender Bedeutung.
Zugleich zeigt sich, dass auch Feuerwehren bei fortgeschrittenen Brandverläufen begrenzte Einflussmöglichkeiten haben. Pauschale oder vereinfachende Bewertungen des Einsatzgeschehens werden der Komplexität solcher Lagen nicht gerecht.
Für den vorbeugenden Brandschutz unterstreicht das Unglück die Notwendigkeit eines ganzheitlichen und systemischen Ansatzes. Dieser umfasst die konsequente Anwendung bestehender Regelwerke, die regelmäßige Überprüfung baulicher und betrieblicher Rahmenbedingungen sowie eine verstärkte Aufklärung über Brandrisiken und individuelle Eigenverantwortung. Die weitere Reduktion tödlicher Brandereignisse bleibt dabei ein zentrales Ziel - im Sinne einer langfristig ausgerichteten Vision Zero.
Die vfdb wird als interdisziplinäres Expertennetzwerk die behördliche Aufarbeitung und Auswertung des Ereignisses nach Abschluss der Ermittlungen verfolgen. Auf dieser Grundlage wird sie ihre wissenschaftliche und praktische Expertise einbringen, um weitergehende Empfehlungen zu beraten und zur Vermeidung vergleichbarer Brandereignisse künftig beizutragen.
Pressekontakt:
vfdb-Pressesprecher
Tim Spießberger
Tel. +49 (0)15224093133
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Datum: 04.01.2026 - 10:04 Uhr
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