Öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender gleichen ihre Programmlautstärke an

27.08.2012 - 10:12 | 707409


Artikel von ARD_ZDF



(ots) - Mit dem Start der Internationalen
Funkausstellung IFA am 31. August 2012 senden die
öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender ihre Programme mit
einheitlicher Lautstärke. Lautstärkesprünge beim Umschalten zwischen
den Sendern sowie zwischen den Programmbeiträgen innerhalb eines
Senders sollen dadurch deutlich verringert werden. Dies gilt
grundsätzlich für alle Programmbeiträge, also auch für Werbung und
Trailer. Die bewusst dramaturgisch eingesetzte Klangdynamik innerhalb
eines Sendebeitrags oder eines Werbespots bleibt als elementares
Gestaltungsmerkmal davon allerdings unberührt, das heißt, einzelne
Momente oder Passagen unterschiedlicher Lautstärke wird es auch
weiterhin geben.

Für die Zuschauer hat die lautheitsnormierte Ausstrahlung den
Effekt, dass Lautstärkesprünge zwischen den Sendern oder zwischen den
Programmbeiträgen eines Senders, zukünftig weitaus seltener werden.

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammanbieter in Deutschland,
die privaten Free- und Pay-TV-Anbieter sowie alle ihre Marktpartner -
Vermarkter, Agenturen und werbende Unternehmen - haben seit Anfang
des Jahres die erforderlichen Vorbereitungen getroffen, um zum Start
der IFA ihre Programme lautheitsnormiert ausstrahlen zu können. Der
Vorsitzende der Produktions- und Technik-Kommission ARD/ZDF (PTKO),
Heinz-Joachim Weber (WDR), betont die gute Abstimmung zwischen
öffentlich-rechtlichen und privaten Programmanbietern bei diesem für
die Zuschauer wichtigen Thema. "Durch den technischen Fortschritt
haben wir nun die Möglichkeit, lautheitsnormiert zu produzieren und
die Lautheit unserer Programme zu harmonisieren. Ich verspreche mir
davon, ein seit vielen Jahren bekanntes Ärgernis im Sinne unserer
Zuschauer zu lösen oder zumindest zu verbessern".

ZDF-Produktionsdirektor Dr. Andreas Bereczky: "Mit dem neuen


Aussteuerungsverfahren wird es gelingen, einen echten Mehrwert für
unsere Zuschauer zu schaffen: Programmübergänge werden sowohl
senderintern als auch senderübergreifend harmonischer. Wir sind davon
überzeugt, dass sich auf Basis der vereinbarten Lautheits-Richtlinie
auch neue Gestaltungsspielräume beim Fernsehton entwickeln werden."

Sebastian Artymiak (Leiter Medientechnologie des VPRT): "Für die
TV-Sender war die Anpassung mit einem erheblichen organisatorischen,
technischen und finanziellen Aufwand verbunden. Die Sender arbeiten
permanent daran, hochwertige Programme in bester Bild- und
Tonqualität in die Wohnzimmer zu bringen. Die geplante Anpassung
stellt nun auch einen wichtigen Schritt für die senderübergreifende
Optimierung dar."

Ausgangspunkt der gemeinsamen Vorgehensweise ist eine neue
internationale Empfehlung der EBU (European Broadcasting Union) zur
Lautheitsmessung und -aussteuerung. Die neue Generation von
Messgeräten ermöglicht nun die Aussteuerung nach "Lautheit" und löst
damit die bisher bekannte Spitzenpegelmessung ab. Dadurch kann der
Sendebeitrag so produziert werden, dass die Lautstärke am
Sendeausgang einen definierten Wert aufweist.

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