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Luftfahrtexperte:"Wir müssen uns auf solche Szenarien nicht häufiger einstellen"

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(ots) - Nach einer bei rund 6.000 Airbus-Flugzeugen der A320-Reihe kurzfristig nötigen Überprüfung sind die Einschränkungen für den Flugverkehr in Deutschland bisher überschaubar geblieben. Nach einem Hinweis des Flugzeugbauers nahmen einige Airlines bereits ab Freitagabend das Software-Update vor, mit dem sich die festgestellte Problematik oft schon beheben ließ.

Für den WDR hat Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt dem aktuellen Fall skizziert und Hintergründe erklärt. Die Zitate sind ab sofort zur Verwendung frei gegeben.

Frage: Inwieweit sind deutsche Passagiere betroffen?

„Im Augenblick muss man sagen, noch nicht so sehr oder überhaupt nicht. In Deutschland sind zurzeit keine Flüge ausgefallen. In anderen Ländern ist das anders. Das liegt offenbar daran, dass die Flugzeuge der Lufthansa, die ja nun wirklich hier auch die meisten A320 in Deutschland operiert, einen anderen Softwarestand haben, wo dieser Fehler nicht auftritt.“

Frage: Heißt das, es könnte ein Vorteil gewesen sein, dass die Lufthansa Maschinen nicht auf dem aktuellsten Software-Stand waren?

„In diesem Fall geht es darum, dass Sie dann unter Umständen eine ältere Software haben. Denn was Airbus empfiehlt und was auch am Montag die EASA verbindlich vorschreiben wird, ist, dass Sie von der jetzigen Software auf eine der vorhergehenden Version zurück switchen. „

Frage: Müssen wir uns mit der fortschreitenden Digitalisierung auch im Flugverkehr häufiger auf solche Szenarien einstellen müssen?

„Nein, wir müssen uns nicht auf solche Szenarien häufiger einstellen. Natürlich ist Elektronik immer anfällig, gegen beispielsweise auch hochenergetische Strahlung aus dem Weltall. Aber Software enthält immer auch Fehlerkorrekturmöglichkeiten oder automatische Fehlerkorrekturen, die solche Dinge erkennen. Möglicherweise ist es so, dass diese Fehlerkorrektur in dieser Softwareversion nicht funktioniert hat.“





Frage: Was war die Ursache für die Störung der Software?

„Wir haben zurzeit eine große Sonnenaktivität, was wir auch daran sehen übrigens, dass wir Nordlichter haben, die man im Augenblick bis in die Schweiz sehen kann. Auch diese Nordlichter werden durch diese Eruptionen hervorgerufen. Das sind Partikelströme, die dann in die Erdatmosphäre drängen. Und dann da zu komplexen Reaktionen führen, (…) die dann Elektronik beeinflussen können.“

Frage: Was für eine Software ist das, die jetzt gestört ist?

„In diesem Fall handelt es sich um einen der vielen Computer, die an Bord der A320 dafür da sind, dass das Flugzeug gesteuert werden wird. Und zwar der Computer, der zuständig ist für die Steuerung des Höhenruders. Bei dem Computer ist durch die Sonneneruption durch die Partikel einSoftwarefehler entstanden, der dann dazu geführt hat, dass das Flugzeug die Nase runtergenommen hat, obwohl das auch vom Autopiloten und von der Besatzung gar nicht gewollt war.“

Frage: Wie gefährlich ist so ein Software-Fehler für die Passagiere?

„(…) Abstürzen kann das Flugzeug nicht, denn am Ende gibt es andere Computer, die den überwachen. Und es gibt schließlich auch noch die Besatzung, die dann eingreifen kann.“

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Tel: 0221 220 8787


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